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EJ

© January 2016 EJ

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Foto: EJ, StreetArt im Viertel in Bremen

Buchrezension: Petitcollin, Christel (2017): Ich denke zu viel. Wie wir das Chaos im Kopf bändigen können. München: Arkana.

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Bei der französischen Autorin Christel Petitcollin handelt es sich um eine Psychotherapeutin, Kommunikationstrainierin und Coach für zwischenmenschliche Beziehungen. Ausgebildet ist Petitcollin in NLP, Transaktionsanalyse und Hypnotherapie nach Erickson. Sie ist Autorin mehrerer international erfolgreicher Bücher.

Das Buch ist strukturiert in drei große Hauptteile: Teil I befasst sich mit dem Thema „Eine hoch entwickelte mentale Organisation“ (21-105). Zunächst geht es um hochsensible Sensoren (21-36), dann um Hochsensibilität und die mystische Erfahrung (37-58) und schließlich endet der erste Teil mit einem Kapitel zur Unterscheidung zwischen dem dominanten Denken mittels der rechten bzw. der linken Gehirnhälfte (59-106). Teil II mit dem Titel „Eine durch und durch ungewöhnliche Persönlichkeit“ beinhaltet drei Kapitel. Zum einen wird die „identitäre Leerstelle“ (107-130), dann das Thema Idealismus (131-140) und schließlich „das komplizierte Beziehungsgeflecht“ behandelt (141-184). Der letzte Teil III „Wie Sie mit Ihrer Hocheffizienz gut leben können“ (185-246) beinhaltet einmal ein Kapitel über den „Schock der Selbsterkenntnis“ (185-195). Dann geht es um das Thema Gedanken ordnen (196-212) und wie man seine Integrität zurückerobern könne (213-222). Dann setzt sich Petitcollin mit der Optimierung der Gehirnfunktionen auseinander (223-233) und schließt den letzten Hauptteil mit einem Kapitel über „Wie Sie als mental Hocheffizienter in der Gesellschaft leben“ (234-246) ab. Der Schlussteil behandelt die Frage „warum?“ (247-252).

Gleich in der Einführung wird ein interessanter Zusammenhang zwischen der Hochsensibilität, einer hohen Wahrnehmungs- und Auffassungsgabe und scharfsinnigen Kritikfähigkeit, dem „mäanderen Denken“ (ein Bedürfnis nach tiefsinnigen Gesprächen sowie weitsichtigen und komplexen Gedanken), der Ruhelosigkeit, Depression, der ständigen Selbstzweifel, dem Gefühl des Andersseins und Unverstandenseins, einem ausgesprochenen Idealismus, dem Bedürfnis nach Präzision sowie einer ausgeprägten Emotionalität hergestellt (7-17). An einem Anschauungsbeispiel wird deutlich, dass sich Mental Hocheffiziente viele Detail- und Weitblick-Fragen stellen schon bei der kleinsten Alltagsbeobachtung (23-25), die sich Durchschnittsmenschen in der Regel so nicht machen würden. Nicht nur dass sie diese Details wahrnehmen, sie verfügen auch über ein unglaubliches Gedächtnis, in dem jede belanglose Einzelheit gespeichert werde (27), die andere längst vergessen hätten. Neben der üblichen Beschreibung der hochsensiblen Sinneswahrnehmung bzw. Reizüberflutung ist es festzuhalten, dass Petitcollin sie für ausgesprochene Genussmenschen hält, die eine warmherzige Umgebung benötigen, weil sie dadurch in ihrem vollen Potenzial ihres Facettenreichtums erst aufblühen könnten (29-30). Gleichzeitig verdrängen mental hocheffiziente Personen jedoch die Existenz stumpfsinniger und gefühlsarmer Menschen, da sie selbst trotz ihre hohen Kritik- und Wahrnehmungsvermögens ungerne Menschen (vor-)verurteilen und lieber mit großherzigen Wohlwollen anderen Menschen begegnen (30). Durch die Sensibilität erscheinen Hocheffiziente verletzlicher als andere (37). Die Emotionalität zeigt sich in Stimmungsschwankungen zwischen Begeisterungsfähigkeit und Traurigkeit (38 f.), weswegen auch einige Hochsensible sich mit der „Borderlinepersönlichkeitsstörung“ schnell meinen identifizieren zu können (39), was aber oft dann nicht wirklich zutreffe, vermutlich weil der narzißtische, selbstdestruktive und risikohafte Anteil dann doch nicht entsprechend ausgeprägt ist. Sie werden von Petitcollin als kreative, warmherzige, humorvolle, anspruchsvolle, altruistische, authentische und hilfsbereite Menschen mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn charakterisiert (40). Leider kämpfen diese jedoch auch mit einem ausgeprägten Scham- und Schuldgefühl, da ihr Sosein oft nicht genügend Wertschätzung und Bestätigung von der wenig wohlwollenden Umwelt erfahre (40). Spannend ist auch die Erkenntnis dass Hochsensible/Hocheffiziente für ein optimales Lern- und Leistungsergebnis eine wohlwollende Umgebung benötigen, da sie gerade mittels Emotionen lernen und ihnen das Lernen leichter fällt, wenn ihnen z.B. die Lehrperson sympathisch, wohlwollend und motivierend erscheine (43). Neben der Hyperemotionalität so besteht bei Hocheffiziente neben ihren guten rationalen Fähigkeiten auch eine Hyper-Empathie, sie nehmen die Gefühle ihrer Umgebung sehr genau auf und versuchen stets verständnisvoll zu sein (48). Da sie selbstlos sind können sie unbegründete Böswilligkeit schlecht nachvollziehen, so dass sie sich besonders in Acht nehmen müssen ausgenutzt oder betrogen zu werden (48). Vertrauensbrüche können zu einem gesteigerten Misstrauen, Isolation, Verbitterung bis hin zu einem paranoiden Verfolgungswahn führen (48). Hauptargumentation der Autorin ist, dass hocheffiziente Personen „anders verkabelt“ seien, also ein anderes Denken aufweisen, da ihre rechte Gehirnhälfte im Unterschied zu Durchschnittsmenschen dominant sei (59-104). Die linke Gehirnhälfte würde Schritt-für-Schritt, linear, chronologisch, methodisch nach dem Ursache/Wirkungsprinzip, konzentriert, präzise, ausdauernd, abstrakt, analytisch, logische und sprachlich (lesen, schreiben, studieren) arbeiten. Die rechte Gehirnhälfte dagegen sei zuständig für die sinnliche Wahrnehmung, Intuition, Instinkthandlungen, umfassend-ganzheitliche Wahrnehmungen, emotional, empathisch, großzügig, mit Bildern, Metaphern, Symbolen, Humor, Mehrdeutigkeit, Verwirklichung von Träumen/Projekten, Wortspiele und kreativen Schaffen wie z.B. Malen, Zeichnen, Collagen, Töpfern, Tanzen, Musizieren (61 f.; 64). Nur 15-30 Prozent der Menschen hätten eine dominante rechte Gehirnhälfte (62), daher ist die Gesellschaft auch eher auf Menschen mit dominanter linker Gehirnhälfte zugeschnitten. Diejenigen die insbesondere mit der linken Gehirnhälfte denken nennt Petitcollin schließlich im weiteren Verlauf auch „Norm-Denker“ (66).

Hocheffiziente seien oft Tagträumer_innen und erleben „mentale Orgasmen“ wenn ihre Begeisterungsfähigkeit übersprudele (71). Nachteil sei, dass sie sich oft in Nebenflüsse der Informationen/Gedankenflut/Selbstzweifel sowie fremder/eigene Seelenzustände verlieren würden (71, 74). Sie seien sich zudem eher über die Zerbrechlichkeit der Welt bewusst (78). Petitcollin warnt hocheffiziente Menschen vor Narzisst_innen, die gerne manipulieren, lügen, betrügen, sich widersprechen und andere in Unruhe versetzen (82). Auch im späteren Verlauf beschreibt sie dass es eine besondere Anziehung zwischen mental hocheffiziente Personen und Narzißt_innen gibt, aber die Hocheffizienten sollten lieber gesunde Beziehungen zu Norm-Denker_innen oder anderen Hocheffizienten eingehen, da sie sonst in Gefahr stehen durch Narzisst_innen in den Wahnsinn getrieben zu werden (82, 43-181,242-245).

Petitcollin schreibt dass Hocheffiziente nur wenig Schlaf benötigen um Energie zu bekommen, dieses könne aber zu Stimmungs- und Appetitstörungen führen, was mit dem niedrigen Serotoninspiegel zusammenhänge, der auch eine gesteigerte Lust auf zuckerhaltige Ernährung zur Folge haben könne (87). Petitcollin rät Mental Hocheffizienten zu viel Sport, spannenden Projekten und gute Entspannung. Zusammengefasst zeichnet sich Hocheffizienz/Hochsensibilität laut Petitcollin durch eine eine intensiv-sinnliche Wahrnehmung/Reizüberflutung, mentale Überflutung, Strukturlosigkeit, Wort- und Gedankenflut, Hyperemotionalität, einem ewig hungrigem Gehirn, Hyperaktivität und ggf. einem Asperger-Syndrom (Autismus) aus (91 f.).

Hocheffizienten wird ein geringes Selbstwertgefühl zugesprochen, welche zur Nabelschau führen kann, da sie sich selbst schnell zum Problem machen und infragestellen. Aus Angst vor Fehlern könne ein gesteigertes Kontrollbedürfnis entstehen, was zu einer permanenten Anspannung im Sozialkontakt führen könne, was sehr erschöpfen könne. Dieses kann zur Einsamkeit, Unfähigkeit Hilfe zu beanspruchen, Angst, Müdigkeit, Aggression und Herabsetzung anderer führen (110). Petitcollin führt ein mangelndes Selbstwertgefühl auf mangelnde Wertschätzung durch die Umwelt als auch mangelnde Erfolgserlebnisse zurück (111). Hocheffiziente erleben seit der Kindheit Zurückweisung / Demütigung und das Gefühl nicht der Norm zu entsprechen bzw. Anders zu sein (114). Daher können sie später Verlust- und Zurückweisungsängste, Anpassungsstrategien, Gleichgültigkeit, Provokation, Arroganz und ein „falsches Selbst“ entwickeln, dass sich nicht traut eigene ehrliche Bedürfnisse, Wahrnehmungen und Identität zu äußern/zu zeigen (115, 119, 122). Für das falsche perfektionistische Selbst könne die Person dann Anerkennung, Liebe und Bewunderung erhalten, während sich das wahre Selbst ungeliebt fühle (125-126). Dieses falsche Selbst könne bis zu einem Stockholm-Syndrom, bei dem sich das Opfer mit Täter-Identität überidentifiziere und sich damit selbst schade, führen (128).

Hocheffiziente haben nach Petitcollin ideale ethische Wertvorstellungen hinsichtlich Gerechtigkeit, Offenheit, Loyalität, Ehrlichkeit, Freundschaft und Liebe wofür sie sich leidenschaftlich einsetzen (131), weshalb sie für manche als Moralapostel mit Schwarz/Weiß-Denken wahrgenommen werden. Oft haben sie Probleme mit Autoritätspersonen, da Ihnen Neid, Schmeicheleien und Machtspiele zuwider seien (138) und sie eher Gradlinigkeit, Mut, wohlwollende Kommunikation auf Augenhöhe und Kompetenz bewundern.

Normdenker_innen beschäftigen sich ungern mit der eigenen Psyche, eigentlich nur wenn es ihnen wirklich sehr schlecht geht, warum diese tiefere Gespräche nur in Krisenzeiten suchen, während der_die Hocheffiziente sie essenziell brauche und daher schnell enttäuscht reagiere wenn sich der Norm-Denker wieder zurückzieht sobald es ihm gut geht. Norm-Denker_innen beschreibt Petitcollin als Menschen, die eher oberflächliche Kontakte bevorzugen und in der Gruppe aufblühen. Diese Menschen haben nicht ständig das Bedürfnis nach tiefergehenden Gesprächen oder Gedanken zur Verbesserung der Welt (163). Norm-Denker_innen seien eher egoistisch orientiert und kommentieren gerne Verhaltensweisen anderer insbesondere wenn sie nicht der Norm entsprechen (164), was dem Hocheffizienten zuwider ist. Der_die Normdenker_in sehe eher das Trennende zwischen Menschen, während der_die Hocheffiziente das Verbindende wahrnehme (165). Vom Wertesystem erscheint der_die Norm-Denker_in eher gemäßigte Positionen zu vertreten, da er sich nicht schnell empören kann über Ungerechtigkeiten. Sie geben schneller anderen die Schuld anstatt sich selbst und ihre Verhalten zu reflektieren, zu optimieren oder zu kritisieren, da sie sich für gut integriert halten. Daher werfe sie Ungerechtigkeit oder eigenes Fehlverhalten nicht so schnell aus der Bahn wie den hocheffizienten Personen da sie dann einfach lügen oder sich aus dem Thema herausziehen während hocheffiziente Menschen oft versuchen es wieder gut zu machen (169). Der_die Normdenker_in wie der_die Narzißt_in werten die Hochsensibilität ab da von ihnen einiges einfach als Einbildung oder Überempfindlichkeit abgewunken werde, weil sie selbst einfach anders ticken. Ratschläge von Normdenker_innen seien z.B. „Denk einfach nicht mehr daran!“ wenn sich ein Hocheffizienter in Gedanken verliere. Aber so einfach wie es für den_die Normdenker_in sei sei es eben für den mental Hocheffizienten eben nicht, darum sei es besser die Unterschiede der verschiedenen Denktypen anzuerkennen statt sie jeweils abzuwerten (172). Aus Normdenker_innensicht lieben Hocheffiziente zu intensiv, dabei legt die hocheffiziente Person vor allem Wert auf Achtung und Wärme in der Liebe (174). Die emotionalen Bedürfnisse in der Liebe kommen Norm-Denker_innen übertrieben vor. Dabei betont Petitcollin einen Zusammenhang zwischen Hochbegabung und Emotionalität: Oft seien Hochbegabte seit Kindesalter recht anhänglich, was Normdenker_innen oft als „emotionale Leere“ fehlinterpretieren würden. Hocheffiziente sprudeln voller Liebe, so Petitcollin, und haben ein stärkeres Bedürfnis diese zu teilen (177). Hocheffiziente strahlen auch eine ständige Freundlichkeit aus, welche Normdenker_innen nicht verstehen können, was sich darin zeige, dass sie den Hocheffizienten schnell zu unrecht manipulative Absichten unterstellen würden, da Normdenker_innen in der Regel nur freundlich seien wenn sie eine Gegenleistung erwarten können.

Petitcollin rät mental hocheffizienten Menschen dass sie ihr Bedürfnis nach Liebe lieber auf sich selbst richten um sich auf eigene Ziele und Wünsche zu fokussieren (179). Sofern Hocheffiziente genügend Selbsterkenntnis über ihre Art zu denken und zu fühlen haben, so können sie besser nach ihren Bedürfnissen leben und sich selbst akzeptieren wie sie seien. Petitcollin rät hocheffizienten Personen zur Ordnung der Gedanken z.B. durch Mindmaps oder Sortieren nach den fünf logischen Ebenen nach dem NLP-Verfahren (Umfeld, Verhalten, Fähigkeiten, Werte und Glaubenssätze und Identität) (197-207). Im Unterschied zu Hocheffizienten würden Normdenker_innen ihr Verhalten oftmals nicht in einen kausalen Zusammenhang mit ihren Wertvorstellungen bringen. Hocheffiziente sehen dagegen in einem Detail bereits ein Symbol was etwas über ein System aussage (211). Als Lösungsansatz für die Rückgewinnung der Integrität schlägt Petitcollin vor zu einer 1. Abkehr vom Perfektionismus, 2. einer Selbstwürdigung eigener Leistungen, 3. Selbstaufwertung des eigenen Selbstbildes, 4. Bedingungslose Selbstliebe zu pflegen (was u.a. bedeutet sich von inakzeptablen Beziehungen oder Arbeitsbedingungen zu lösen), 5. das innere Kind zu trösten durch Aufmerksamkeit, Anerkennung und Ermutigung, 6. den_die innere_n Saboteur_in und Haustyrann_in zu feuern, der_die stets alles abwertet und negativ sieht, 7. sich selbst das Ja-Wort geben und sich selbst verwöhnen. Selbstachtung bedeutet 1. Selbstannahme und mit sich selbst im Reinen zu sein, 2. die Gewissheit Probleme mit eigenen Ressourcen lösen zu können, 3. sich durch Angst und Stress nicht lähmen zu lassen sondern aktiv zu bleiben und 4. die Ansicht Berge zwar nicht versetzen aber überwinden zu können (114-221). Zudem könne die Gehirnfunktion optimiert werden indem Hocheffiziente verschiedene Punkte beachten: 1. Ihre Überfunktion zu akzeptieren, d.h. dass sie mit mehr Energie und Intensität ihren Alltag füllen als Norm-Denker_innen, 2. beim Lernen das Simple akzeptieren, wo es keine Komplexität zu finden gibt und Ausdauer zu entwickeln, wenn etwas undurchschaubar oder langweilig erscheint (226), 3. Sport zu treiben, 4. Kreativ zu sein und Träume zu entwickeln, 5. dem Hunger nach Schönheit, der Kunst und Kultur nachgehen, 5. Emotionen, der Liebe und Zärtlichkeit/Kuschelbedürfnis nachzugehen (223-233). Des Weiteren rät Petitcollin dazu, Enttäuschungen aufgrund eigener Anpassungsstrategien zu reflektieren und jene Strategien zu unterlassen um zum „wahren Selbst“ zu gelangen. Hierfür müsse 1. Einsamkeit gezähmt werden, was bedeutet dass sich Personen sich vor falscher Gesellschaft hüten sollten nur um nicht alleine zu sein. Aber dass mental hocheffiziente Personen auch akzeptieren dass sie menschliche Nähe essentiell brauchen. 2. Kritik nicht persönlich nehmen, zu hinterfragen was die Kritik eigentlich über den_die Kritiker_in aussagt und genau überlegen welche Kritik man wirklich annehmen mag. Zu akzeptieren, dass Normdenker_innen und Narznßt_innen hochsensible Denkweisen nie verstehen werden. 3. die Wunde der Zurückweisung heilen lassen, d.h. Zurückweisung in Erfolg umwandeln, was u.a. bedeutet auch mal Gesprächen aus dem Weg zu gehen, die man nicht führen will und sich dann lieber produktiven Dingen zuzuwenden wie z.B. Alltagspflichten zu erledigen. Zudem sollte der Freund_innenkreis weder nur aus zu intensiven noch aus zu oberflächlichen Kontakten bestehen, 4. Vorsichtig mit dem eigenen guten Willen umgehen. Problematisch wird es wenn das Verlangen nach Liebe größer sei als das nach respektvoller Behandlung, darum sei die Achtung das Grundlegenste vor der Zuneigung (234-241).

In ihrer Schlussfolgerung macht Petitcollin interessante Erkenntnisse bezüglich Hochbegabung, des Gefühls von Unverständnis/Unsicherheit und der Entwicklung von Resilienz bei Hochbegabten:

Die Unsicherheit und die schlechte Behandlung, die sie häufig erfahren, zwingen mental hocheffiziente Menschen zu einer übermäßigen Wachsamkeit. (…) Wenn die Eltern brave Norm-Denker sind, misshandeln sie ihre Kinder meist nicht. Nichtsdestotrotz haben sie Schwierigkeiten mit ihren kleinen Hochbegabten. Was die Hochsensibilität solcher Kinder angeht, kann der Mangel an Verständnis für ihre Eigenart und die Vorwürfe, die man ihnen deshalb macht, durchaus ein Ausmaß erreichen, das die Bezeichnung „seelische Gewalt“ rechtfertigt. In diesem Fall ist Hochbegabung der Grund für die seelische Behandlung und nicht das Resultat. (…) Hochbegabte Kinder sind manchmal stark verunsichert, weil sie einen klareren Blick haben, mehr verstehen und in gewisser Weise „erwachsener“ sind als ihre eigenen Eltern. Da sie instinktiv spüren, dass sie ihre Eltern überflügeln und auf deren Verständnis nicht zählen können, müssen sie eine überdurchschnittliche Resilienz entwickeln

(Petitcollin 2017, 249)

Bei dem Titel des Buches hatte ich zunächst die Leser_inerwartung vielleicht ein psychotherapeutisches Buch zum Thema Grübelzwang/Depression in den Händen zu halten. Ich war dann doch sehr überrascht, dass es sich eigentlich mehr oder weniger um ein Buch über das Thema Hochsensibilität/Hochsensitivität handelt, nur dass das Thema diesmal nicht im Titel vorkommt. Da ich bereits ein gutes Buch über das Thema Hochsensibilität gelesen habe, so kam mir einiges der Themen und Thesen bereits sehr vertraut vor. Zugegeben war ich auf den ersten Blick leicht enttäuscht, weil ich dachte es wäre ja ein toller Marketingtrick das bereits sehr abgefrühstückte Thema der Hochsensibilität nun nochmal neu zu verkaufen unter dem Thema des Gedankenüberschusses bzw. dass nun die Autorin nun von „mental Hocheffizienten“ statt „Hochsensiblen“ spricht. Und dann war noch von “ dominanter rechter oder linker Gehirnhälfte“ die Rede und ich war ziemlich skeptisch beim ersten Lesedurchgang. Dann aber öffnete ich mich und gab der Autorin eine Chance. Trotz mancher widersprüchlichen Aspekte im Buch, die ich im folgenden ansprechen werde, so muss ich sagen dass das Buch mich sehr inspiriert hat und mir nochmal ganz andere Zusammenhänge bereits bekannter Themen aufgezeigt hat, die mir so nicht bewusst waren. Darum ist es keinesfalls nur ein Abklatsch, wie ich zuerst vermutet hatte. Auch hat mich das Buch zum folgenden kritischen Weiterdenken sehr angeregt, was ja nur für dieses Buch spricht:

1. Die Sache mit den Gehirnhälften: Als Geisteswissenschaftler_in finde ich die Einteilung in rechte/linke Gehirnhälfte im Denken von Petitcollin immer noch nicht ganz schlüssig und auch zu stereotyp, binär und starr. Ich habe mich mit neurowissenschaftlichen Erkenntnissen nicht besonders auseinandergesetzt, aber mir erscheint wichtig Menschen nicht auf eine der Gehirnhälften festzulegen und auch anzunehmen, dass Menschen facettenreiche Wesen sind die im Laufe des Lebens einen dynamischen Prozess durchlaufen. D.h. Petitcollins Argumentation ist mir zu starr, zu wenig dynamisch. Selbst wenn man mit den Gehirnhälften argumentiert, dann kann man auch in hoffnungsvolle Aussicht stellen, dass die Dinge nicht einfach gegeben sind, sondern dass jemand mit linker Dominanz auch in anderen Lebensphasen z.B. durch Lernprozesse überaus rechts Dominanz werden kann und umgekehrt. Da wir Menschen zudem eben beide Gehirnhälften zur Verfügung habe, gehe ich auch einfach davon aus, dass es auch Menschen gibt die beide Gehirnhälften im gleichen Maße im stande sind zu nutzen. Aber wo kommen diese Menschen in Petitcollins Argumentation vor? Die multitalentierten Menschen die sowohl sprachlich-analytisch-pragmatisch als auch kreativ-künstlerisch begabt sind? Und können nicht auch Menschen mit einer linken Dominanz besonders hochbegabt sein nur auf ein andere Art und Weise z.B. in der Mathematik? Aber warum sind gerade Mathematiker_innen nicht selten auch musisch begabt?

2. Welche psychologische Ursache diese besondere Anziehung von hocheffektiven und narzißtischen Persönlichkeitsstile hat erläutert Petitcollin leider nicht, obwohl diese recht offensichtlich ist wie die Webseite zu „Töchtern von narzißtischen Müttern“ sehr gut veranschaulicht: Oft haben Hochsensible Kinder mindestens einen narzißtischen Elternteil. Daher verabscheuen und verdrängen sie gerne die narzißtischen Anteile in sich selbst, aber auch bei anderen. Fühlen sich aber gleichzeitig wie magisch davon angezogen. Meine eigene Theorie ist dass Hochsensible als auch Narzißt_innen beide Anteile in sich tragen: Während die Hochsensiblen den narzißtischen Anteil unterdrücken und daher depressionsanfällig werden, so unterdrücken Narzißt_innen ihren hochsensiblen Anteil und werden daher eher egozentrisch und hochsensiblen-feindlich. Die Anziehung/Abstoßung kann daher kommen, dass die verdrängten Anteile des Geben/Nehmens miteinander in Einklang kommen mögen. Hier ist auch interessant dass bei Petitcollin mit keiner Silbe das Thema Coabhängigkeit eingebracht wurde. Sind Hocheffiziente tendenziell coabhängig?

3. Die Einordnung von Asperger-Menschen als mental hocheffiziente Menschen hat mich überrascht, weil einerseits argumentiert wird, dass Hocheffiziente im besonderen Maße die Mimik des Gegenübers lesen können, während das bei Menschen mit Aspergersyndrom meines Wissens gerade nicht der Fall ist?! Petitcollin scheint Aspergersyndom eher als Fehlinterpretation der Umwelt zu sehen, während sie die Zurückgezogenheit in eine innere Welt lediglich als „Entmutigung im Umgang mit der Welt“ deutet (96). Ich kenne mich zu wenig mit Asperger/Autismus aus, aber vermute, dass sie Asperger als ne Art gesteigerte Depression bzw. schizoiden Isolationswunsch wahrnimmt und ich weiss nicht ob man mit dieser Argumentation wirklich dem Asperger Syndrom/Autismus gerecht wird? Vielleicht habe ich hier auch selbst ein stereotypes Bild vom Asperger Syndrom, da ich bisher davon ausgegangen bin dass gerade die Fixierung auf logisches bzw. ritualisiertes Denken/Handeln auch ein Merkmal des Syndrom zu sein scheint, was aber dann wiederum im Widerspruch steht zu ihrer Argumentation mit der rechten/linken Gehirnhälfte. Wobei natürlich dieses nicht die emotionalen Ausbrüche von Menschen mit Asperger erklärt, die für die Umwelt oft als unangemessen eingestuft werden. Ich wäre aber eher auf die Idee gekommen dieses mit zwangsneurotischen Verhaltensweisen/Ausbrüchen zu vergleichen als mit hochsensiblen Verhaltensweisen. Aber ich bin hier auch bereit mich nochmal näher mit dem Asperger Syndrom/Autismus-Thema auseinanderzusetzen, um diese Verknüpfung nochmal zu prüfen.

Alles in allem möchte ich meinen Blogleser_innen sehr gerne dieses Buch empfehlen, da es wirklich sehr interessante wertschätzende Zusammenhänge herstellt und eine wesentlich umfassende Sichtweise darstellt als wenn es „nur“ ein Buch über depressiven Grübelzwang (meine Leser_inerwartung) gewesen wäre. Daher ist gerade beim zweiten Lesen des Buches meine anfängliche Enttäuschung in eine gewisse Begeisterung umgeschlagen. Denn anstatt Hochsensible/Depressive als psychisch krank zu stigmatisieren, gelingt es dem Buch die Ursache von Depression und geringem Selbstwertgefühl bei hochbegabten hochsensitive Menschen auszumachen: Nichtanerkennung und Kleinmachen ihrer feinen Wahrnehmung, ihrer Neugierde, ihres heiteren Gemüts und Großherzigkeit, ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten, das bis zum Mobbing führen kann. Petitcollins Lösungsvorschläge erscheinen mir hilfreich und praktikabel um als mental hocheffiziente Person in der Normalisierungsgesellschaft (siehe Foucault, Link) nicht nur zu überleben, sondern gut nach eigenen kreativen Bedürfnissen zu leben.

Buchrezension: Schulz von Thun, Friedemann (2018): Miteinander reden. Band 1: Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Reinbek: Rowohlt.

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Der Autor war bis 2009 Professor am Fachbereich Psychologie der Universität Hamburg mit dem Schwerpunkt Beratung und Training. Bei dem mehrbändigen Büchern der Reihe „Miteinander reden“ handelt es sich um Standardwerke im pädagogischen, psychologischen und sonstigen beruflichen Bereiche, in denen Kommunikationsweisen und soziale Kompetenzen eine zentrale Rolle spielen. 

Das Werk ist abgesehen von der Einleitung und dem Nachwort für Psychologen aufgeteilt in zwei Hauptteile: (Teil A) Grundlagen (25-106) und (Teil B) Ausgewählte Probleme der zwischenmenschlichen Kommunikation (107-296). Im Teil A wird im ersten Kapiel „Die Anatomie einer Nachricht“ behandelt (27-47). Hierbei werden fünf Aspekte der Kommunikation in Unterkapiteln näher erläutert: Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell. Schließlich wird die Nachricht als Gegenstand der Kommunikationsdiagnose betrachtet. Im zweiten Kapitel „Mit vier Ohren empfangen“ geht von Thun auf die Empfänger-Perspektive näher ein (48-75). Hierbei wird u.a. unterschieden zwischen dem Sach-Ohr, dem Beziehungsohr, dem Selbstoffenbarungs-Ohr und dem Appell-Ohr. Schließlich wird auf Empfangsfehler und ihre Ursachen eingegangen. Das dritte Kapitel geht auf „die Begegnung mit dem Empfangsresultat“ ein, worunter psychochemische Reaktionen, Empfangsvorgänge, Realitätsprüfung von Phantasien und die Verantwortung des Empfängers für seine Reaktion erfasst werden (76-90). Das vierte Kapitel nimmt die Interaktion zwischen Sender und Empfänger in den Blick (91-100). Mit dem fünften Kapitel zur Metakommunikation wird der Teil A des Buches schließlich abgeschlossen (101-106). Teil B (Ausgewählte Probleme der zwischenmenschlichen Kommunikation) ist untergliedert in vier weitere Kapitel. Im ersten Kapitel geht es um die Selbstoffenbarungsseite der Nachricht hinsichtlich der Aspekte Selbstoffenbarungsangst, Selbstdarstellyng und Selbstverbergung, Auswirkungen der Selbstdarstellungstechniken und Authentizität (109-146). Im zweiten Kapitel wird der Sachlichkeits- und Verständlichkeitsaspekt einer Bachricht behandelt (147-179). Im dritten Kapitel wird der Beziehungsaspekt (180-241) und im vierten Kapitel der Appellaspekt (142-296) einer Nachricht schließlich ausführlich thematisiert. Das Buch schließt ab mit einem umfangreichem Nachwort für Psychologen (297-310).

Das Buch richtet sich in erster Linie an Psycholog_innen. Es vermittelt „Werkzeuge zur Förderung von innerer und äußerer Klarheit und ist eine Einführung in die Kunst der Metakommunikation“ (20). Das Standardwerk bietet ein sehr gutes Beispiel für verständlich geschriebene wissenschaftliche Literatur. Da der Autor zum Thema Verständlichkeit geforscht hat, so zeigt er durch seinen Schreibstil dass er diese auch erfolgreich umgesetzt hat. Menschen werden Schritt für Schritt eingeführt in die Psychologie der Kommunikation und seiner Störungen, Missverständnisse und Konflikte. Bemerkenswert ist, dass der Autor hierbei auch seinen eigenen Lernfortschritt mit berücksichtigt, so dass der Autor sich menschlich zeigt und nicht als abgehobener Wissenschaftler, der über allen Dingen schwebt und der ungebildeten Leserschaft die Welt erklärt, präsentiert.

Der Autor plädiert für die inzwischen etablierte Annahme, dass Störungen in der Kommunikation nicht übergangen werden sollten oder Konflikte rationalisiert werden sollten in dem sie den emotionalen Aspekt einer Nachricht vollständig ausblenden zum Zwecke des richtigen Verpackens einer Nachricht. Emotionen wie z.B. Wut haben ihre Berechtigung im Ausdruck einer Botschaft. Wer nur auf inhaltlicher Ebene kommuniziert und seine Emotionen dabei bewusst unterdrücke, der ignoriere einen großen Anteil nonverbaler und emotionaler Kommunikations- und Ausdrucksarten. Dahinter steht u.a. das Interesse an einer angemessenen und authentischen Konflikt/Streitkultur. Schulz von Thun befürwortet, dass man die seelischen Realitäten einer Kommunikation nicht unterdrücken sollte um Konflikte zu vermeiden, sondern insgesamt wahr- und ernstnimmt. Wenn seelische Realitäten im Unbewussten verdrängt werden brodeln sie oft weiter und verstärken eher einen Konflikt, als wenn sie in die Kommunikation eingebracht werden (18). Grundlegend unterscheidet Schulz von Thun zwischen vier Aspekten der Kommunikation: 1. Dem Sachinhalt (wie kann man Inhalte verständlich machen?), 2. den Beziehungsaspekt (wie behandelt man Mitmenschen durch die Art der Kommunikation?), den Selbstoffenbarungsaspekt (was sagt der_die Sprecher_in über sich selbst und seine Persönlichkeit aus?) und den Appellaspekt (was möchte man mit der Kommunikation bewirken?) (14). Dabei unterscheidet er zwischen kongruenten und nicht-kongruenten Nachrichten, also Botschaften wo die verbale und non-verbale Ebene übereinstimme bzw. im Widerspruch stehe (39). Am Ende des Kapitels formuliert der Autor auch praktische Übungsaufgaben, so dass das Gelesene spielerisch eingeübt werden kann (z.B. 47). Auf der Empfangsseite unterscheidet er zwischen etwas wahrnehmen (was sehe/höre ich?) , etwas interpretieren (welche Bedeutung hat das?) und etwas fühlen (wie reagiere ich gefühlsmäßig auf das Wahrgenommene und Interpretierte?) (80). In der Regel würden aber diese Ebenen nicht auseinandergehalten, sondern würden in ein „Kuddelmuddel“ (81) verschmelzen, welche zu vorschnellen Vorannahmen, Vorwürfen oder Fantasien über den anderen führen können. Wer über die Fantasien die man über den anderen hat nicht spreche breche unbewusst den Kontakt ab und bleibe im Käfig von Fantasien bzw. selbsterfüllenden Prophezeiungen über andere Menschen gefangen anstatt diese an der Realität zu überprüfen (84 f.). Wenn die Fantasien offen angesprochen werden können diese als „Kontaktbrücke“ genutzt werden. Unausgedrückte Gefühle belasten die Kommunikation mit „dicker Luft“, greifen aber auch die Seele und den Körper an (86). Ausgedrückte Gefühle ermöglichen dagegen eine Veränderung der emotionalen Realität, so Schulz von Thun: 

Erst wer seinen Hass, Ärger, seine Abneigung ausgedrückt hat, kann auch wieder Liebe fühlen. Der Behälter der Liebe ist oft mit dem Korken der unausgedrückten negativen Gefühle  verschlossen – der Korken muss heraus , dann kann wieder etwas fließen, kommt wieder etwas in Fluss. (Schulz von Thun 2018, 87)

Der Autor befürwortet die Formulierung von Ich-Botschaften, bei denen man etwas über sein Innenleben preisgibt und somit Verantwortung über seine eigenen Gefühle übernimmt statt im Schuld haben/Recht haben-Modus den Sender als Täter und den Empfänger als Opfer zu sehen (88). Aus kommunikationspsychologisch-interaktionistischer Sicht wird die alte Täter/Opfer Rolle entmoralisiert und endindividualisiert in dem man von einem Spieler und anderen Spieler spricht, was den Blick stärker auf die schwierige Beziehung statt schwierige Menschen lenkt. Als Beispiel nennt er z.B. den Vorwurf dass jemand ein Dauerredner ist, was zur Frage umformuliert werden kann warum man selbst eigentlich nicht wagt die Person zu unterbrechen (93). Bei einem systemtheoretischen Blick auf Kommunikation spricht man nicht mehr von Anfang/Ende und Schuld/Unschuld, denn die Kommunikation wird kreisförmig wahrgenommen. Demnach reagiere jeder auf den anderen (96 f.). Dabei können sich sogar Störungen der Kommunikation als „Mittel zur Aufrechterhaltung der Beziehungen“  (97) erweisen. Im Folgenden geht der Autor relativ ausführlich auf das Thema „Selbstoffenbarungsangst“ ein (112-118). Hierbei werden die negative Gefahren auf die psychische Gesundheit erläutert, die sowohl von selbstdarstellerischen Imponiergehabe als auch von Fassadentechniken der Selbstverbergung ausgehen (118-130). Als kommunikationspsychologischen Weg empfiehlt Schulz von Thun schließlich Authentizität und Kongruenz (131-142). Hierbei stützt sich Schulz von Thun vor allem auf Carl Rogers These der Übereinstimmung von drei Persönlichkeitsbereichen: 1. Inneres Erleben (Gefühle, innere Erregung nachspüren), 2. Bewusstsein (über die Gefühle, innere Erregung) und Kommunikation (was wird nach außen mitgeteilt/sichtbar) (131). Die Grundvoraussetzung sei allerdings dass man sich selbst nichts vormacht und auch das Verbiegen/Leugnen der eigenen Wahrnehmung/Deutung unterlasse (133). Er unterscheidet schließlich zwischen den Menschen, die einen direkten Zugang zu ihren Gefühlen haben und denjenigen, die verlernt haben ihre Gefühle zu spüren und versuchen mit dem Verstand Gefühle herzuleiten (133-136). Dabei gehe es nicht um die Mentalität einfach jeglichen Gefühlen freien Lauf zu lassen, sondern um eine „selektive Authentizität“, die Schulz von Thun auch als Stimmigkeit mit der Gesamtsituation beschreibt (139). Kommunikation solle zudem sachlich, aber auch verständlich sein (147). Dabei gebe es einmal die Strategie Unsachlichkeit aus der Kommunikation zu verbannen und die andere Strategie gerade den Störungen Vorrang zu geben (149-153). Schulz von Thun versucht seine eigene Theorie durch Grafiken, Bildern, Übungen, Beispielen und Fragen verständlich zu machen. Er plädiert auch bezüglich der Wissenschaft für mehr Verständlichkeit. Verständlichkeit lasse sich dabei durch vier Aspekte herstellen:  1. Einfachheit statt Kompliziertheit, 2.Gliederung und Ordnung statt Unübersichtlichkeit und Zusammenhanglosigkeit, 3. Kürze und Prägnanz statt Weitscheifigkeit, 4. Zusätzliche Stimulanz statt keine zusätzliche Stimulanz (163-171). Beim Beziehungsaspekt wird vor allem die Frage, wie jemand zu dem anderen steht ins Zentrum gerückt. Auch in Arbeitsbeziehungen spiele dieses eine erhebliche Rolle, da Untersuchungen zum Betriebsklima und Führungsstil u.a. belegen dass Einsatzbereitschaft und Leistungswillen sehr stark von der zwischenmenschlichen Beziehungsebene abhängen (182). Hier wird unterschieden zwischen 1. Wertschätzung versus Geringschätzung, 2. Lenkung/Bevormundung versus Einräumen von Entscheidungsfreiheit (184). Hieraus entwickelt Schulz von Thun vier verschiedene Führungsstile in der Darstellung eines Verhaltenskreuzes: 1.Autoritärer Stil, der  sich durch Lenkung/Bevormundung und Geringschätzung sich auszeichnet, 2. Patriarchal-fürsorglicher Stil, der sich in Lenkung/Bevormundung und Wertschätzung zeigt, 3. Laissez-faire-Stil, der sich in Geringschätzung und wenig Lenkung/Bevormundung darstellt, 4. partnerschaftlich-sozialintegrativer Stil, welcher sich durch Wertschätzung und wenig Lenkung/Bevormundung kennzeichnen lässst (189). Neben der Darstellungsmethode des Kreuzes so zeigt Schulz von Thun schließlich die Methodik der  transaktionalen Analyse auf, bei der verschiedene Anteile des Eltern-Ich, Erwachsenen-Ich und Kindheits-Ich als Kreise dargestellt werden, um zu schauen  welche Anteile die jeweiligen Ich-Ebenen haben als auch um zu gucken auf welcher Ebene zwei Personen kommunizieren (199). Jede Reaktion auf die Verhaltensweise eines Gegenübers beihalte auch ein Aushandeln der Beziehungsdefinition. So könne der_die Empfänger_in bestimmen, was er_sie z.B. akzeptiert, durchgehen lässt, ignoriert oder zurückweist (206-208). Grundlegend unterscheidet Schulz von Thun drei Beziehungsarten: 1. Die symmetrische, die aus gleichberechtigten Beziehungspartner_innen besteht, 2. Die komplementäre oder asymmetrische, bei der eine Hierarchie zwischen den Beziehungspartner_innen existiert und schließlich die 3. metakomplementäre Beziehungsart, in der die eine Person die andere beauftragt die Oberhand zu übernehmen, aber bei der trotzdem eigentlich die auftraggebende Person die Oberhand habe (209-210).Implizite und explizite Etiquettierung/Stigmatisierug könne dazu führen, dass ein Zuschreibungsmerkmal erst recht im Laufe der Zeit verstärkt werde, auch wenn man damit das Gegenteil bewirken möchte (222). Sachdiskussionen können unterschwellige Beziehungsstörungen beinhalten, die auf eine Verflechtung von Sach- und Beziehungsebeme zurückführen kann. In diesem Fall empfielt Schulz von Thun zunächst eine Klärung  mit der Beziehungsebene bevor man zur Sachebene zurückkehrt (231). Die Appellseite einer Botschaft beinhaltet die Wirkungs- und  Einflussseite. (242). Hierbei unterscheidet er zwischen ausdrucks- und wirkungsorientierte Sender. Bei ersteren gehe es eher um Stimmigkeit und Wahrheit, während es bei letzteren eher um Taktik, Takt und Zielorientierung gehe (244). Zudem gebe es auch noch versteckte Appelle, die nicht gleicht so offensichtlich seien (257-261). Auf diese geheimen Appelle können Menschen aber auch appellwidrig reagieren, um das Spiel nicht mitzuspielen, sich nicht manipulieren zu lassen oder in destruktive Dynamiken verwickeln zu lassen (265). Mit appellartigen Begriffen meint er dass mit jeder Begriffsdefinition, die z.B. ein Kind  oder ein_e Zuschauer_in lernt auch eine Wertigkeit, Konnotation bzw. eine Haltung mitvermittelt wird wie z.B. Abwertung (272-273). Zudem gebe es paradoxe Appelle, bei denen etwas bewirkt werden soll was entgegengesetzt der Botschaft ist, da z.B. wenn es darum geht ein Kind zu beeinflussen,dass prinzipiell das Gegenteil von dem macht was gesagt wird. Offene Appelle können dagegen eine kranke Kommunikation heilen. Allerdings bestehen oft diverse Ängste und Hindernisse, die eine offene Kommunikation erschweren (287-290). Voraussetzung für eine offene Kommunikation sei daher dass 1. man klar mit sich selbst und seinem Willen und Wünschen ist, 2. dass man sich gegenseitig informieren möchte um der Transparenz willen, nicht um seinen Willen durchzusetzen oder sich dem Willen anderer gleich zu fügen, 3. dass man Verantwortung als Empfänger_in übernimmt und z.B.ein klares Nein wertzuschätzen weiss, selbst wenn dieser enttäuscht sein mag. Die offene Kommunikation garantiere keine Harmonie, sondern legt die latenten Konflikte offen. Aber dieses begünstige eben auch klare Lösungen und eine „‚klare Luft‘, in der sich atmen und leben lässt“ (296).

Spannend fand ich insbesondere dass die Zuspitzung von Double-Bind Kommunikationsmustern u.a. als Ursache/Auslöser für Schizophrenie gesehen werden kann (42-33):

… der sprachliche Teil der Nachricht zu sagen „Kümmer dich nicht weiter um mich!“ – der nichtsprachliche Teil dagegen wirkt wie ein Hilferuf und legt den Appell nahe „Kümmer dich um mich!“ – Angesichts derart widersprüchlicher Handlungsaufforderungen (…) ist der Empfänger in einer bösen Situation. Wie immer er reagiert, der andere kann ihm einen Strick daraus drehen. Kümmert er sich nicht, spielt der andere den Beleidigten und „straft“ auf diese Weise. Solche Verwirrspiele sind unter dem Fachbegriff „Doppelbindung“ (double bind, vgl. Watzlawick 1969) in den letzten Jahren eingehend untersucht und mit der Entstehung von schizophrenem Verhalten beim Empfänger in Zusammenhang gebracht worden. Inkongruente Nachrichten wirken vermutlich vor allem dann als Krankmacher, wenn der Empfänger vom Sender abhängig ist, der Situation nicht entfliehen kann und nicht zur Metakommunikation fähig ist; dies alles trifft vor allem auf Kinder im Elternhaus zu. Nach dieser Sichtweise stellt die Schizophrenie eine Art Notlösung dar, um mit der „verrückten“ Situation fertig zu werden.

(Schulz von Thun 2018, 42 f.)

Ich finde gerade dieses Beispiel zeigt wie wichtig das Bemühen um offene Kommunikation und Konfliktaustragung ist, damit Menschen daran nicht erkranken und unnötig in Unklarheit oder Verwirrung gelassen werden. Daher halte ich dieses Buch für uneingeschränkt empfehlenswert für alle diejenigen, die eine direkte und offene Kommunikation und gesunde Beziehungsarten anstreben. Das Werk ist sowohl differenziert und komplex als auch verständlich, anschaulich und praktisch gestaltet und in dieser einzigartigen Fähigkeit des Autors definitiv bewunderswert. Ich bin daher äußerst gespannt auf den zweiten Band, den ich natürlich auch in diesem Blog rezensieren werde sobald ich ihn ausgelesen habe.

Buchrezension: Hardy, Jayne (2019): Tu dir gut. Denn der wichtigste Mensch in deinem Leben bist du. Das Selbstfürsorge-Projekt. München: Heyne.

Die Autorin des Buches kommt aus Großbritannien und schreibt aus einer Betroffenen-Perspektive. Sie litt unter schweren Depressionen. Durch diese psychische Erkrankung wurde ihr die Bedeutung von Selbstfürsorge bewusst. Sie ist Gründerin des Unternehmens „The Blurt Foundation“, welches sich der Unterstützung depressiver Menschen verschrieben hat. Auch in den Medien taucht sie als Speakerin und Autorin von Artikeln auf. Sie hat 2018 und 2019 noch zwei weitere Selbstfürsorge Bücher veröffentlicht, die in Originalsprache erhältlich sind. Zum einen ein Tagebuch zur Selbstfürsorge und ein Buch über Grenzen setzen als zentrales Thema der Selbstfürsorge. Über den Qualifikationshintergrund und Werdegang der Autorin vor der Auseinandersetzung mit dem Thema Depression ist mir leider nichts bekannt. Sie gibt in ihrem Buch an über das Bloggen zur Autorin der Bücher gekommen zu sein (13). In ihrem Buch wird deutlich dass sie bisherige Jobs hasste und ihr Studium auch nichts für sie war, es daher nach einer Zeit der Selbst-Sabortage abbrach. Sie berichtet dann schließlich von ihrer Schwangerschaft (22) und Mutterschaft.

Das Buch ist aufgeteilt in zehn Kapitel: Nach der Einleitung (7-11) folgt die Legitimationsfrage, was die Autorin zum Schreiben des Buches berechtige (11-30). Dann klärt sie was sie eigentlich unter Selbstfürsorge versteht (31-42) und warum Selbstfürsorge wichtig sei (43-62). Darauf folgt ein Kapitel namens „Stolpersteine“, in dem sie die Hindernisse der Selbstfürsorge benennt (63-80). Dann widmet sie sich dem Thema der Selbstentdeckung (81-102) sowie dem Appell die Macht der kleinen Schritte wahrzunehmen (103-126). Schließlich geht sie näher auf Selbstfürsorge im Einzelnen ein (127-146), thematisiert die Bedeutung der Unterstützung von außen (147-164) und Motivationsaspekte (165-182). Das Buch wird abgerundet mit dem Kapitel über Selbstfürsorge in Krisenzeiten und einem persönlichen Brief an die_den Leser_in.

Die Autorin gibt intime Einblicke in das Ausmaß ihrer eigenen Selbstvernachlässigung (17-26), wie man sie selten in dieser ehrlichen und direkten Form liest. Unter Selbstfürsorge versteht Hardy vor allem die Übernahme von Selbstverantwortung über das eigene Leben sowie der eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Träume (32-33). Hardy bezieht sich u.a. auf den antiken Philosoph Sokrates, um zu argumentieren, dass Selbstfürsorge und Egoismus zweierlei Dinge seien. Es sei wichtig den gesellschaftlichen Appell stets selbstlos und selbstaufopferungsvoll zu sein zu hinterfragen. Ziel sei es ferner aus eigenem Antrieb zu handeln statt aus einem Verpflichtungsgefühl (35). Mit Bezugnahme auf Platon kommt die Autorin zur Erkenntnis, dass es wichtig sei nach eigenen Wertmaßstäben zu handeln und seine zwischenmenschlichen Beziehungen danach zu gestalten, um Respekt und Freundlichkeit zu geben und zu bekommen (37). Mangelnde Selbstfürsorge mache dagegen körperlich und psychisch krank (39). Selbstfürsorge dagegen bedeute eine Entwicklung einer innigen Beziehung mit sich selbst jenseits von destruktiven Vergleichen mit anderen. Es bedeute ferner sich seiner eigenen Verletzlichkeit bewusst zu werden sowie dem Wunsch sein Leben tatkräftig verändern zu wollen nachzugehen (46-49). Dabei spiele nicht nur Achtsamkeit, sondern auch der Mut zur situativen authentischen Artikulation der eigenen Bedürfnisse eine zentrale Rolle (50). Auf S.52-58 formuliert Hardy schließlich sieben Warnzeichen um rechtzeitig in die Selbstfürsorge aktiv gehen zu können.  Danach folgen die sieben Hindernis-Faktoren der Selbstfürsorge (67-77). In weiteren sieben Punkten legt die Autorin dar wie die Leser_innenschaft die gestörte Beziehung zu sich selbst mit  selbstsabortierende Verhaltensweisen ablegen könne (81-99). Hierbei appeliert die Autorin u.a. an Selbstakzeptanz, Selbstfreundlicheit,  Beachten der eigenen Gefühle sowie die (Wieder-)Entdeckung des eigenen Spieltriebs. Zur Bändigung eigener Ängste schlägt die Autorin schließlich vor kleine Erfolgsschritte wertzuschätzen und sich in Geduld zu üben (103-110). Hierbei formuliert sie zehn alltagstaugliche Tipps um sich selbst zu entlasten (111-122). Es folgt schließlich eine Vertiefung der Selbstfürsorge durch sechs weiterführende Ratschläge, die die Autorin für die wichtigsten des gesamten Buches hält. Hierbei geht es vor allem um Tipps zum Zeitnehmen für die Selbstsorge, der Vorbeugung von Überlastung und die Verteidigung eigener Grenzen (130-142).

Schließlich werden unterstützende Menschen typisiert, die den Selbstfürsorgeprozess fördern und dessen Unterstützung man aktiv suchen möge (150-154). Schließlich werden sechs weitere Tipps benannt um ein soziales Leben zu (re-)aktivieren und der Isolation (welche viele Depressive unbewusst bis bewusst suchen) entgegenzuwirken (155-160). Beim Thema Motivation geht es um die Bewältigung eigener Ängste, Selbstzweifel, Unsicherheiten und dass das fremdbestimmtes Verhalten in selbstbestimmtes elanvolles Handeln verwandelt wird. Daher führt Hardy sechs Gründe auf, warum Motivation schwindet, um hier entgegenwirken zu können (173-179). Im letzten Kapitel werden an sechs verschiedenen Bedarfs- und Krisensituationen (Bedarf an behaglicher Auszeit, Wenn alles auf einmal auf einen einprasselt, frischgebackene Elternschaft , Ausgelaugtsein, Ängste und Sorgen, Schlaglosigkeit) mehrere Tipps formuliert, wie man situationsspezifisch Selbstpflege betreiben kann.

Alles in allem kann ich das Buch als Abwechslung zu professionell-psychotherapeutischer Literatur sehr empfehlen gerade weil das Buch aus einer Betroffenen-Perspektive geschrieben ist. Hierbei besticht das Buch vor allem mit den alltagsnahen Berichten, praktischen Tipps und kreativen Selbsterfahrungsübungen, die man leider oft in professionell-therapeutischer Literatur vermisst. Manche Tipps mögen sicher für nicht-depressive oder nicht-erschöpfte Menschen sehr banal klingen, aber gerade im Umgang mit Krisenzeiten ist das Fokussieren auf sehr basale Dinge eben das Wichtigste, um sich selbst nicht zu überfordern und langsam wieder Energie und Motivation zu finden. Was allerdings unklar bleibt ist welche Art von professioneller therapeutischer Hilfe die Autorin selbst für sich in Anspruch nahm. Darin sehe ich dieses als „blinden Fleck“ des Buches. Die Themen des Buches geben aber implizit einen Hinweis darauf, dass die Autorin langzeitige Psychotherapie als Patientin genossen haben muss. Sie empfielt der Leserschaft aber nicht therapeutische Hilfe, was vor dem Hintergrund zu verstehen ist, dass ihr eigenes Unternehmen vielleicht diesen Support „verkaufen“ und daher „vermarkten“ möchte. Hierbei muss ich aber gestehen dass ich mir ihr Unternehmen nicht tiefergehend bisher angeschaut habe. Wie qualifiziert sind ihre dreizehn Mitarbeiter_innen? Auch wenn ich ihr Buch für eine Laienperson ziemlich klug finde, so löst es z.T. auch etwas Unbehagen in mir aus, das eine therapeutisch unqualifizierte Person ein Unternehmen für Depressive gründet. Und daher frage ich mich: Qualifiziert die Überwindung der eigenen Depression bereits zur Beratung anderer Depressiver? Im Fall eines gemeinnützigen Peer-Coachings und Austauschs sicherlich, aber wenn es um Beratung geht so finde ich es sehr wichtig die professionellen und qualifizierten Unterstützungsangebote vor allem zu fördern. Das vermisse ich im Buch von Hardy, dass sie sich positiv zu den bestehenden therapeutischen Angeboten positioniert und ihre Leser_innenschaft ermutigt (zumindest die die mit ernsten Depressionen kämpft) ggf. eine Therapie in Anspruch zu nehmen statt zu meinen man schaffe alles aus eigener Kraft.

 

Fajita-Burrito mit überbackenen Nachos und Dips

● vegetarisch

● Bio (*)

Zutaten:

Tortilla

Kidney Bohnen

Ketchup*

Saure Sahne*

Avocado*

Tomate

Pfeffer

Kräuter Salz

Zitrone*

Salsa (mild)

Zucchini*

Aubergine*

Möhre

Paprika

Gouda (von der Theke) frisch gerieben

Nacho Chips

Romana Salat

vegetarische Frikadellen

vegetarisches Steak (Rinderart)

Kartoffel-Gemüse Omelette

●vegetarisch

● bio (*)

● GL = Gerettete Lebensmittel

Zutaten:

Eier* (demeter Bruderhahn)

Lauch* (GL)

Zwiebel

Kartoffeln

Tomate

Gelbe Paprika* (GL)

Mozzarella

Möhren im Bund* (GL)

Kräutersalz*

Pfeffer

Paprikagewürz

Brat- und Backöl*

Spinat-Fetakäse Gemüse Lasagne

●vegetarisch

●Bio (*)

Zutaten:

Lasagneplatten

Zwiebeln

Blattspinat (TK)

Schafsfetakäse*

Möhren

Tomaten

Paprika (rot)

Champignons

Mozzarella gerieben (besser: Parmesan, Emmentaler oder Gruyere)

Sahne*

Tomatenmark*

Kräutersalz*

Pfeffer

Balsamico Essig