Soziale Angst (Sozialphobie)

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Hans Morschitzky und Thomas Hartl (2012): Raus aus dem Schneckenhaus: Soziale Ängste überwinden. Patmos Verlag.

Das Buch habe ich vor ein paar Jahren einmal gelesen und fand es uneingeschränkt empfehlenswert. An dieser Stelle möchte ich daher eine kurze Buchempfehlung aussprechen, aber keine ausführliche Rezension schreiben. Soziale Angst und der Umgang damit kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. Sie kann die Haupt-, aber auch die Nebendiagnose anderer psychischer Belastungen sein. Oft mit einem Schamgefühl behaftete Anzeichen sind u.a. starke Nervosität, Erröten, schwitzige Hände, Stottern, Verkrampfung, Blick denken, Kontakt, Orte und Verabredungen vermeiden. Dahinter steckt z.B. die Angst vor Peinlichkeit,  die Angst im Mittelpunkt zu stehen, die Angst vor Ablehnung, die Kontaktangst oder die Angst vor Beobachtung und Beurteilung.

Das Buch ist als Ratgeberliteratur konzipiert und wendet sich sowohl an Betroffene als an Angehörige. Oftmals ist soziale Angst etwas was innerhalb der Familie erlernt wurde und/oder mit unbewältigten traumatischen und negativen Situationen zu tun hat. Im Buch wird auf organische Faktoren , psychische Faktoren, Umweltfaktoren und sozialkulturelle Faktoren eingegangen.

Im dritten Teil gibt es ein 10-Schritte-Programm zur Bewältigung der sozialen Angst. U.a. wird im Buch empfohlen die Angst auszuhalten und nicht zu unterdrücken, sondern zu akzeptieren lernen. Gerade die Unterdrückung der Angst verstärkt die Angst und „die Angst vor der Angst“ um so mehr. Das kann sich bis zu einer Panikattacke ausweiten. Manche greifen sogar zu Alkohol oder Medikamenten, um dieses Angst- und Schamgefühl zu betäuben und zu verstecken. Daraus kann sich dann eine Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit ergeben. Daher denke ich persönlich ist ein (sich selbst) akzeptierendes, sensibilisiertes und ermutigendes (aber nicht ent-mündigendes oder bevormundendes) Verhalten der Umwelt gegenüber der Angst etwas ganz Wichtiges. Es erfordert viel Vertrauensarbeit in sich selbst und die Umwelt seine Ängste zu überwinden.

 

 

 

 
© E.J. Tolksdorf

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2 Kommentare

  1. Geflügel mit Worten · Januar 6, 2016

    Wichtiges Thema, aber noch sehr tabuisiert … Danke dafür!

    Gefällt 1 Person

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