Buchrezension: „Momentaufnahmen. Berlin – Langeoog“ Band 2

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© Foto: Dezember 2015, Buch Momrntaufnahmen Bd. 2, E.J.Tolksdorf.

Opiolla, Mayk D. (2015): Momentaufnahmen. Berlin – Langeoog . (Band 2). Norderstedt: Books on Demand. 108 Seiten. 6,95 Euro.

Zeitgleich wurde diese Rezension auf amazon.de veröffentlicht:http://www.amazon.de/gp/aw/d/3738645306/ref=mp_s_a_1_1?qid=1451490198&sr=8-1&pi=AC_SX220_SY330_FMwebp_QL65&keywords=momentaufnahmen+berlin+langeoog

Bei dem 108seitigen Werk handelt es sich um den zweiten Band von „Momentaufnahmen“ mit 28 neuen „sinnlich-melancholischen Erzählungen“ (Klappentext), die die Erlebnisse und Gedankengänge des Protagonisten im Folgejahr thematisieren. Hierbei spielen insbesondere „große Gefühle, kleine Insel-Alltagsbegebenheiten und Koffer in Berlin“ (Klappentext) eine Rolle, aber auch „Ausflüge nach Flensburg, Norddeich, Wangerooge und (beinahe) Helgoland“ (Klappentext).

Auf eindrucksvolle Weise wird die Leser_innenschaft mitgenommen auf eine Reise sowohl in den Alltag auf der Insel Langeoog, als auch die kleinen außeralltäglichen Momente, die das Leben süßen und würzen. Der Protagonist hat sich entschieden auf der Insel sesshaft zu werden. Dieses wird ihm insbesondere durch den Umzug von der temporären Dienstwohnung in eine feste Eigentumswohnung ganz in der Nähe des geliebten Meeres bewusst. Die detaillierten Insel- und Naturerlebnisbeschreibungen zeigen seine große Liebe zum neuen Zuhause und dem Gefühl des wirklichen „Angekommen seins“. Gleichzeitig aber gibt es überraschende Momente eines Vermissens der Großstadt Berlin. Hierbei waren ganz kleine Alltagsmomente Auslöser dieser Empfindungen. Dem Protagonist wird bewusst, dass er diese Stadt ebenso geliebt hat, auch wenn er sich zuletzt enttäuscht von ihr abgewandt hat. In verschiedenen Beschreibungen nicht nur des Liebsten, sondern auch von Berlin wird deutlich, dass auch die Schattenseiten eine Glanzseite besitzen und umgekehrt. Gerade das macht die Liebe aus, die sich von der Verliebtheit unterscheidet: Die Wahrnehmung nicht nur der schönen, sondern auch der unschönen Seiten, die gleichzeitig angenommen werden. Sein Berlin-Fazit ist jedoch ernüchternd, wenn er schreibt, dass Berlin „ein buntes, blinkendes Karussell der Möglichkeiten [sei], von dem man allerdings irgendwann herunterfliegt, wenn man mit der Drehung nicht mithalten kann“ (S. 93). Hier wird auf den Glanz, die Diversität, die Großartigkeit, aber auch die Schnelllebigkeit und Gefährlichkeit der Stadt angespielt. Aber auch die (ost-)friesischen Inseln sind nicht so „unschuldig“ und „rein“. So entdeckt er auch hier inzwischen kleine Schattenseiten, die eher im Hintergrund bleiben, aber selbstkritisch einer eigenen Romantisierung der Insel(n) entgegenwirken.

Ganz spannend sind hier auch die Ein- und Verflechtung von gesellschafts-historischen Wissen und familiengeschichtlichen Assoziationen, die gerade bei dem Ausflug auf der Insel Wangerooge kurz ein Schaudern hervorrufen. Dieses scheint mir insgesamt eine neue Bereicherung im zweiten Teil zu sein: Hier werden verschiedene aktuelle und historische gesellschaftsrelevante Beobachtungen reflektiert, die zeigen, dass der Protagonist sich keineswegs allein mit seiner eigenen Innen-, sondern auch mit der Außenwelt beschäftigt und hier zu differenzierten persönlichen Erkenntnissen gelangt. Diese Selbst- und Umweltreflexionen sind eine wahre Fundgrube und regen die Leser_innenschaft zum (selbst-)kritischen Denken an.

Es wird auch aufgezeigt, dass er zwar seinen Liebsten noch nicht vergessen hat, aber dabei ist den Liebeskummer gut zu bewältigen. Zwar kommt der Persönlichkeitsanteil des selbsternannten „Sadisten“ noch immer im Hintergrund vor, aber seine Stimme erscheint leiser als im ersten Teil. Denn die gewonnene Gelassenheit, mit der der Protagonist im Umgang mit diesen Selbstzweifeln umgeht, ist wirklich beeindruckend und vorbildhaft. Er integriert die Selbstzweifel in seine Persönlichkeit, lässt sie zu, schneidet sie nicht ab. Zudem sind sie, wie ich finde, ein Teil seines scharfen Verstandes.

So wird an dieser Stelle spätestens wirklich deutlich: Es ist ein Jahr vergangen und es ist mehr Distanz zu den Geschehnissen eingetreten und die gepflegte Selbstliebe hat gefruchtet und fruchtet weiterhin. So ist es wirklich herzergreifend den Protagonisten in euphorischen Glücksmomenten zu erleben, in denen der Liebste keine wirkliche Rolle mehr zu spielen scheint. Auch die enttäuschte Liebe macht plötzlich Sinn: Ohne diese Enttäuschung hätte er seinen Lebenstraum und dieses unbeschreibliche Lebensglück, das sich in kleinen Momenten zeigt, niemals erleben dürfen. Implizit wird auch deutlich, wie weit entfernt doch die Wünsche und Ziele von ihm und dem Liebsten eigentlich sind. Der Geliebte scheint sich nämlich in der Großstadt pudelwohl zu fühlen und gar kein großartiges Bedürfnis nach Sesshaftigkeit in der alten Heimat an der Nordsee zu haben. Das zeigt sich insbesondere in Gedankengängen, in denen der Protagonist ganz fasziniert von alten „Spelunken“ ist, aber auch deutlich macht, dass der Geliebte hierzu gar keinen derartigen Zugang hätte. Diese Realisierungen erscheinen aber weniger schmerzhaft, sondern werden mit einem erfrischenden Humor und einem Anerkennen der Unterschiedlichkeit beider Charaktere zur Kenntnis genommen.

Auf der einen Seite erscheint der Protagonist sehr feinfühlig und sensitiv seine Umgebung, die Natur und Mitmenschen zu erleben, von der er immer auch ein Stück Distanz benötigt. Sehr berührt haben mich auch die Explikationen von Schamgefühlen und negativen Emotionen. Ganz normale menschliche Gefühle, die in den meisten Momenten und bei den meisten Menschen eher unausgesprochen bleiben. Eine für mich sehr ansprechende Botschaft war auch, dass das manchmal freiwillig gewählte Alleinsein keineswegs Einsamkeit bedeutet, aber dass erzwungene Geselligkeit und falsche Gesellschaft zu einem unerträglichen Einsamkeitsgefühl führen können. Hier zeigt sich die charakterliche Stärke des Alleine-sein-könnens: Durch Kreativität werden die Momente des Mit-sich-selbst-sein-dürfens unfassbar schön. In diesem zweiten Band zeigt sich wie stark nun ein Bewusstsein über die Fähigkeit zum Genuss eingetreten ist. Der Protagonist scheint sich über sein eigenes Facettenreichtum und seiner inneren Stärke bewusst geworden zu sein.

Auch in diesem zweiten Band zeigt sich an verschiedenen Stellen ein ganz spezieller trockener, herber Humor, der das Buch zu einem lesenswerten Unikat macht. Durch die angenehme Kürze der Bände sind sie sehr empfehlenswert als (Kurz-)Urlaubslektüre oder Schmöker für zwischendurch. Ich persönlich habe dieses Buch wieder mal in 1,5 Tagen „verschlungen“ und habe sehr viel daraus für mich gezogen und konnte mich an einigen Stellen selbst wieder erkennen :-).

© December 2015 E.J. Tolksdorf

Buchrezension: „Momentaufnahmen. Berlin – Langeoog“ Band 1

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© Foto: Dezember 2015, Buch Momentaufnahmen Bd.1, E.J.Tolksdorf.

Rezension zu:
Opiolla, Mayk D. (2014): Momentaufnahmen. Berlin-Langeoog. (Band 1) Norderstedt: Books on Demand. 132 Seiten. 6,95 Euro.

Diese Rezension habe ich zeitgleich bei amazon.de veröffentlicht:
http://www.amazon.de/gp/aw/d/373473780X/ref=mp_s_a_1_7?qid=1451373092&sr=8-7&pi=AC_SX220_SY330_FMwebp_QL65&keywords=momentaufnahme&dpPl=1&dpID=41LlD7FcDCL&ref=plSrch

Das 132 seitige Buch mit „30 tagebuchartigen Episoden“ (Klappentext) handelt von einem Menschen, der eine unerfüllte und unglücklich endende Liebe vergessen möchte. Liebeskummer zu bewältigen ist jedoch gar keine einfache und zuweilen eine sehr langwierige und ambivalente Angelegenheit, wie der Protagonist bereits schmerzlich erfahren musste. Doch in jeder Krise steckt auch die Chance des Wachstums. Und so entdeckt der Protagonist, dass Liebeskummer mit einer anderen bestehenden Liebe zu bewältigen ist: Der Liebe zur Insel Langeoog. Er beschließt die hektische und laute Großstadt zu verlassen, um endlich einem lang ersehntem Traum nachzugehen: Auf Langeoog zu leben. Dabei ist er hin- und hergerissen zwischen Sehnsucht, Faszination und Angst sowohl in seiner Liebe zu dem Liebsten, als auch der Insel: die Sehnsucht nach dem verzaubernden, aber vergänglichen Moment von erlebter Verliebtheit, die Faszination von schönen, aber auch schmerzhaften Erinnerungen, die Angst vor der Veralltäglichung von Liebe und den entzauberten, schmerzhaften Enttäuschungs-End-Momenten in der Liebe. Die enttäuschte Liebe bringt ihn schließlich ganz nah zu sich selbst, zur Verwirklichung von eigenen Träumen sowie zu seinen Bedürfnissen nach Naturerlebnissen, Kunst und Kreativität. Aber auch die Liebe zur Kunst darf nicht zu sehr ver-wertet, alltäglich und vergänglich werden. Daher steckt sehr viel vorbildliche Hoffnung in der Verzauberung des Alltags und wahres Lebensglück zugleich in diesem Buch.

Das Buch glänzt in seinem sprachlich-stilistischen Ausdrucksvermögen, in seiner Beschreibung von ambivalenten inneren Gedankengängen und Gefühlslagen sowie sehr detaillierten Naturbeschreibungen der Insel Langeoog. Die bittersüßen Momente werden aufgelockert durch einen herzhaften und wunderbar trockenen Humor über das Leben, der z.B. die eigenen Idealisierungen auf’s Korn nimmt und kritisch hinterfragt, damit sie nicht in „Kitsch“ abdriften. Spannend und besonders gelungen ist auch das Sprechen lassen von verschiedenen Persönlichkeitsanteilen und Bedürfnissen in einzelne Stimmen, die miteinander kommunizieren.

Das Buch habe ich in 1,5 Tagen „verschlungen“ und selbst beim Kochen für’s Mittagessen (inklusive lästigem Kartoffeln Schälen) wollte ich unbedingt noch weiterlesen ;-). Der Autor versteht sein Schreib-Handwerk ausgezeichnet und ließ mich als Leser_ gebannt weiterlesen. Ich war tief gerührt und habe viel gelacht beim Lesen. Eins der wichtigsten impliziten Botschaften des Buches für mich ist: Lebe deine Liebe(n), deine Träume, Sehnsüchte und achte auf deine Bedürfnisse und dein Facettenreichtum. Dieses alles macht die Menschen nicht nur äußerlich, sondern innerlich zu besonders schönen Wesen. Daher ist das Buch nicht nur empfehlenswert für alle Nordseeinsel-Fans, sondern sehr inspirierend für alle Menschen, die ihre (Lebens-)Träume verwirklichen möchten und/oder ihren Liebeskummer verarbeiten möchten. Band 2 habe ich zu Weihnachten von meinem Partner geschenkt bekommen – ich darf also gespannt sein, wie es weitergeht :-).

© December 2015 E.J. Tolksdorf

Kerzen, „Tote Tante“ & Schietwetter

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© Foto: Dezember 2015, Kerzenlicht, E.J.Tolksdorf.

Vielleicht eine sehr basale Erkenntnis, aber kaum etwas ist beruhigender als in ein Kerzenlicht zu schauen. Als ich in meiner Diplomarbeitsphase mich damals mit Konzentrations- und Nervositätsproblemen rumschlagen musste, so gewöhnte ich mir an immer ein Teelicht auf dem Schreibtisch anzuzünden, in das ich reinschauen konnte. Das hat mich sehr beruhigt und half mir eine gute Konzentration auf das Arbeiten zu verschaffen.

Wenn andere über den Herbst und Winter oder das miese norddeutsche Wetter fluchen, so freue ich mich über jedes Schietwetter, an dem ich Kerzen anzünden kann und es mir mit einem leckeren Tee und einem guten Buch gemütlich machen kann. Ich mag es auch an der Nord- oder Ostsee die frische Brise einzuatmen. Dort trinke ich auch gerne mal eine „Tote Tante“ (Kakao mit Sahne und Rum), das heizt gut ein nach einem Spaziergang durch den rauhen Wind oder Sturm. Ich mag das rauhe Wetter, die rauhen Wellen, den Nebel.

Ich mag den kurzen Sommer. Ich kann das Nörgeln über den Dauerregen gar nicht verstehen. Mich entspannt es! Hitze dagegen mag ich gerne für einen Sommer, aber für das tägliche Leben und Arbeiten kann ich mir kein Leben in dauerhafter Hitze vorstellen. Zumindest im Moment nicht, wo mein Leben vor allem darin besteht viel am Schreibtisch an meiner Doktorarbeit zu sitzen oder meinem Nebenjob in der Bibliothek nachzugehen. Ich freue mich dann über jedes schlechte Wetter, das für mich ein gutes Arbeitswetter ist. Vermutlich habe ich aus der „Not“ eine „Tugend“ gemacht ;-).

 

Schulter- und Nackenmassage

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© Foto: September 2012, Sphinx der Palma de Mallorca, E.J.Tolksdorf.

Bei einer Schultermassage ist zunächst wichtig abzuklären, wie kräftig oder wie sanft diese vollzogen werden darf. Im Laufe meiner Massageerfahrung bin ich wirklich auf sehr unterschiedliche Präferenzen gestoßen: Manche Menschen möchten richtig kräftig massiert werden, andere Menschen genießen eher sanfte Bewegungen auf der Hautoberfläche und empfinden jegliche Muskelmassage bereits als unangenehm. Zudem ist abzuklären, ob die Massage direkt auf der Haut z.B. mit einem angenehmen Massageöl durchgeführt werden darf oder auf dem angezogenen Körper.

Erfahrungsgemäß ist jeder Körper sehr unterschiedlich. Manche fühlen sich hart, verspannt oder knochig an, manche weich, muskulös, voluminös etc. Meine Hand muss sich zunächst erstmal an die Körperform gewöhnen. Ich taste zunächst also erstmal die Schulter ab und streiche darüber, um ein Gefühl zu bekommen, wo harte und weiche Stellen am Körper sind. Die meiste Arbeit machen eigentlich beim Massieren meine Ring-, Mittel- und Zeigefinger, die kreisende Bewegungen machen. Ich vermeide den Daumen in die Haut zu drücken, das empfinde ich selbst bei Massagen, die mir gegeben wurden, als äußerst unangenehm. Zudem ist die Wirbelsäule von jeglichen Belastungungen zu schonen, sie ist sowohl im Nacken- als auch im Rückenbereich eine „Tabuzone“ für mich.

Gerne arbeite ich auch mit einer flachen Hand und einer Faust: Hierbei nehme ich die eine Hand auf eine Stelle und drücke mit der Faust einen Muskelbereich der Schulter gegen die flache Hand. Hierbei kann mensch bestimmte angespannte Punkte gezielt kräftig massieren. Auf jeder Schulterseite können ca. 3 Stellen in dieser Form massiert werden. Mit der Faust oder mit der flaschen Hand drücke ich auch gerne im Bereich der Schulterblätter von oben nach unten sowie von rechts nach links. Auch massiere ich hier mit kreisenden Bewegungen mittels meiner Drei-Finger-Methode (Zeige-, Mittel- und Ringfinger) an verspannten Stellen gezielt.

Der Nacken ist oft ein sehr verspannter Bereich. Hier arbeite ich eher mit einer Zwei-Finger-Methode (Zeige- und Mittelfinger)  mich von unten nach oben mit kreisenden und druckhaften Bewegungen vor. Dabei wird die Wirbelsäule verschont. Hier kann es auch sehr wohltuend sein die Fäuste oder einzelne zusammengezogene Finger/Fingerknöchel mit kreisenden Bewegungen einzusetzen. Auch der Bereich zwischen Schulter und Nacken ist hierbei zu berücksichtigen. Sofern erwünscht kann auch der Kopf und die Haare in die Massage einbezogen werden.

Die Schultermassage kann auch den oberen Arm mit einbeziehen. Zum Schluss streiche ich gerne den Schulter- und Nackenbereich sanft aus.

Die Schulter- und Nackenmassage ist insbesondere für Menschen wohltuend, die beruflich viel am Schreibtisch sitzen.

Sauna & body shame

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© Foto: September 2015, Weißer Sand am Strand der Insel Amrum, E.J.Tolksdorf.

Gerade zum Herbst und Winter, wenn es kalt und ungemütlich wird und sich der ganze Körper regelrecht verkrampft, so liebe ich es in die Sauna zu gehen. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie Wärme und Hitze und wohltuende Gerüche der Aufgüsse den Kopf frei machen und schnell zu einer Tiefenentspannung bei mir führen.

Den offenen Umgang mit Körperlichkeit in der Öffentlichkeit musste ich mir aber erst hart erarbeiten. Es gab eine Zeit, da habe ich aus verschiedenen Gründen gemieden in die Sauna, ins Schwimmbad oder zur Massage zu gehen. Irgendwann habe ich mir das gesellschaftlich und medial erlernte bodyshaming „abgewöhnt“. Das hat mich als Mensch freier und entspannter gemacht.

Bodyshaming kann ein Effekt verschiedener gesellschaftlicher Normierungen und Machtstrukturen sein.  Viele Menschen erleben Bodyshaming aufgrund von gesellschaftlich und medial verbreiteter fatphobia, trans* & trans*phobia, Sexismen und Heteronormativität, Rassismen, Ageism, Haut-Scham (wie z.B. Neurodermitis, Akne, Akne excoriee und Narben aufgrund dessen, OP-Narben etc.), Ableism, Mobbing aus der Schulzeit etc. Wer bodyshaming kennt, für den*die ist es eine besondere Herausforderung sich und seinen Körper öffentlich zu zeigen, wie er ist.

Ich kann nur alle ermutigen sich nicht zu verstecken. Gehe raus in die öffentlichen Bereiche und tue all die Dinge, die für „die Normalen / die Priviligierten“ ganz selbstverständlich sind.

Manche Menschen mussten sich nie in ihrem Leben mit negativen Blicken und abwertenden und be-schämenden Kommentaren zu dem eigenen Körper aus dem familiären, freundschaftlichen oder gesellschaftlichen Umfeld auseinandersetzen. Andere wiederum haben ihre eigenen negativen Erfahrungen so stark verdrängt und „idealisiert“, dass sie nie das Thema an sich heran kommen lassen würden, sondern lieber andere Menschen dafür leiden lassen (Reproduktion des body shames, vom Opfer zur*m Täter*in). Von einigen ist daher kein Verständnis für diese Art von Prozessen zu erwarten. Sie sind blind für die Leiden der body shaming culture.

Hier ein paar Tipps von meiner Seite: Versuche negative Erfahrungen, Kommentierungen und Bewertungen deines Körpers aus der Vergangenheit abzulegen. Manchmal ist dafür zwischenmenschlicher Austausch, ein Coaching oder eine Therapie hilfreich. Du hast genau das gleiche Recht auf Entspannung wie alle anderen auch. Konzentriere dich ganz auf dich selbst, vermeide es auf die Blicke anderer Menschen zu achten. Oftmals sind die dann ja gar nicht so schlimm wie erwartet. Und wenn doch, dann sollte mensch sich immer wieder sagen, was für Arschlöcher das sind, die es nötig haben einen mit Blicken oder Kommentaren herabzusetzen. Möchte mensch DENEN wirklich die Macht über einen selbst und den eigenen Freiraum überlassen?

Hilfreich ist es auch mit sympathischen Menschen wie einem guten Freund* bzw. einer guten Freundin* in die Sauna zu gehen. Oder sogar eine anti-bodyshaming Gruppe zu gründen, um sich gegenseitig zu empowern. Damit ermutigt und bestärkt ihr auch andere Leute, die die Sauna besuchen. Es ist nämlich oft sehr erfreulich „nicht-perfekte“ Körper in der Sauna zu sehen, das verringert das bodyshaming für alle.

Manchmal ist es aber auch wichtig einfach mal ganz alleine einen neuen Weg einzuschlagen und sich was Neues selbst zu trauen. Vielleicht in einer fremden und neuen Stadt, ganz anonym. Es gibt verschiedene individuelle Strategien, die mensch entwickeln kann, um sein bodyshaming selbst zu überlisten. Und es ist ein unglaublich euphorisierendes Gefühl, wenn mensch es geschafft hat sich von absurden gesellschaftlichen Denkmustern zu befreien und diese überwunden zu haben.

Progressive Muskelentspannung

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© Foto: September 2015, Seedorf auf der Insel Rügen, E.J.Tolksdorf.

Innerhalb des Autogenes Trainingskurs bin ich mit der Methodik der Progressiven Muskelentspannung in Berührung gekommen. Hierbei liegt Mensch auf dem Bett oder einer Matte auf dem Boden, die Hände liegen seitlich am Körper. Nun wird tief eingeatmet und dabei werden die Muskeln der Arme und Beine angespannt und die Hand zu einer Faust geballt. Dieses wird ca. 5-10 Sekunden angehalten. Beim Ausatmen entspannt mensch schließlich den ganzen Körper wieder. Dieses kann ca. 5 Mal wiederholt werden.

© December 2015 E.J. Tolksdorf

Handmassage gegen innere Unruhe

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© Foto: Dezember 2015, Selfie zur Hand von Evan Julian, E.J.Tolksdorf.

„Der Handstreichler“: So nenne ich eine eigene, bewährte, sehr sanfte Handmassagenmethodik. Sie besteht hauptsächlich darin in langsamen, kreisenden Bewegungen durch ein oder zwei Hände (davon Zeige-, Mittel- und Ringfinger jeweils aneinanderlegen) die Handinnen- und -außenfläche äußerst sanft zu streicheln und zu massieren. Diese Methodik kann psychosomatisch etwas bewirken: Gerade Menschen mit innerer Unruhe können dadurch tiefe Entspannung erfahren. Die innere Unruhe kann nachlassen, wenn äußerlich auf der Hautoberfläche Bewegung stattfinden kann, auf die sich die Person unbewusst fokussieren kann.

Die Methodik kann auch kräftiger ausfallen: Die kreisenden Bewegungen massieren die Handmuskel, nicht nur die Hautoberfläche. Sehr wohltuend und geeignet um jemanden wirklich zum „Loslassen“ zu bringen ist auch eine Fingerknöchelmassage. Hierbei nimmt mensch sich jeden einzelnen Finger der massierten Person vor. Von unten nach oben werden mittels Daumen und Zeigefinger nun in kreisenden Bewegungen nach oben die Finger inklusive deren Knöchel bis zur Fingerspitze kräftiger massiert („leicht rubbeln“). Danach kann auch mit etwas Gewicht die ganze Handaußenseite mit der gesamten Hand kräftig ausgestrichen werden. Oftmals erleben Personen dadurch einen Zustand des leicht „weggetreten seins“. Selbst Personen, die  sehr angespannt sind, können hiermit tiefe Entspannung erfahren. Auch für Menschen die viel mit den Händen beruflich arbeiten kann diese Massageform wohltuend und regenerierend sein. Probiert es gerne mal aus.

© December 2015 E.J. Tolksdorf

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Quellverweis: eRecht24

Arbeitsstrukturierung

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© Foto: Dezember 2015, Einzelarbeitsplätze einer Bibliothek, E.J.Tolksdorf.

Über mein Studium und meine Doktorarbeit habe ich mich seit ca. 10 Jahren mit Arbeitsstrukturierung, Selbstmotivation und Überwindung von Schreibblockaden und Konzentrationsproblemen intensiv in Gruppen und im Zweierkontakt auseinandergesetzt. Ich habe mich verschiedenen psychologisch angeleiteten Arbeitsstrukturierungsgruppen einer universitären psychotherapeutischen Beratungsstelle angeschlossen, um das selbstständige Arbeiten zu reflektieren und auszutauschen, Zeitpläne (Tages-, Wochen-, Monats-, Jahrespläne) zu schmieden,sich die Zeit gut und insbesondere realistisch einzuteilen, sich einen guten, aber auch gesunden Arbeitsrythmus anzugewöhnen, bewusster mit Ablenkungsquellen umzugehen, Pausen zu machen, die Grundbedürfnisse zu reflektieren (Schlaf, Essen, Trinken, Ruhe, Pausen, Bewegung, Freizeitausgleich, frische Luft, Sozialkontakt, Rückzugsbedürfnis etc.), Prioritäten und Ziele stecken, einen angemessenen Ort mit guten Bedingungen zum Arbeiten zu wählen, mit Frustration, Motivationstiefs und Blockaden umzugehen und sich in Geduld und Gelassenheit zu üben. Das Konzept der Gruppen sieht vor sich eine frei zu bestimende Anzahl (z.B. 2-9) von Arbeitseinheiten von maximal 45 Minuten vorzunehmen, die mensch am Tag arbeitet. Nach 45 Minuten Arbeit erfolgt eine 15 minütige Pause. Dadurch wird die Konzentration maximal gesteigert. Ablenkende Gedanken werden in einem „Grübelbuch“ festgehalten. Privatleben und Studium/Arbeit werden konsequent voneinander getrennt (räumlich, zeitlich), um in der Freizeit Kraft zu schöpfen und ein Leben außerhalb von Arbeit zu genießen. Nach 18/19Uhr und am Wochenende soll möglichst gar nicht oder nur in Ausnahmesituationen gearbeitet werden (z.B. Endphase). Feierabend und Wochenende bedeutet von der Arbeit loszulassen und eine Kreativpause einzulegen.

Ich kann mir gut vorstellen selbst später einmal Leute im Studium oder in ihrer selbstständigen Arbeitsweise zu coachen entweder in einer Kleingruppe oder auch im Zweiergespräch. Mir macht es viel Freude eigene und fremde Arbeitsprozesse zu optimieren und für eine gute Work/Life-Balance einzutreten. Dieses  sorgt u.a für eine Burnout Prävention und führt zu einem Leben mit mehr Zufriedenheit/Lebensqualität, Erfolgserlebnissen und einer guten Selbstdurchsetzung von Bedürfnissen und Zielen.

© December 2015 E.J. Tolksdorf