Serientipp: Perception (2012-2015)

Seid ihr auch Serienjunkies? Ich persönlich brauche Serien als tägliches Ritual, um vom Alltag abzuschalten. Mich persönlich interessieren insbesondere Serien mit interessanten psychologischen Themen. Heute möchte ich Euch die Serie „Perception“ (2012-2015) kurz vorstellen und weiterempfehlen. Ich bin gerade bei Staffel 2, Folge 7 angelangt.

Es handelt sich bei „Perception“ um eine  ABC-Serie von Kenneth Biller und Mike Sussman aus den USA, die zwischen 2012 und 2015 in 3 Staffeln und 39 Episoden erschien und dem Genre „(Psycho-)Krimi“ und (Psycho-)Drama“. zugeordnet werden kann. Dabei hat sie auch einige sehr humorvolle Stellen, so dass sie auch Komödien-Aspekte aufweist.

Als Protagonist tritt Dr. Daniel Pierce auf, ein Professor der Neurowissenschaften (Eric McCormack), der selbst sympathisch „verrückt“ erscheint. Er leidet an einer sogenannten paranoiden Schizophrenie und er spricht alltäglich mit seinen in Menschen verkörperten Halluzinationen wie z.B. seiner imaginären besten Freundin Nathalie (Kelly Rowan). Aber auch erscheinen ihm immer wieder Personen (Opfer, Täter_innen), die zur Lösung von FBI-Fällen wichtige Schlüsselideen liefern. Er selbst berät neben seiner Dozententätigkeit an der Chicago Lake Michigan University nämlich das FBI regelmäßig. Dort arbeitet seine ehemalige Studentin Kate Moretti (Rachael Leigh Cook) an heiklen Mordfällen.
Ein wichtiger Begleiter in seinem ist sein Assistent und Student Max Lewicki, der nicht nur seine Vorlesungen begleitet, sondern auch bei ihm wohnt. Er erhält eine Beschützer- und Realisationsrolle im Zusammenhang mit Halluzinationen.

Der Protagonist ist hin- und hergerissen im Umgang mit seiner Erkrankung. Auf der einen Seite rät er einem anderen Patient mit gleicher Krankheit dringend zur Medikamenteneinnahme. Aber er selbst hat inzwischen Medikamente abgesetzt. In Schüben zeigen sich daher an ihm Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Auch führt es zu einem Psychiatrieaufenthalt, bei dem er eine alte Schwärmerei überraschend wiedertrifft: Die Psychiaterin Dr. Caroline Newsome, die jahrelang einen festen Platz als Nathalie in seinem Unterbewußtsein eingenommen hat. Mit ihr beginnt er dann auch eine ganz reale Beziehung.

Auch die Beziehung zur FBI-Agentin ist zuweilen von einer Anziehungskraft, die schließlich auch in einem Kuss mündet, versehen. Aber das Verhältnis wird immer wieder rationalisierend auf die Professionelalität zurückgeholt. Dennoch ist eine wichtige Schlüsselfigur, da er von ihr Akzeptanz im Bezug auf seine Person und Erkrankung erfährt.

Ansonsten wirkt der Protagonist eher als Einzelgänger, der oftmals den sozialen Rückzug sucht und ungelebtes Leben mit sich herumträgt. Voll von einer unbewussten Sehnsucht nach Liebe und Freundschaft. Dieser räumt er aber wenig Raum seinem Leben ein. Die Arbeit und Rationalität erscheint ein wichtiger Aspekt für ihn zu sein um sich von der Krankheit abzulenken bzw. nicht nur ihre Schwächen, sondern auch seine Begabungen aufgrunddessen wertschätzen zu können. Arbeit mündet jedoch zuweilen in Arbeitswahn. Daher erscheinen Liebesbeziehungen ganz frisch. Obwohl er sicher um die 40Jahre alt ist wirkt der Protagonist neben seiner sympathisch exzentrischen, lässigen Art voll von einem junggebliebenem Charme mit Abneigung zur Konformität und Formalität. Auch erscheint er hochsensibel kleinste Anzeichen und Stimmungen seiner Umgebung wahrzunehmen.

Die Serie zeigt verschiedene neurologische und psychiatrische Pathologien. Hierbei konnte ich noch einiges dazulernen. Natürlich ist die fiktive Thematisierung auch mit Verzerrungen und Dramatisierungen von pathologischen Aspekten versehen. Aber es bietet einige Inspiration sich mit neurologischen Aspekten auseinanderzusetzen.

Lasst Euch bitte auch von dem Beginn der ersten Folge nicht abschrecken. Diese „Professor – Studentin“-Szene hatte mich schon mal zum Ausschalten/Nichtverfolgen gebracht.

© January 2016 E.J. Tolksdorf

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2 Kommentare

  1. criticalpixie · Januar 15, 2016

    Ich nutze die Kommentarfunktion um dich darüber zu informieren dass ich nach dem Lesen einiger Deiner Beiträge, Dich für den Liebster Award nominiert habe … Mehr Infos:
    http://criticalpixie.com/2016/01/15/criticalpixie-und-der-liebster-award/#more-4482

    Gefällt 1 Person

    • evanjulian · Januar 15, 2016

      Hey criticalpixie, ich fühle mich geschmeichelt zu einem deiner vier auserwählten Blogs zu gehören :-). Ich werde mich mal am Wochenende mit dem Award & deinen Fragen an mich auseinandersetzen. Liebe Grüße & schon mal ein schönes Wochenende, Evan Julian

      Gefällt 1 Person

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