Hochsensitivität

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© Foto: September 2015, Hafen der Insel Hiddensee, E.J.Tolksdorf.

Hochsensitivität/Hochsensibilität ist ein Thema, das mich in letzten Jahren immer mal wieder beschäftigt hat, nachdem ein Test ergeben hat, dass ich hochsensitiv bin. Für alle diejenigen, die sich für das Thema interessieren kann ich das Buch von Birgit Trappmann-Korr „Hochsensitiv: Einfach anders und trotzdem ganz normal. Leben zwischen Hochbegabung und Reizüberflutung“ (2010) empfehen.

Am Thema der Hochsensitivität finde ich spannend, dass die Auseinandersetzung damit auch mich nochmal stärker hat reflektieren lassen, was ich brauche und was mir gar nicht gut tut. Dieses hat Einfluss auf die Gestaltung von Freizeit und Berufsleben. Dinge, die mir nicht gut tun, habe ich gelernt lieber zu vermeiden oder wohl zu dosieren: Lärm, Reizüberflutung, Perfektionismus, Multitasking-Stress, Empathiestress, Koffeinwirkung, Dinge die mich erschrecken, angstmachende Filme, dauernegativ gestimmte Menschen, Hunger, binäre Geschlechtzuschreibungen und (Un-)Sensibilität im Umgang mit Geschlecht/Gender, aufregende Situationen, Konzentrationsprobleme, Nervosität bei beobachtet und bewertet werden von Autoritätsfiguren etc. können alles Aspekte von Hochsensitivität sein. Hochsensitive Menschen brauchen mehr Ruhe und Pausen als andere Menschen. Sie sind sensibel und empathisch für Feinheiten und Stimmungen ihrer Umgebung. Dieses alles zu verarbeiten braucht jedoch mehr Raum und Zeit. Sie brauchen auch mehr Struktur, um konzentrierter und aufmerksamer und effektiver arbeiten zu können. Es gibt stärker introvertierte und stärker extrovertierte Hochsensitive. Nicht selten haben Hochsensitive auch Kontakt bekommen mit der Diagnose ADHS/ADS. Hochsensitive haben verschiedene Begabungen, die gezielt produktiv eingesetzt werden können, wenn sie reflektiert werden und wenn diese in der richtigen Umgebung gedeihen können. Ich benötige z.B. viel Ruhe und Rückzugsmöglichkeit zum optimalen Arbeiten. Sozialkontakt kann mich schnell stressen, weil ich ein sehr empathischer Mensch bin, der viel wahrnimmt. Nach den Gesprächen brauche ich auch immer noch viel Zeit einige Gedanken zu verarbeiten. Auch bin ich manchmal in meinen Reaktionen langsam oder mal schneller, weil ich sehr viel über Dinge nachdenke und oft komplexer denke als meine weniger feinfühlige Umgebung.

© December 2015 E.J. Tolksdorf

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13 Kommentare

  1. Marion Mai · Januar 3, 2016

    Ich finde das auch ein sehr interessantes Thema. In meiner Arbeit als Krankenschwester in der Psychiatrie habe ich zum großen Teil mit den Fähigkeiten gewirkt, die mir meine Sensibilität verliehen hat (keine Ahnung, ob das mehr ist als normal, aber ich vermute schon). Und ich habe nicht ohne Grund eine Krankheit, die mich dazu gezwungen hat zuerst phasenweise und dann dauerhaft mit der Arbeit aufzuhören, da ich einfach nicht die richtige Balance finden konnte und mich immer verausgabt habe, bis nichts mehr ging. Leider oder doch lieber Gott sei Dank, verleihen die Medikamente ein dickeres Fell. Aber dann geht eben auch viel an Intuition verloren. Tja, das Kunststück, das rechte Maß zu finden ist mir nicht gelungen. Ich wünsche Dir, dass Du das besser hinbekommst, 🙂

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    • evanjulian · Januar 5, 2016

      Es ist sicher nicht einfach in der Psychiatrie zu arbeiten. Davor habe ich großen Respekt! Und dass das nicht spurlos an eigener Kraft vorbei geht kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich wünsche dir dass du deine Kraftquellen findest und dich regenerien kannst. Danke für deine guten Wünsche.

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  2. madameflamusse · Januar 31, 2016

    Ich glaube die Balance will jeden Tag wieder neu erforscht und erobert werden 😉 viele Hspler haben auch die Diagnose Depression, die aber eigentlich eher eine Folgeerscheinung ist bei Nichterkannten HSP´s..und auch nicht wirklich wie eine Depression ist sondern meiner Meinung nach eher Richtung Angst und Rückszugsverhalten geht. Was auch logisch ist wenn man so oft überfordert mit Einflüssen ist. Mir gings auch so als ich dann wußte das ich HSP bin das ich nochmal sehr darauf geachtet habe wie es mir mit was geht. Das war schon so ne kleine Erleuchtung. Aber ich hab da immer wieder mit zu tun, manchmal gehe ich auch über meine Grenzen und merke es erst hinterher, z.B. weil die Treffen grade schön sind…das ist dann meistens ziemlich blöde weil ich Tage brauche um mich zu erholen. Ich finde es schwierig darüber zu reden. Bei den meisten sVersuchen wurden ich komisch angeschaut und bei Ärzten wird abgewinkt, das nervt. Und yes auf der anderen Seite sehe ich es auch als wunderbare Gabe die unsere Welt auch braucht…für mehr Zeit lassen, mehr Ruhe, mehr Mitgefühl… LG

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    • evanjulian · Januar 31, 2016

      Wie oft HSP mit Depression korreliert weiß ich gar nicht. Es kann natürlich potentiell mit jeder psychischen „Störung“ korrelieren, ist aber ja erstmal auch unabhängig von jeglicher pathologischen Auffälligkeit. Das mit dem über eigene Grenzen gehen kenne ich auch gut. Das ist eine Herausforderung für sehr viele Menschen seine eigenen Ressourcen gut abschätzen zu können. Manchmal gelingt das nicht so gut. Nur die Folgen (Ruhebedürfnis, Nachdenken etc.) sind wohl für HSPler_innen dann andaueender. Ich denke auch dass es eine tolle Möglichkeit ist seine Fähigkeit sinnvoll einzubringen und Bereiche und Nischen zu finden in denen diese gewertschätzt wird und willkommen ist. Wie du schon geschrieben hast kann es abgetan oder auch abgewertet werden („Sei doch nicht so überempfindlich!“). Das ist das Grenzen setzen können auch wichtig. Und Menschen zu finden, die einen so verstehen und akzeptieren & das eben auch gerade toll finden. Ansonsten werden zwischenmenschliche Beziehung tatsächlich zum Krampf.

      Dein PS-Kommentar habe ich nicht ganz verstanden. Du empfindest das Design/Schriftgröße des Blogs zu groß/erschlagend? Ich selbst sehe eigentlich sehr gut.
      Liebe Grüße, EJ

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      • madameflamusse · Januar 31, 2016

        Hey, ich meinte mit der Depression das viele Menschen die die Diagnose Depression bekommen haben keine haben sondern HSP sind 😉 Die Leute zu finden ist mir persönlich nur begrenzt gelungen bis jetzt. Da freue ich mich dann immer wieder übers Internet.
        BlogTheme: ja das is alles total groß, riesen Schrift und Buchstaben, bis dann 😉

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      • evanjulian · Januar 31, 2016

        Das ist wahrscheinlich einfach Geschmackssache mit dem Blog-Theme. Ich mag’s nicht so mini klein und gedrängt – das ist aber in der Tat eher üblich auf verschiedenen Blogs. Ich nehme deine Kritik aber gerne auf und probier da mal gerne verschiedene Schriftgrößen aus, ib mir das auch in Kleiner zusagen würde. Liebe Grüße, Evan Julian

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      • madameflamusse · Januar 31, 2016

        ne das war nicht als Kritik gemeint nur eine Mitteilung wies für mich rüberkommt und das es sich für mich ungünstig anfühlt (Feedback), aber hauptsache Dir gefällt es. 😀

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      • evanjulian · Januar 31, 2016

        Feedback/Kritik ist jederzeit willkommen. Ist es denn angenehmer nun zu lesen?

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      • madameflamusse · Januar 31, 2016

        okey, Du ne die Überschriften sind immer noch riesig. füllt meinen ziemlich großen Bildschirm so ziemlich ganz aus, na is alles sozusagen präsent 😀

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      • evanjulian · Januar 31, 2016

        Ich schau mir das nächstes Wochenende mal am PC an, was ich da machen kann. Bin jetzt erstmal ein paar Tage ohne PC-Internet in Hamburg unterwegs. 🙂 Das Theme selbst bleibt natürlich, aber die Überschrift kann ich sicher ändern.

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      • madameflamusse · Januar 31, 2016

        okidoki, viel Spaß im schönen Hamburg

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      • evanjulian · Februar 1, 2016

        Dankeschön. Das war vorher tatsächlich etwas sehr groß, was mensch aber auch nur am PC so sieht. Ich bin viel mit Tablet und Handy drin, da wirkte es nicht ganz so bombastisch 😉 hehehe. Habe jetzt mal Verschiedenes rumexperimentiert. Ich habe den Headertext und die Blogeintragsüberschriften nun kleiner gestaltet, ich hoffe es gefällt dir jetzt besser 🙂 wirkt vielleicht so etwas übersichtlicher. Mir gefällt es so gut. So lass ich es jetzt. Noch kleiner geht nicht und sehe auch gar nicht gut aus, dann wird nämlich auch die Schriftgröße im Menü & die Zwischenüberschriften zu winzig. Dann noch frohes Stöbern im Blog ;-). Und danke für dein konstruktives Feedback. Liebe Grüße & ab morgen geht’s dann auf nach Hamburg :-), Evan Julian

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  3. madameflamusse · Januar 31, 2016

    ps.: ich glaube ich bin auch Visuell hochsensibel, das Theme hier schreit ganz schön, so größentechnisch. Darf ich Fragen ob das was mit schlechtem Sehen zu tun hat, oder ist das Zufall?

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