Blog-Themen

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Viel Spass beim Stöbern und viel Inspiration zur Kreativität wünscht Dir

EJ

© January 2016 E.J. Tolksdorf

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Foto: EJ Tolksdorf, StreetArt im Viertel in Bremen

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Kartoffelstampf mit Gemüse-Rührei

● Bio (*) ● vegetarisch bis carnevarisch

Zutaten:

Kartoffeln

Eier* (Demeter Bruderhahn)

Zwiebeln

Schalotte

Bratöl*

Butter

Tomaten

Champignons

Kräutersalz*

Pfeffer

Ketchup*

Wahlweise dazu: Leberkäse

Käsegenußplatte

Käsesorten von der Bio-Käsetheke:

Mobier* (intensiv duftender und schmeckender französischer halbfester Schnittkäse mit traditoneller Ascheschicht)

Bergtaler* (aromatisch-pikanter Bergkäse mit Salznote, Kuhmilch-Hartkäse aus Österreich)

Toggenburger Bergblumenkäse* (ausdrucksstarker hart-brökeliger Schnittkäse mit Salznote aus der Schweiz)

Ziegenrolle affiné* (feiner Ziegenfrischkäse, am Rand leicht säuerlich, aus den Niederlanden)

Duc du Bourgogne* (sehr cremiger, feiner Weinbergkäse mit champignonartiger Note aus Frankreich)

Bebis Torte* (ausdrucksstarker Schafsbrie aus Südfrankreich)

Allgäuer Tilsitter* (intensiv-aromatischer Geschmack, Schnittkäse aus Deutschland)

Walnussbrie* (feiner Brie mit Walnüsssen aus Österreich)

Brot:

Baguette

Zwiebelbaguette

Veggie Burger mit Pommes

●vegan bis vegetarisch ● Bio (*) ●gerettete Lebensmittel (GL)

Zutaten:

XXL Burger Brötchen

„Burger Grüne Erbsen Masala“ Vegane Burgereinlage *

Romana Salat*

Tomatenketchup*

Zwiebeln

Tomaten*

Minigurken* (GL)

BBQ-Sauce* (GL)

Curry-Aprikosen-Sauce* (GL)

Honigsenfdressing

Senf

Pommes

Fajita-Tortillas mit Chips & Dips

●Bio-Lebensmittel (*) ●Gerettete Lebensmittel (GL) ● vegan bis vegetarisch bis carnevarisch

Zutaten Fajita-Tortillas:

Taco Chips mit Chili* (GL)

Weizen Tortillas

Zwiebeln

Knoblauch* (GL)

Frühlingszwiebel* (GL)

Romana Salat

Paprika (rot, orange, gelb)

Möhren

Champignons

Kidney Bohnen

Zucchini

Chilischote

Kräutersalz*

Pfeffer

Wahlweise: Hähnchenfleisch

Salsa-Dip

 

Zutaten Guacamole-Dip:

Avocado

Pfeffer

Kräutersalz*

 

Zutaten Bohnen-Dip:

Kidney Bohnen

Ketchup

Honig Senf Salatdressing

Pfeffer

Kräutersalz*

Gemüse-Pizza und Salat

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● Bio (*) ●Gerettete Lebensmittel (GL)

Bin gerade sehr begeistert vom neuen Kleinbackofen 😊

 

Zutaten Pizza:

Pizza Fertigteig zum Ausrollen

Mozzarella

Mozzarella Reibekäse

Brokkoli* (GL)

Tomaten

Zwiebeln

Frühlingszwiebeln* (GL)

Paprika

Spinat*

Wahlweise: Salami

Olivenöl*

Kräutersalz*

Pfeffer

 

Zutaten Salat:

Romana Salatherzen

Möhren

Schafsfetakäse

Paprika

Gurke

Roma Cherry Tomaten

Honigsenf Dressing

Grana Padano Parmessan

Kräutersalz*

Pfeffer

 

 

Nudelgemüseauflauf Nr.2

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● Bio (*) ●vegetarisch

Zutaten:

Spinat*

Möhren

Spirelli

Mini Mozzarella

Schlagsahne

Zucchini

Champignons

Paprika

Frühlingszwiebeln

Gratinkäse gerieben

Olivenöl*

Kräutersalz*

Pfeffer

Buchrezension: Lelord, François; André, Christophe (2015): Der ganz normale Wahnsinn. Vom Umgang mit schwierigen Menschen. Berlin: atb.

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Zu den französischen Autoren: François Lelord ist promovierter Psychologe, aber auch  Mediziner. Er wurde international berühmt mit seinen Romanen, insbesondere dem Bestseller „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“. Seit 1996 praktiziert er nicht mehr als Psychotherapeut, sondern als Schriftsteller. Christoph André ist ebenso promovierter Psychologe als auch ein Mediziner, der verschiedene psychologische Bücher veröffentlicht hat.

Das Buch ist nach der Einleitung (7-23) unterteilt in 14 Kapitel, die nach Persönlichkeitstypen gegliedert sind: Kap.I: Die ängstlichen Persönlichkeiten (25-50), Kap.II: Die paranoiden Persönlichkeiten (51-85), Kap.III: Die histrionischen Persönlichkeiten (86-104), Kap. IV: Die zwanghaften Persönlichkeiten (105-123), Kap. V:Die narzißtischen Persönlichkeiten (124-147), Kap. VI: Die schizoiden Persönlichkeiten (148-166), Kap VII: Die Verhaltensweisen vom Typus A (167-191), Kap.VIII: Die depressiven Persönlichkeiten (192-214), Kap. IX: Die dependenten Persönlichkeiten (215-240), Kap.X: Die passiv-aggressiven Persönlichkeiten (241-260), Kap.XI: Die selbstunsicheren Persönlichkeiten (261-283), Kap. XII: Und all die anderen? (284-305), Kap. XIII: Ursachen für die Entstehung einer schwierigen Persönlichkeit (306-313),Kap XIV: Schwierige Persönlichkeiten und Veränderung (314-353).

In der Einleitung wird die essenzialistische Sichtweise des Buches offengelegt, die von eine Kontinuiät von „Persönlichkeiten“ und „Charaktere“ ausgeht. Leider wird in einer tabellarischen Darstellung ein gewisses stereotypes, androzentristisches und naturalisierendes Weltbild offenkundig, wenn nur (Cis-)Männer als Beispiel für Körper- und Charaktertypen dargestellt werden (11). Hier zeigen die zwei cismännlichen Autoren leider an dieser Stelle keinen kritischen Weitblick, dass die androzentristische Darstellung von Persönlichkeitstypen auch zu einer geschlechterstereotypen Denkweise beiträgt.  In den Kapiteln wiederum wurde dann wieder angenehm überrascht, dass durchaus auch nicht-stereotype Geschlechterbilder mit einbezogen wurden, so dass ich anerkennend sagen muss dass sich die androzentristische Sichtweise glücklicherweise nicht durch das gesamte Buch zieht und auch in Nebensätzen feministische Ansätze zumindest kurz angerissen werden. So wurde an anderer Stelle wo es um die histrionische Persönlichkeit geht kritisch auf den Begriff Hysterie eingegangen (91)und auch männliche Beispielfall (93f.) aufgezeigt, was ich wiederum als einen angenehmen Ausgleich zu dem missglückten Start in der Einleitung empfinde.

Das Buch besticht durch seinen angenehmen unterhaltsamen Schreibstil und ausführliche Fallbeispiele, die eine ausgesprochen gute differenzierte Veranschaulichung zwischen den Persönlichkeitsstilen erlauben. Gerade Persönlichkeitstypen, die sich sehr ähneln, können durch die treffendem Beispiele nochmal in ihren unterschiedlichen Psychostilen aufgeschlüsselt werden. Innerhalb der jeweiligen Kapitel wird eine mehr oder weniger ähnlicher, aber durchaus thematisch variabler Unterkapitelaufbau gewählt: 1. Der Einstieg beginnt mit einem 1-2 seitigem Fallbeispiel, das kursiv hervorgehoben wird. 2. Dann werden in kurzen Stichpunkten wesentliche Merkmale des Persönlichkeitstypus benannt ohne dabei sich an den diagnostischen Vorgaben strikt abzuarbeiten. 3. Wird die Weltsicht und Perspektive näher analysiert, 4. Wird auf die Ausprägungen näher eingegangen und ab welchen Punkt man pathologisieren kann und im Extremfall von einer Persönlichkeitsstörung sprechen kann. 5. Wird auf Psychopharmaka eingegangen, 6. zu einem bestimmten charakteristischen Thema wird ein zweites Fallbeispiel eingestreut, 7. Wird auf Ursachen der Störung hingewiesen, 8. Werden Gründe für die Aufnahme einer Psychotherapie genannt, 9. Wird auf die Funktion und positiven Effekte eingegangen, 10. Werden Verkörperungen in Film und Literatur kurz benannt, 11. wird kurz angerissen, was man tun kann, wenn es „der Chef , Lebenspartner oder Kollege“ (ja, hierbei werden leider in der deutschen Übersetzung nur männliche Sprachformen gewählt) ist, wobei die stichpunktartigen Antworten z.T. humorvoll bis ironisch herübergebracht werden um das Thema in populärwissenschaftlicher Weise aufgelockert erscheinen zu lassen. Der interessanteste Punkte sind die vorletzten beiden Punkte: 12. „Was Sie tun sollten“ und  13. „Was Sie lassen sollten“. Hierbei wird recht ausführlich darauf eingegangen welche Dinge eher konstruktiv oder kontraproduktiv im Umgang sind und auch wovor man sich unbedingt schützen sollte. 14. Abschließend folgt ein kleiner standardisierter Test mit 10 Fragen, inwiefern man Eigenschaften von den Charaktertypen besitzt oder nicht. Diese Testfragen empfinde ich allerdings als sehr oberflächlich und wenig aussagekräftig, dienen eher dem Unterhaltungswert.

Die Beispielfälle im gesamten Buch kreisen stark um das Thema wie sich die Persönlichkeiten beruflich oder manchmal auch familiär verhalten, andere Lebensbereiche (z.B. Politik, Liebe, Bildung/Schule) werden leider wenig einbezogen. Was besonders interessant ist, dass Handlungsvorschläge gemacht werden, wie man mit bestimmten Persönlichkeiten besser umgehen oder nicht umgehen kann. So sehr ich die essenzialistische und naturalisierende Klassifikation von festen Persönlichkeiten kritisieren kann, so finde ich angenehm, dass das Buch trotz der getroffenen Pathologisierungen auch gleichzeitig davon ausgeht, dass man sich nicht unnötig über die Persönlichkeitsstile aufregen sollte oder deren Existenz in Frage stellen sollte. Ferner wird dazu geraten die Persönlichkeitsstile zu akzeptieren und sich in seinem Verhalten je nach Typ auch anzupassen, damit man die positiven Aspekte der Persönlichkeiten wertschätzen und mit negativen Effekten gut jonglieren lernt. Hierbei kann man aus einer „Opfer“-Perspektive vielleicht weniger Empowerment oder differenzierte Abgrenzungsimpulsratschläge von diesem Buch erwarten, aber durchaus kann es dazu führen dass man durch die vorgeschlagenen angepasste Kommunikationsweisen wesentlich konstruktiver miteinander kommunizieren und arbeiten lernt. Der Tagesspiegel hat es im Klappentext wunderbar formuliert: Das Buch ist eine Art „Plädoyer, im Umgang mit schwierigen Menschen nicht gleich das Handtuch zu werfen“. Die Autoren drücken dass in ihren eigenen Worten wie folgt aus:

Nun, auch die schwierigen Persönlichkeiten sind wie Naturphänomene: es hat sie schon immer gegeben, und es wird sie immer geben. Sich darüber zu empören, wäre genauso vergeblich, als wollte man über das schlechte Wetter oder die Gesetze der Schwerkraft in Zorn geraten. Ein weiterer Grund, sie besser zu akzeptieren: ganz gewiß haben sie es sich nicht ausgesucht, schwierige Persönlichkeiten zu sein. Im Zusammenwirken von Vererbtem und Anerzogenem haben sie Verhaltensweisen entwickelt, die ihnen selten Erfolg bringen und für die sie, so darf man annehmen, nicht völlig verantwortlich gemacht werden dürfen. Wer würde schon aus freien Stücken gern allzu ängstlich, zu impulsiv, zu mißtrauisch, zu sehr von anderen abhängig oder detailbesessen sein? (Lelord/André 2015, 22f.)

Dass hier im Buch insbesondere eine psychiatrische Sichtweise dominiert, die sich nicht viel mit Details einer psychotherapeutischen Tiefe sondern eher mit ärztlicher Pragmatik beschäftigt, wird deutlich wenn in jedem Kapitel auf den Einsatz spezieller Psychopharmaka hingewiesen wird. Zwar wird immer wieder die Kombination zwischen Psychotherapie und Psychopharmaka empfohlen, aber insgesamt wird eine positive Haltung zu Psychopharmaka eingenommen und u.a. auch ihre positive Wirkungen aufgezeigt. Negative Auswirkungen oder kritische Perspektiven auf Psychopharmaka werden dagegen verschwiegen.

Insgesamt zeigt sich am Ende des Buches, dass die Autoren eher Vertreter einer kognitiven Verhaltenstherapie sind. Was durchaus auch an einer Stelle wiederum selbstkritisch angemerkt wurde ist, dass sich einige Therapeut_innen aus narzißtischen Motiven ungerne den Menschen mit Persönlichkeitsstörungen als Patient_innen annehmen. Es gäbe nur wenige Therapeut_innen, die die Ressourcen haben und auch die Motivation und Spezialisierung sich mit gesprächstherapeutischen Mitteln tiefergehend mit persönlichkeitsgestörten Menschen auseinanderzusetzen. So erwähnen die Autoren spezialisierte Therapieformen wie z.B. ein 24Stunden Bereitsschaftsdienst bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen.

Es gibt viele spannende Punkte die ich aus diesem Buch erwähnen könnte, aber ich möchte hier nur beispielhaft anhand der dependenten Persönlichkeitstypus die aufgezeigte Dialektik und Psychodynamik zwischen Autonomie und Abhängigkeit festhalten, die insbesondere auf das Bindungsverhalten und verschiedene Weltsichten von Kindern und Erwachsenen verschiedenster Persönlichkeitsstile abzielt:

Dann erkennt das Kind sehr bald, daß die Welt und die Individuen, aus denen sie besteht, nicht unumschränkt zu seinen Diensten stehen. Zwei große Reaktionsmöglichkeiten, eine so radikal wie die andere, werden sich ihm dann eröffnen. Die erste entspricht einer Sehnsucht und der Suche nach dem verlorenen Paradies: wenn wir es richtig anstellen, ist es möglich, daß uns die anderen Menschen die meisten unserer Bedürfnisse erfüllen. Alternativen dazu gibt es auch gar nicht, denn wenn wir alleine bleiben würden, wären wir überhaupt nicht imstande, unsere Bedürfnisse zu stillen. Diese Weltsicht nennt Balint Oknophilie nach dem griechischen Verb okneo („sich anklammern“, aber auch „zögern, befürchten“). Sie kommt der dependenten Haltung sehr nahe.

Die zweite Reaktionsweise besteht darin zu erklären, die Welt sei eine Enttäuschung, Befriedigung könne uns letztendlich nicht aus unserer Umgebung zuteil werden, und Abhängigkeit von den anderen sei die allerschlimmste Gefahr. Balint nennt diese Haltung Philobatismus (…): jemand, der auf Händen und Füßen läuft und keinen festen Boden unter sich hat). Sie tritt bei Personen auf, die ihre Autonomie über alles stellen und vor jeder Form von Dependenz und selbst Engagement zurückscheuen (Lelord/André 2015, 223 f., Hervorhebung im Original).

Im Kapitel XII werden noch andere Persönlichkeitsstörungen erwähnt wie antisoziale/soziopathische Persönlichkeit, Borderline-Persönlichkeit, schizotypische Persönlichkeit, sadistische Persönlichkeit, posttraumatisch veränderte Persönlichkeit. Interessant an diesem Kapitel ist auch dass auf Überschneidungen und Mehrfach-Kombinationen von Persönlichkeitsbildern hingewiesen wird. Im Kapitel XIV „Schwierige Persönlichkeiten und Veränderung“ werden erneut u.a. Verhaltenstipps im Umgang mit Persönlichkeitstypen beschrieben, die ich als recht hilfreich empfand. Auch werden hier nochmal schematisch Grundzüge der Ansätze und Verfahrensweisen von psychodynamischen Therapien und Verhaltenstherapien/kognitiven Therapien voneinander abgegrenzt. Dann werden (vom kognitiven Ansatz ausgehend) nochmal aufschlussreiche Tabellen zur Verfügung gestellt, die Überzeugungen, Lebensregeln, Auslösesituationen, stereotype Reaktionen, innere Diskurse, Emotionen, Kognitionen sowie Vorteile/Nachteile von Persönlichkeitstypen schildern.

Abschließend möchte ich dieses lesenswerte Buch gerne weiterempfehlen gerade hinsichtlich der anschaulichen Beispielfälle, die die Diagnosekriterien konkret greifbar machen ohne diese einfach nur aufzulisten. Besonders ertragreich sind auch die Verhaltensratschläge im Umgang mit verschieden schwierigen Persönlichkeitstypen gerade für berufliche und z.T. familiäre Kontexte. Wer allerdings Tipps für dysfunktionale Liebesbeziehungen, Freundschaften, Dynamiken in Schul- und Bildungssituationen (wie z.B. Mobbing), schwierige Persönlichkeiten in der (Welt-)Politik  etc. erwartet wird eher enttäuscht werden, da das Buch hauptsächlich berufliche Beispiele erwähnt. Der Bereich von Intimbeziehungen und Freundschaften ist aber gerade mit der schwierigste und konfliktreiche Bereich in Begegnungen mit schwierigen Persönlichkeiten, da hier am meisten die Gefahr gegeben ist dass Angehörige selbst psychische Belastungen und Traumatisierungen im Kontakt mit schwierigen Personen erfahren. So fehlen mir durchaus unbequeme und weniger unterhaltsame Themen wie aggressives, gewaltvolles oder selbstdestruktives Verhalten auf psychischer und physischer Ebene in Beziehungen, Familie und Freundschaften etc. Hierbei wird dann vielleicht deutlich, dass es nicht immer angebracht ist eine schwierige Persönlichkeit einfach (wie im Buch empfohlen) zu „akzeptieren“ und sein Verhalten an sie anzupassen, sondern dass es auch wichtig ist Ratschläge zu geben, wie man Grenzziehungen, Kontaktpausen und -abbrüche und andere Sanktionen gestalten kann sowie wie man sich selbst schützen kann psychisch zu erkranken im nahen Umgang mit „schwierigen“ Personen. Hier empfand ich durchaus psychoanalytisch orientierte Literatur vergleichsweise wesentlich ansprechender, da hier Ursachen in Traumatisierungen und Re-Traumatisierungen u.a. stärker thematisiert werden. Daher empfinde ich es bezeichnend dass die wirklich schwierigsten Persönlichkeiten im Buch nur unter  „Und all die anderen?“ knapp zusammenfassend erwähnt werden und dass das Buch somit eher nur die angenehmeren unter den schwierigen Persönlichkeitstypen ausführlich darstellt. Hier wäre wünschenswert für eine Neuauflage, dass auch die ausgelassenen Typen eigene Kapitel bekämen. Daher ist dieses Buch vor allem als grobe Überblickslektüre empfehlenswert bevor man sich in der Einzellektüre jedem Typus Buch für Buch genauer zuwendet.

 

Kapitel 1: Mitten in der Nacht.

©Foto: Sonnenuntergang in Bremen im November 2018, Michael Gund.

Buchkapitel aus: Craxy (2018) von Michael Gund

1996, Gettysburg

Dunkelheit und nebelige Rauchschwaden umhüllen die Kleinstadt im Adams County im Süden vonPennyslvania. Ein kleiner, in die Jahre gekommener Transporter der psychiatrischen Anstalt „Sheppard Pratt“ Health System fährt an der Carlisle Street entlang. Die meisten Departement Stores in der fast schon menschenleeren Straße sind geschlossen. Der einzige Store der geöffnet hat, ist der Drug/Grocery Store in der 52nd. Carlisle Street. Der Transporter steuert langsam auf den weitläufigen Parkplatz des Drug/Grocery Store zu. Aus dem Transporter steigt Prof. Dr. Frederic McGregor aus. Er ist ein sehr renommierter Arzt der psychiatrischen Anstalt „Sheppard Pratt“. Er studierte an den Universities of Harvard und Oxford, wo er seine Doktorarbeit mit „summa cum laude“ abschloss. McGregor begibt sich mit langsamen Schritten auf den Drug/Grocery Store zu. Auf dem Parkplatz befinden sich nur wenige Autos, ein roter Chevrolet Chevelle SS steht protzig zwischen zwei Parkplätzen. Der Besitzer des roten Chevelle SS heißt Crazy Joe, ein gutaussehender Bursche, 25 Jahre alt, führte die einzig familienbetriebene Autowerkstatt der Stadt. Ein paar Cheerleaderinnen der UC Gettysburg stehen vor dem Drug/Grocery Store. Crazy Joe lässt den Motor laut aufheulen um ihnen zu imponieren. Die Mädels zeigen sich wenig beeindruckt und lachen Crazy Joe aus.

Crazy Joe lässt sich nicht entmächtigen und schreit lauthals:,,Ihr Ladys wollt doch alle mal mit Crazy Joes Ride eine Spritztour machen, ihr verrückten Cheerleader liebt doch alle Crazy Joe und könnt nicht genug von Ihm bekommen“, laut wiedergebend, hört man ein “haha haha haha“. Die Cheerleaderinnen zeigen Crazy Joe nun die kalte Schulter. Sekunden später braust auch Crazy Joe mit seiner amerikanischen Protzkarre in die Nacht hinaus. Drei Cheerleaderinnen begrüßen den gerade ankommenden Prof. Dr. McGregor. Im kleinen Städtchen ist eine Begrüßung gängig, denn jeder kennt sich hier in Gettysburg.

Old Jimmy betreibt den alten Drug/Grocery Store seit 1975, er ist ein kleiner Mann mit dicker Hornbrille, ein Patriot wie er im Buche steht. Er war als Infanterist im Vietnamkrieg 1956 beteiligt. Durch den Krieg hatte er einen leichten psychischen Schaden davon getragen, er ist dadurch sehr schnell und leicht reizbar geworden und fährt auch manchmal bei überschwänglichen Gründen aus der Haut, aber dennoch hat er das Herz am rechten Fleck. „Guten Abend Professor, was für eine Ehre sie in meinem Drug/Grocery Store begrüßen zu dürfen, was führt Sie hierher?“McGregor, sehr erstaunt über die gute Laune von Old Jimmy. „Wir haben einen neuen Patienten aus dem benachbarten Strafgefängnis abgeholt, er wurde uns zugewiesen.“ OldJimmy schauderte verunsichert ins Leere und hinterfragte,„Professor wir sind doch von dieser Gefahr sicher, er wird keiner Menschenseele etwas tun, oder?“ „Keinen Grund zur Sorge, Old Jimmy, ich gebe Ihnen mein Wort, wir werden den Patienten im Trakt C in Sicherheitsverwahrung unterbringen.“ „Sie brauchen sich wirklich keine Sorgen zu machen“, beteuerte Professor McGregor. Old Jimmy ließ sich nichts anmerken, auch ließ er sich nicht in die Irre führen, er behielt deshalb seine Gedanken für sich und beäugte, diese gerade erfahrene Information mit kritischem Blick. Professor McGregor nahm seine Bestellung auf und verabschiedete sich von Old Jimmy. Die psychiatrische Anstalt hatte Ihren Sitz hintern den hohen Hügeln von Gettysburg, die Fahrt dorthin war mit wenigen Strapazen verbunden, weil der dichte Nebel die Sicht versperrte. Zum Glück machte uns der neue Patient wenig bis keine Probleme, sodass wir ohne jegliche Komplikationen, die Anstalt pünktlich erreichten. Vor dem Tor der Anstalt warteten schon vier hochqualifizierte Pfleger auf uns, um unseren neuen Patienten in Empfang zu nehmen und dann in sichere Verwahrung zu bringen.

Der Patient mit dem Namen Paul Stroke wurde von Kopf bis Fuß kontrolliert, dann nahm Schwester Elisabeth die persönlichen Daten des neuen Patienten auf, bis er dann später in den Trakt C für die besonderen Fälle gebracht wurde. Um in den Trakt C zu gelangen, musste man die Trakte A und B passieren. In Trakt A waren die Kurzzeitpatienten untergebracht, sie litten an Burn-Out, Schlafstörungen oder Vergleichbarem. In Trakt B wurden die Patienten untergebracht, die mit Ihren Problemen nicht mehr klar gekommen sind, die z.b. unter starken Depressionen oder Sozialphobie litten. Ihnen wurde geholfen, wieder den rechten Weg aus dem Teufelskreis zu finden und einzuschlagen. Was für viele zwar schwierig war, aber durch Prof. McGregors lehrreiche Methoden wurde den Patienten gut geholfen. Insgesamt beherbergte die „Sheppard Pratt“Anstalt fünfzig Patienten.

1970 wurde das „Sheppard Pratt“ von den Gebrüdern Stark erbaut. Der Mayor Lancaster und Prof. Dr. Mc Gregor eröffneten nach 3-jähriger Bauzeit die Pforten von „Sheppard Pratt“. Schon zum 1. Mai 1973 begrüßte die Anstalt, fünf verlorene Seelen. Der Anstalt wurde Leben eingehaucht.