AtemWege (2016)

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©Foto: E.J.Tolksdorf, Im Wald des Nationalpark Jasmund auf Rügen, 2015.

Einfach mal durchatmen

Sich eine bewusste Pause gönnen

Atempause

Wie schwer fällt es Dir?

Zu pausieren

Nichts zu tun

Nicht zu hyperventilieren

Im Hamsterrad der Zwänge und Ängste

Panik

Atemnot

Chronische Bronchitis

Asthma

Kurzatmigkeit

Schnappatmung

Kaum Muße zum Atmen?

Stets angetrieben

Rastlos

Erschöpft

Dich stets in Bewegung

Den Atem angehalten

Bis zur Ekstase

Arbeitsekstase

Einschnürende Überfürsorge

Ungesunde Keimfreiheit

Erstickt wurde jede Muße

Höher, schneller, weiter

Ohne Zeit für Reflektion

Auf das Leben

Ohne Blick zurück

Verdrängte schmerzende Fragen

Will ich das wirklich?

Bin ich so?

Möchte ich so sein und werden?

Statt ausgeatmet

So hast du stets eingeatmet

Alles verinnerlicht

Ohne ein Stop

Gedankenkreise

Grübelzwänge

Negativität

Sie verdienen ein klares Stopp

Eine Pause

„Das Atmen läuft doch automatisch, darum muss ich mich gar nicht bemühen!“

Tief einatmen

Ausatmen

Augen schließen

Erwartungsvoll die Entspannung empfangend

Unerwarteten Augenblicks tritt sie ein

Gönn‘ dir ein bisschen Ruhe

Lass‘ den Alltag nicht deine Seele zerfressen

Gönn‘ dir eine Pause um zu Atmen

Um Freiheit im Zwang

Leben zu spüren

Ungelebtes Leben holt dich immer ein

„Habe ich was verpasst?“

Die Sorge um sich selbst

Begleitet dich im Stillen

Verbannt ins Unbewusste

Macht es sich breit

„Ich möchte leben und atmen und frei sein!“

Schreit es aus einem Schrank heraus

Zugemauert mit Alltagsgedanken

Verstummt sie leise

„Das kann ich mir gerade nicht erlauben. Das geht einfach nicht! Es gibt Wichtigeres im Leben!“

So besänftigt wird sie jeden Tag

Damit ihr Schreien endlich erlischt

Das schrille Schreien eines Kindes

Dem niemand zuhören mag

Im Warten dass es endlich aufhören möge mit dem Gebrüll

Einfach mal durchatmen

Den Schleim des Stresses sacken lassen

Bevor er sich festsetzt

In Lunge und Bronchen

Einfach mal gnädig sein mit sich

Ist doch eigentlich alles gut gelaufen?

Warum das Rad immer weiterdrehen

Bis zum Schwindel und zur Übelkeit?

Komm doch mal zu Ruhe

Und in den Genuss

Das wünsche ich dir

Das Leben hat noch einiges mit dir vor

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3 Kommentare

  1. Yvonne Koch · Februar 29, 2016

    OMG, das liest sich ja gruselig…hast du solche Zustände? Dann empfehle ich eine Reise in den Norden von Bangladesh: das satte Grün der Reisfelder beruhigt sofort, es riecht mal nach Früchten, mal nach Fluss oder auch nach getrocknetem Tierdung, nicht unangenehm. Und spätestens wenn dann noch eine Ziege meckert, wirst du spüren, dass alles von dir abfällt. Ängste, Stress, Selbstzweifel – das wird hier schnell absolut nichtig. Denn die Menschen hier sind zwar bettelarm und kämpfen jedes Jahr gegen Überflutungen, aber sie bringen dir eine Wärme und Herzlichkeit entgegen, durch die du dich…ja irgendwie GANZ fühlst.

    Gefällt 1 Person

    • evanjulian · Februar 29, 2016

      Danke für deinen Kommentar. Nein, in dem Text geht es nicht um mich ;-). Aber um verschiedene nahstehende Personen, die derzeit gleichzeitig alle etwas mit den Atemwegen hatten. Dieses hat mich zu diesem Text inspiriert, weil es mich innerlich beschäftigt hat. Schöne Grüße, EJ

      Gefällt mir

      • Yvonne Koch · Februar 29, 2016

        Da bin ich ja froh! Hätte ehrlich gesagt auch nicht zu dem Bild gepasst, dass ich von dir habe 😉

        Gefällt 1 Person

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