Perspektivenwechsel (2016)

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© Foto: E.J.Tolksdorf, Ausblick vom Amrumer Leuchtturm auf die Dünen- und Strandwüstenlandschaft, Frühjahr 2015.

Dürre weit und breit

Die Grillen zirpen im Gebüsch

Von der Sonne ausgetrocknet

Dürstend nach dem Regen

Wann ist es endlich so weit?

Wann hat das Warten ein Ende?

Meine Füße tun weh vom Laufen

Möchte endlich ankommen

Voller Hoffnung im Gepäck

In der Zukunft lebend

Aber jetzt muss ich noch ausharren

Hier in der Hitze ohne Wasser

„Halte durch!“ sagt die bekannte Stimme in mir

Aushalten

Ausharren

Ertragen

„Deine Stärke ist deine größte Stärke“

Aber was ist, wenn ich mal nicht stark sein möchte?

Was ist wenn meine Kraft doch nicht ausreicht?

Verdammt zum Stark sein?

Geduld hat Grenzen

„Das Leben ist kein Durchhaltetest!“

Jeden Tag der gleiche Kampf

Manchmal verdrängt ins Unbewusste

Dann wieder präsent

Zeit zum Perspektivenwechsel

Der Leuchtturm schenkt mir den Weitblick über die Dünenlandschaft und die Strandwüste

Unendliche Weite wird endlich

Erleichtert blicke ich in die Zukunft

Neue Ausichten tun sich auf

Ich schau‘ zurück auf den gegangenen Weg

Neue Deutungen zeichnen sich in den Sand

Angstschweiß getrocknet

Aus der Ferne nicht mehr wahrnehmbar

Ein Gefühl der Furchtlosigkeit überkommt mich

Den schützenden Mantel lege ich ab

Im Sommer ist er nicht zu gebrauchen

Eine spielerische Leichtigkeit stellt sich ein

Die Welt um mich herum dreht sich

Ich mag es kaum glauben dich hier zu treffen

Wie sehr habe ich mich nach dir gesehnt

Das Meer enthält allerlei Getier

Unergründliche Tiefen und Weiten

Facettenreich

Tauchend erforsche ich eine neue Unterwasserwelt

Warum traute ich mich zuvor nicht ins Wasser? Und warum erschließt es sich mir plötzlich?

Faszinierend erkunde ich jede Qualle vor der ich zuvor flüchtete

Jeder Krebs, jeder kleine Fisch wird willkommen geheißen und neutral betrachtet

Wie sie sich vergraben

Wegschwimmen

Verkriechen

Zauberhaft umherschweben

Auch die ekligsten Algen erscheinen plötzlich faszinierend und spannend

Was ist passiert? Bin das noch ich?

Spiele ich nur Rollen, um zu beobachten was um mich herum passiert?

Perspektivenwechsel

Raus aus dem Wasser!

Kalt wird mir.

Das Handtuch wärmt meine Schulter.

Genug erkundet.

Wohlig.

Die Sonnenbrille schützt vor den Aggressionen der Sonne.

Die Decke wärmt meine Füße.

Hier fühl ich mich sicher.

Kein Grund mehr zur Beunruhigung.

Das Schamgefühl ist verflogen.

Ja, ich darf.

Darf genießen ohne schlechtes Gewissen.

Darf Kraft und Muße tanken.

Mich vorbereiten auf die Dürre des Winters.

Immer noch unglaublich.

Ja, es passiert jetzt und hier.

Freude auf das Leben kehrt zurück.

Unerschrocken wehre ich die Gewitterwolken ab.

Zuversichtlich blicke ich zum Horizont.

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