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Viel Spass beim Stöbern und viel Inspiration zur Kreativität wünscht

EJ

© January 2016 E.J. Tolksdorf

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Foto: EJ Tolksdorf, StreetArt im Viertel in Bremen

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Buchrezension: Bonelli, Raphael M. (2014): Perfektionismus. Wenn das Soll zum Muss wird. München: Pattloch.

Der österreichische Neurowissenschaftler, Psychiater (Sigmund Freud Privatuniversität Wien) und systemischer Psychotherapeut Bonelli hat 2014 ein psychologisches Buch zum Thema Perfektionismus herausgebracht. Er ist Leiter des „Institut für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie“ in Wien und Faculty Member des „Center for Spirituality, Theology and Health“ an der Duke University (USA). 2013 gab er über das Internetportal kath.net an, dass er zwar nicht selbst Mitglied, aber sich freundschaftlich verbunden fühlt mit Menschen, die bei der umstrittenen Organisation Opus Dei sind, die u.a. für ihre Selbstgeißlungsriten bekannt sind.

Das Buch ist in drei Teilen untergliedert: Hinter der Maske (I), Die Macht der Maske (II) und Die Maske fallen lassen (III). Im ersten Teil wird zunächst beschrieben wie Perfektionisten ticken (Kapitel 1), was genau umstritten ist am Perfektionismusstreben (Kapitel 2), was dem Perfektionismus in der Psychodynamik zu grunde liegt (Kapitel 3). Schließlich wird erläutert dass der Perfektionismus ein ideales Wunschdenken beinhaltet, dass im Extremfall zum Doppelleben führen kann (Kapitel 4). Dann wird auf die psychologische Forschung eingegangen (Kapitel 5). Im zweiten Teil wird zunächst die Leistungsgesellschaft (Kapitel 6), der Schlankheits-, Gesundheits- (Kapitel 7) und Schönheitswahn (Kapitel 8) sowie Perfektionismus in Erziehung und Partnerschaft (Kapitel 9) beleuchtet. Im letzten dritten Teil geht der Autor auf die Psychotherapiemethodik ein, die bei Perfektionismus als sinnvoll erachtet wird: Nicht der Kopf, sondern an den Bauchgefühlen müsse gearbeitet werden (Kapitel 10). Daraufhin folgt seine Hauptthese dass Imperfektionstoleranz das therapeutische Ziel für die Behandlung sein solle. Im letzten Kapitel wird der Perfektionismus in therapeutischen Situationen (Kapitel 12) geschildert.

Das Buch ist anregend geschrieben. Vom Aufbau besticht das Buch durch die zahlreichen farblich hervorgehobenen therapeutischen Fallbeispiele, die das Buch besonders spannend, konkret und anschaulich machen. So bekommt die_der Leser_in zahlreiche psychotherapeutische und psychiatrische Primärerzählungen von Patient_innen beschrieben. Hier habe ich mich in ethischer Hinsicht gefragt, inwiefern die Patient_innen wissentlich eingewilligt haben, dass die sensiblen Zitate und Geschichten anonymisiert verwendet werden durften. Auch habe ich mich gefragt ob ein Aufnahmegerät verwendet wurde. Darüber gibt es leider keine Information im Buch.

Auf der Inhaltsebene fand ich besonderes interessant, dass dem Perfektionismus nicht eine reine „Verkopfung“ zugrunde gelegt wird, sondern dass laut zentraler These des Autors inbesondere recht irrationale „Bauchgefühle“ für den Perfektionismus verantwortlich sind. Zudem wird dem Perfektionismus auch eine egozentristische Haltung zugeschrieben, die eine ambivalente Selbstaufopferung sowie Burn-Out Gefährung als auch eine scheuklappenblick-gesteuerte Egozentrik (Ichhaftigkeit) beinhalten kann. Ähnlich wie im Narzißmus verhält sich auch der Perfektionist ambivalent im Spannungsfeld zwischen Idealisierung und Abwertung von Leistungen. Dabei können sich manche Perfektionist_innen rein introvertiert perfektionistisch verhalten, andere wiederum übertragen ihren Perfektionismus auch extrovertiert auf andere Personen. Ähnlich wie beim Narzissmus wird auch im Perfektionismus eine Tendenz zur Übergriffigkeit beschrieben, die aus der fehlenden Wahrnehmung von Grenzen resultiert (S. 235). Im Perfektionismus geht es schwerpunktmäßig um ichhafte Selbstunsicherheit und Ängstlichkeit um sich selbst und seine Fehlerhaftigkeit. Deswegen schlüpft der_die Perfektionist_in in eine Maske des Perfekten, um anderen Menschen zu gefallen. Der_die Narzißt_in dagegen fühlt sich maßlos anderen überlegen und geht dementsprechend immer von der ichhaften Fehlerlosigkeit aus. Des Weiteren werden u.a. Abwehrmechanismen, Fremdbeschuldigung und Selbstmitleid beschrieben (S.243). Als therapeutisches Ziel sieht der Autor vor allem dass ein bzw. eine Perfektionist_in zur „innere[n] Ruhe als Folge der inneren Ordnung“ (S.287) kommen möge, welche im Gegensatz zur „Angespanntheit des Perfektionisten“ (S.287) stehe, die vor allem durch eine „ständige Unruhe mit ängstlicher Besorgtheit um sich selbst“ (S.287) charakterisiert wird. Somit fordert der Autor zur „Mäßigung“ (S.289) auf, die zur Ruhe und Gelassenheit führen soll, die bewirke dass gerade aufdringliche Dinge und Menschen den_die Perfektionist_in nicht mehr aus dem Gleichgewicht bringen (S.289). Die innere Ordnung würde dann schließlich zum inneren Frieden und zur inneren Freiheit beitragen, welche dem_der Perfektionist_in fehle. An dieser Stelle wird dann auch deutlich warum es um die Behandlung destruktiver Bauchgefühle und dem mangelnden Gefühl für Grenzen geht:

Ordnung bedeutet die Fähigkeit zu priorisieren, oft gegen die eigene Lust und die persönliche Laune – auch wenn es einem ‚gegen den Strich‘ geht. Der Perfektionist hingegen ist maßlos: Weil er sich über Leistung und Output definiert, kann er das Gebot der Stunde nicht erkennen. Ordnung bedeutet, Wichtiges von weniger Wichtigem trennen zu können, was wir vielleicht wollen. Bescheidenheit ist bei dieser Erkenntnis vonnöten, aber auch Zielstrebigkeit. (Bonelli 2014, 289)

Die hohen Selbstanforderung seien nicht das Problem, sonfern sie auf eine vernünftige Arbeitszeit beschränkt seien. So tendieren Perfektionist_innen dazu eine Arbeit, die für eine Stunde vorgesehen ist übergenau in drei Stunden zu erledigen. Daher seien sie nicht effektiv, aber würden durchaus richtige Dinge tun. Bonelli rät zur Imperfektionismustoleranz. Menschen seien nicht so viel wert, wie sie Wertschätzung und Anerkennung erhalten. Der Wert einer Person sei unabhängig von der Anerkennung. Indem die Maske fallen gelassen wird und der bzw. die Perfektionist_in sich in aller Fehlerhaftigkeit, Durchschnittlichkeit und Gewöhnlichkeit annimmt, kann diese Imperfektionismustoleranz gelingen (S.299). Hierbei wird dann an mehreren Stellen Bonellis Sympathie für den Katholizismus/ Konservativismus deutlich, wenn er beispielsweise die Traditionen von Jesuiten (S.299) beschreibt oder auf die sieben Todsünden verweist (S.301). Implizit wird immer wieder ein positiver Bezug zum katholischen Deutungsschema hergestellt, auch wenn Bonelli zum Schluss die Grenze zwischen, was Aufgabe von Psychologie und Religion ist, setzt. Verstört hat mich auch das Fallbeispiel zur „Karrierefrau“, hier kommt Bonellis traditionell-heterosexistisch-normatives Frauenbild implizit zum Vorschein. „Die Karrierefrau“ ist ein stereotypes Bild von Frauen, die beruflich erfolgreich ist. Bei Männern gibt es nicht den Begriff des „Karrieremannes“ als Negativfolie. Hier zeigt sich dass implizit Bonelli der Frau die Rolle von Hausfrau und Mutter zuschreibt, während die Perfektionistin sich innerlich diese „eigentliche Rolle“ nicht erlauben würde. Ähnliches schreibt er über das Heiraten. Die Perfektionist_in würde dermaßen hohe Ansprüche hegen, dass sie quasi das „Lebensziel Heiraten“ verpassen könnte, als wäre das eine Katastrophe. Hier zeigt sich dass das Buch dann doch eher an recht heteronormativen Beispielen orientiert und eher eine tendenziell nicht-feministische/antifeministische Psychologie vertreten wird, die relativ starre Frauen/Männerrollen propagiert. Auch der Hinweis auf das Anstreben einer „inneren Ordnung des Perfektionisten“ als Therapieziel zeigt eine Mangel zur Kritik an übertriebenen Selbstansprüchen sowohl auch an dem Gedanken einer „Ordnung“. Perfektionist_innen neigen z.T. eher zu einer übertriebenen Ordnung, die an dieser Stelle nicht hinterfragt wird. Daher erscheint mir der Begriff „innere Ordnung“ eher schwierig gerade für diejenigen, die zu durchorganisiert sind und eher etwas mehr „kreatives Chaos“, Auszeit und Abstand von gesellschaftlichen Erwartungen bräuchten. Bei Perfektionismus ist m.E. die Frage wie man „das Spielerische, Humorvolle, Kreative“ therapeutisch einsetzen kann eine wichtige Frage, die bei Bonelli unbeantwortet bleibt.

Erlebnissen und Gedanken Bedeutung geben: Tagebuch, Paartagebuch, Briefe, Briefhefte und Briefbuch

Tagebuch

Seit meinem 9.Lebensjahr bin ich passionierte_r Tagebuch-Schreiber_in. Das erste Tagebuch sogar in Geheimschrift. Kaum hatte ich das Schreiben in der Grundschule erlernt schrieb ich schon in einer Geheimschrift. Inzwischen bin ich beim 35.Tagebuch angekommen. Als ich 1999/2000 mit 16/17 Jahre ein High School Jahr in Virginia/USA verbracht habe habe ich in dieser Zeit vier Tagebücher in 10 Monaten geschrieben.

Briefe, Briefhefte, Chats und E-Mails

Ich habe nicht nur exzessiv Tagebuch geschrieben, sondern Briefe. Mein unerschöpfliches Interesse am Menschen und seinen Gedankengängen und Empfindungen treibte mich an nicht nur intensive Gespräche zu suchen, sondern auch den intensiven schriftlichen Austausch. Auch weil viele sich eher trauen im Schriftlichen über Tabu- und Intimthemen zu schreiben. Seit dem 6.Lebensjahr habe ich jede kindliche Urlaubsfreundschaft genutzt um neue Brieffreundinnen zu gewinnen. Ab dem Alter von 14/15 Jahren suchte ich gezielt Brieffreundschaften, die den gleichen Musikgeschmack teilten. Wir teilten in der Schule sogenannte „Friendshipbooks“, das waren kleine DIY-Adressbücher, die mit Dekorationen und Angaben zu Hobbies und Musikgeschmack versehen wurden. Man machte kein Friendship Book für sich, sondern immer für jemand anderes. Nach ein paar Monaten hatte man plötzlich ein volles „FB-Book“ zugesendet bekommen und konnte darin blättern und schauen ob dort neue interessante Brieffreundschaftsmöglichkeiten waren. Als ich mit 14 anfing Chatfreundschaften über die neue Technologie des Internets zu gewinnen, so begann ich mit Chats und Emails. Aber mit einer Chatfreundin aus Karlsruhe entwickelte es sich so dass wir auf das Medium Briefe wechselten. Weil wir beide das handschriftliche Schreiben einfach liebten. Unsere Brieffreundschaft wurde so exzessiv, dass wir dann am Höhepunkt 78seitige Briefe schrieben und dabei ganze Schulhefte vollschrieben. Hierbei ging es auch unter anderem um politische Gedanken aber auch selbsttherapeutische Dinge, denn sie erzählte mir auch z.B. von einer Traumatisierung mit Todesangst.

Briefbuch mit guten Freund_innen

Im Gynasium habe ich mit zwei besten Freundinnen begonnen sogenannte „Briefbücher“ zu schreiben. Wir sahen uns zwar jeden Tag in der Schule, aber tauschten unsere tiefsten Gedanken und Erlebnisse gerne in schriftlicher Form aus. Das hatte einfach was Geheimnisvolles. Diese Briefe waren 2-10 Seiten lang und dann gab man das Briefbuch wieder der Freundin, weil sie nun „dran“ war mit schreiben. Man war immer gespannt auf die Lebensgeschichten und Neuigkeiten. Dadurch konnte sich auch die Freundschaften intensivieren.

Paartagebuch

Seit 4 Monaten bin ich frisch verliebt in einer neuen Beziehung. Uns verbindet unter anderem auch die Leidenschaft zum Schreiben. Kürzlich haben wir (siehe Abbildung) ein Erlebnistagebuch für uns als Paar begonnen. Das war seine Idee. Da ich eh in letzten Jahren viel zu wenig Tagebuch geschrieben habe war ich sofort begeistert von der Idee. Es ist letztendlich ein hervorragende Möglichkeit bedeutsame Erlebnisse, Eindrücke, Ereignisse, Gefühle und Gedanken festzuhalten. Wer schreibt hat die Momente wesentlich besser Revue passieren lassen und genießen. Man spürt jeden Augenblick nach anstatt das Leben einfach nur an sich vorbeirauschen zu lassen. Und man kann ja auch eigene Erlebnisse und Gedankengänge nochmal lesen und sich dabei köstlich amüsieren. Es hat etwas „Gemütliches“ wie auch wenn man ein gutes Buch liest. Nur dass man selbst zur_m Protagonist_in des Buches wird. Selbst Autor_in wird. Schreiben bedeutet Wertschätzung und Stärkung der eigenen Reflektionsfähigkeit. Selbstbewusstsein und Selbstsucherheit entsteht über Reflexion der eigenen Bedürfnisse, Lebenswünsche, Träume etc. Darum denke ich hat das Tagebuch und Briefe schreiben ein hohes Potenzial, um das Leben gleichzeitig zu „entschleunigen“ und zu „beschleunigen“. Weil man mit den eigenen Gedanken nicht mehr alleine ist. Gerade in Entscheidungsmomenten ist das Tagebuch ein gutes Instrument der Entscheidungsfindung. Austausch ist wichtig. Glücksmomente teilen. Dem Partner bzw. der Partnerin kann man durch das Geschriebene das süßeste Lächeln auf das Gesicht zaubern. Aber auch in Streitsituationen könnte das Tagebuch eine gute Mittlerfunktion einnehmen. Denn es gibt immer auch Momente in denen man sich in einer Beziehung vielleicht einsam fühlt oder wo die Kommunikation schwierig(er) oder eingefahren wird. Oder wo man nachts schlaflos wach liegt.

Tagebuch etc. schreiben ist ähnlich wie gute Musik zu hören: Man hat mit dem Tagebuch immer den „beste_n Freund_in“ an seiner Seite. Das Tagebuch/die Musik kann immer für einen da sein. Man ist nie mehr einsam, sondern hat immer eine Begleitungsmöglichkeit. In Zeiten von Facebook, Whatsapp, Instagram, Twitter etc. ist die Schreiblingswelt schnelllebig geworden. Man tauscht sich eher ein paar Zeilen oder Sprachnachrichten und Bilder aus. Wobei insgesamt der schriftliche Alltagsverkehr sicher sich gesteigert hat. Dieses wird auch zunehmend als Digitalisierung des Lebens kritisiert. Ich finde dass der schriftliche, aber auch der virtuelle Austausch große Chancen hat erfüllende Beziehungen, Freundschaften und Bekanntschaften zu finden. Das Texten sollte Menschen nicht am Leben oder der mündlichen Kommunikation und Zugewandheit hindern, sondern diese befördern. Als Zuwendung, nicht als Abkehr von der Welt und den Menschen, hat das Schreiben ein hohes therapeutisches, aber auch politisches Potenzial. Wer schreibt, der bleibt. Menschen kommen aber auch in (gedankliche) Bewegung und ins zielorientierte Handeln. Menschen wissen ihre Mitmenschen zu schätzen und ist sich über die Verletztlichkeit der Menschen bewusst zu werden.

Zitronenfalter in der Nacht (2018)

Meine Augen brennen

Die anhaltende trockene Hitze bin ich nicht gewohnt

34-38 Grad über Wochen

Trotz Wüstentemperatur fühlt es sich an wie am Nordpol

Dank Klimaanlage

Das Klagen über das schlechte oder gute Wetter

Klarer Fall von „Wetterdemenz“ sagt eine Kundin

Menschen behauptet immer noch wir hätten keinen Sommer

Sie vergessen ihn immer wieder

Ob sonnig, kalt oder windig

Und schon klar, Klimawandel existiert nicht. Da muss ich laut lachen.

Irgendwie scheint dem Unzufriedenen jedes Wetter als „Schietwetter“

Denn das Beschweren über das Wetter

Ist zu einem wichtigen Ventil geworden für unsagbare Frustrationen

Dabei bedarf es nicht der Strandkulisse um einen romantischen Sonnenuntergang zu genießen

Das Nahe kann gewertschätzt werden als Naherholungsgebiete, die das kostenspielige Fernweh besänftigen können, das ich mir nicht leisten kann

Oh Unwetter! Tiefschwarze Wolken verdichten sich am Himmel

Hinter Ihnen erkämpft die Sonne sich ihre Hoheit versteckt zurück

Eine unheimliche smaragdfarbende Verschmelzung ist ihr Ergebnis

Die zarten Bäume biegen sich im Sturm

Am Deich ist Hochwasser angesagt

Die Möwen kreischen im Wind

Tränen im Sommer

Erfordern Nachtspaziergänge

Der Zitronenfalter begleitet mich auf der Schulter und fliegt davon

„Hoffnung“ sagst du immer wieder

Und meine melancholischen und ängstlichen Gedanken an die Zukunft, die “ (weibliche) Altersarmut“ verheißen verschwinden sanft.

Plötzlich bin ich fröhlich, denn ich bin so glücklich mit dir an meiner Seite.

Mögen die Umstände komplexer und schwieriger werden, so möchte ich nicht aufgeben optimistisch zu denken.

Basmatireis mit Romaneso etc.

●vegetarisch ●übrrwiegend bio (*) ●aus geretteten Lebensmittel (GL)

Zutaten:

Basmatireis*

Romanesco* (GL)

Paprika

Tomate* (GL)

Champignons* (GL)

Frühlingszwiebeln* (GL)

Zwiebeln* (GL)

Fetakäse*

Tikka Massala Paste

Pfeffer

Kräutersalz*

Joggen als Entspannungstechnik & mentales Ausdauertraining

Foto: EJ Tolksdorf, See beim Riensberger Friedhof in Bremen, Juli 2018

Im Studium erzählte mir eine Kommilitonin dass sie Joggen regelrecht brauche um sich körperlich und mental entspannen zu können. Sie war eher der sehr nervöse Typ, im Kopf immer hell wach. Yoga und Meditationsübungen führten ihrer Meinung nach nie zur Tiefenentspannung und Ruhe, die sie sich erhofft hatte. Sondern Sport hatte den tiefergehenden Entspannungseffekt.

In letzter Zeit plagten mich sehr heftige Schulter- und Rückenverspannungen. Ist ja auch kein Wunder, ich stehe fast täglich viel im Bioladen und die Schürze drückt auch auf die Schultern. Regelmäßige Massagen durch ein Gegenüber (oder wenn das Gegenüber fehlt auch gerne mit dem European Magic Wand Massagestab 😉) helfen natürlich kurzfristig. Aber wenn man die Ursache für Verspannungen beheben möchte ist regelmäßiger Sport in jedem Fall sehr hilfreich. So habe ich beschlossen meine ein paar Monate andauernde sportmuffelige Phase wieder zu beenden. Schließlich ist Sommer und da muss man das wunderbare Wetter und die optimale Umgebung nutzen, um auch mit kleinem Portemonaie seinem Bewegungsdrang nachzugehen. Und nun habe ich einen neuen Sportplan für meinen Alltag entwickelt, der mir sowohl bei der Entspannung, dem berühmten „Kopf frei/klar kriegen“ als auch der Fitness helfen soll: 2x die Woche morgens 40 Minuten Joggen an der Bremer Weser exklusive 10Minuten Stretching und 1x die Woche für 45-60 Minuten Bahnen-Schwimmen ohne Pause. Ich hoffe die Motivation bleibt so wie in der ersten Woche, die lief schon mal sehr gut. Zusätzlich möchte ich auch wieder öfter Spazieren gehen für 1-2 Stunden.

Joggen macht den Kopf frei. Aber manchmal brauch man auch bewusste Ablenkungstrategien um die inneren Schweinehund zu überwinden und die Ausdauer zu stärken. Mir wurde schon öfter gesagt dass ich aber überraschend gut in Ausdauer bin. Ja und nein. Ohne mentale Tricks würde ich sofort aufgeben. Daher verrate ich an dieser Stelle mal meinen Ausdauertrick: Beim Joggen hilft es mir mir die Situationen, die vorher abgelaufen sind systematisch Revue passieren zu lassen. Ich werde nämlich im Unterschied zuden meisten Menschen völlig demotiviert wenn ich ständig ans Ziel denke. So gehe ich jeden Schritt durch und erzähle mir innerlich was ich alles getan und wahrgenommen habe und dass ich noch ganz am Anfang irgendwo stehen würde und noch eine weite Strecke vor mir liegt. Also z.B. bin ich schon 10minuten am Joggen an der Weser, da verliere ich dann die erste Lust und denke nun „Ich bin gerade gar nicht an der Weser, sondern sitze noch in meiner Wohnung um zu frühstücken. Ich esse gerade Müsli mit Milch und unterhalte mich mit meinem Partner. Mir schmecken die getrocknetten Cassis Teile im Müsli. Ich schaue aus dem Fenster und freue mich auf das Schöne Wetter. Es ist keine Wolke am Himmel etc. Langsam steh ich auf und gehe aus der Haustür …“. Der Gedanke dass ich noch ganz am Anfang stehe oder das Ziel noch wesentlich weiter weg ist als real motiviert mich irgendwie sehr. So kann ich mich selbst manipulieren und durchhalten & bin dann schnell überrascht wenn tatsächlich am Ziel bin. Gleichzeitig fördert es die Wahrnehmungsfähigkeit und das Erinnerungsvermögen, weil man Details in seiner Erinnerung rufen muss, die eventuell nur beiläufig oder unbewusst eine Rolle spielten. Während ich ohne diese Technik mehrfache Gehpausen beim Joggen brauchte, konnte ich mit dieser Technik heute 40Minuten ohne Gehpause (nur geplante 10minütige Stretchingpause) durchziehen.

Mein Fazit: Nicht die Fixierung aus das Ziel ist motivierend, sondern das Revue passieren und die Imagination noch ganz am Anfang zu stehen. Dadurch bekomme ich den Blick auf das bereits Geschaffte und werde überrascht wenn ich „schon“ am Ziel bin.

Vielleicht möchtet ihr/möchten Sie das auch einmal ausprobieren? Ich wäre gespannt auf Eure/Ihre Erfahrungen. Oder vielleicht kennt ihr noch andere mentale Tricks, die ich ausprobieren könnte? Dann hinterlasst mir gerne einen Kommentar 😊.