Lebe wild (2016)

2015-03-20 19.24.03

Die Reize der Schatten umgeben mich.

„Nothing sweet about me…“

Der Song ertönt im Radio.

Mein Blick so neckisch, kühl und böse.

„Nein, es ist wirklich nichts Süßes an mir. Jedenfalls nicht jetzt.“ denke ich für mich.

Gefallener Engel.

Es gibt nichts Schlimmeres als auf das Engelsgleiche, Süße, Liebe, Gute, Perfekte, Fürsorgliche und Liebreizende reduziert zu werden.

Die subtile Gewalt der Reinheits- und Schönheitsästhetik.

Süß, hübsch, rein, lieb, familiär, gut, perfekt, brav, unschuldig, ja-sagend, romantisch verklärend, fürsorglich, gewissenhaft, naiv, „auf immer und ewig“, in Warteposition verbleibend und aufopferungsvoll?

„Wäre ich ein Cismann würdest du das alles gar nicht von mir erwarten!“ denke ich mir oft im Stillen.

Manche nennen das „gut erzogen“.

Die Stärke und das Aushalten-Können wird zur größten Schwäche.

Sie macht passiv aggressiv, eifersüchtig, neidisch, unzufrieden, verbittert und zwanghaft.

„Nicht mit mir!“, denke ich mir.

In mir steigt eine Kühle und Wut auf – Anzeichen meines Widerstands!

Ich mache mich unabhängig von all‘ den gesellschaftlichen Erwartungen an mich.

Überzogene und grenzüberschreitende Erwartungen an meine Persönlichkeit, meinen Körper und mein Auftreten prallen an mir ab.

Deine wiederkehrenden enttäuschten Blicke sprechen Bände.

Sie verletzen mich aber schon lange nicht mehr.

Dein Beleidigtsein, Sticheln und Schmollen in deiner Stimme überhöre ich mittlerweile.

Denn: Was siehst du in mir? Suchst du jemand anderes in mir als ich bin?

Was willst du in mir sehen, was ich aber vielleicht gar nicht verkörpern möchte?

Hast du wirklich Interesse an meiner Person oder nur Interesse an der Funktion die ich für dich ausfülle? Oder besser gesagt: Magst/Liebst du mich oder brauchst du mich?

If you don’t like the way I am, then maybe go and find somebody else!

Ich möchte nur coole Menschen um mich herum, die mich zu schätzen wissen.

Denn ich bestimme die Regeln für mein Leben selbst.

Ich sage, verhandel‘ und zeige, was ich brauch‘ und will.

Bevormundungen lasse ich nicht zu.

Der generationsübergreifende Balast weiblicher Sozialisation hat Spuren hinterlassen und zeigte sich in meiner Kraftlosigkeit und Unentschlossenheit.

Die Spuren heilten äußerst langsam.

Die fürsorgliche und emotionale Tankstelle bin ich nicht mehr für Euch und möchte ich nicht mehr sein.

Ich nehme mir nun das was ich brauche anstatt zu warten, dass mir jemand dieses Gewünschte geben möge.

Eure Macht über mich ist zerbrochen.

Es mag egoistisch für Euch wirken.

Aber ich spüre das Leben in mir aufsteigen.

Ich spüre endlich mich.

Und bin so wie ich bin.

Mein Leben lebend.

Unabhängig.

Unangepasst.

Open minded.

Little crazy.

Born to be a wild rebel!

Cheers!

 

 

Serientipp: Bates Motel (2014)

Liebhaber_innen von düsteren Psychothriller und Kriminalgeschichten werden Gefallen an der Serie „Bates Motel“ finden. Sie enthält allerdings recht heftige Szenen, so dass sie leicht Traumatisierungen triggern kann (emotionale und sexuelle Gewalt/Missbrauch, Inzest), dieses gilt auch als Triggerwarnung für diese Rezension (wer aus verständlichen Gründen nicht weiter lesen mag…). Daher ist sie nicht für jede_n geeignet.

Die Serie „Bates Motel“ ist als Vorgeschichte des Hitchcock-Klassikers „PSYCHO“ in vier Staffeln konzipiert.

Nach der Tötung des gewalttätigen Vaters durch den Sohn beginnen die Mutter Norma Bates und ihr Sohn Norman Bates ein neues Leben. Sie erwerben ein heruntergekommenes Motel und eine alte gruselige Villa in einem Städtchen an der Küste.

Das Verhältnis zwischen Sohn und Mutter erscheint zu Beginn noch ganz „normal“. Dennoch steigt die erste Folge bereits mit heftigen und unerträglichen Szenen ein. Das ungesunde extrem symbiotische Verhältnis zwischen Mutter und Sohn zeigt die subtilen Formen eines emotionalen Missbrauchs und einer inzestiös und sexuell missbräuchlich aufgeladenen Atmosphäre. Die Mutter erscheint auf der einen Seite als taffe, kühle und manipulative Protagonistin, die gleichzeitig als Überlebende von sexualisierter Gewalt in Familienverhältnissen dargestellt. Das symbiotische Verhältnis zwischen Mutter und Sohn sowie zwei Todschlagsfälle lösen u.a. psychotische Schübe, Wahrnehmungsverzerrungen und „Black Outs“ des Sohns aus. Die Überidentifikation mit der Mutter zeigt sich nicht nur in Halluzinationen, sondern auch dass er im Sinne einer multiplen Persönlichkeitsstörung sich selbst zuweilen in die Rolle seiner Mutter begibt und ihre Kleidung dabei trägt. Die Ursachen der ungesunden Mutter/Sohn-Dynamik liegen auf der Hand: Die Mutter stammt ebenso aus einer dysfunktionalen Familie mit einem gewaltvollem Vater, der alkoholkrank ist. In dieser angstvollen Situation entsteht eine ungesunde missbräuchliche Nähe zwischen den Geschwistern, die in sexuell-inzestiöser Gewalt endet. Daraus entsteht auch ein gemeinsam Sohn namens Dylan, der sich stets familiär unwillkommen fühlt. Das Verhältnis zwischen Dylan, Norman und Norma ist sehr angespannt, kühl und gewaltvoll. Im Verlauf der Serie gelingt es jedoch dass sich das Verhältnis bessert. Dylan kommt in Kontakt mit seinem Vater zudem er ein ambivalentes und heimliches Vater/Sohn-Verhältnis hat.

In dem Sohn Norman sucht Norma nun die pure männliche Reinheit und Unschuld. Er ist der Prototyps eines „Muttersöhnchens“ und redet sie stets verehrend mit „Mutter“ an. Sie bindet ihn an sich, kontrolliert ihn und lässt ihn nicht eigene Wege des Erwachsenwerdens gehen. Jeder Versuch einer eigenen Sexualität nachzugehen wird von der Mutter verächtlich und subtil lächerlich machend kommentiert. Der Sohn fixiert sich zunehmend nicht nur emotional sondern auch begehrend auf seine Mutter, die mehrfach Grenzüberschreitungen vornimmt: Sie behandelt ihn als Ersatzpartner (Tröster, Beschützer), zieht sich vor ihm aus, möchte dass sie beide in einem Bett schlafen und in Löffelchenhaltung kuscheln etc. Erst als der andere Bruder dieses kritisch kommentiert nimmt sie Distanz ein, kassiert dafür aber dann Missachtung und passive Aggressivität durch Norman, was sie kaum erträgt. Zudem missbraucht sie auch die Abhängigigkeitbeziehung um ihren Sohn für sich im Motel als Arbeitskraft und später Motelmanager arbeiten zu lassen. Elterliche Verantwortungsaufgaben überträgt sie auf ihren Sohn. Gleichzeitig ist das Verhältnis von erdrückender, ungesunder und gewaltvoller Überfürsorge und -besorgtheit geprägt. Stets wird das ungesunde Nähe-Verhältnis jedoch gegenseitig als „normal“ und „ideal“ verklärt und bagatellisiert. Zwar fragt sich Norman immer wieder was wohl mit ihm nicht stimmt (Gefühl des Andersseins), aber es gelingt ihm aufgrund seines mangelnden tiefergehenden Kontaktes zu Gleichaltrigen nicht die ungesunde Dynamik tiefgreifender zu reflektieren und auf Distanz zur Mutter zu gehen. Zeitweise versucht er abzuhauen, aber seine Mutter und das schlechte Gewissen taucht als Halluzination und Überidentifikation auf, sodass es unmöglich wird sich abzulösen.

Normas Sexualität mit Männern ist für Norman ein Dorn im Auge, er reagiert eifersüchtig, besitzergreifend, ablehnend, distanziert und gewaltvoll. Besonders heftig wird es als sie etwas mit einem Psychotherapeuten und Psychologie-Dozenten anfängt, der sowohl sie als auch ihren Sohn versucht zu „therapieren“ und dabei die Grenzen eines Therapie-/Privatverhältnis überschreitet. Der „Therapeut“ fragt Normen die entscheidene Frage, ob er seine Mutter begehrt. Daraufhin eskaliert die Situation.

Norma und Normen vertuschen mehrere düstere Totschlag- und Mordfälle. Diese binden sie weiter eng aneinander. Das Verhältnis zur Umwelt ist von tiefen Misstrauen und strategischem Vorgehen geprägt um nicht aufzufliegen. Zudem passieren weitere Morde und Mordserien.

Am Spannensten finde ich die Darstellung der ungesunden Elternteil/Kind-Beziehung und deren Konsequenzen. Natürlich ist diese sehr auf die Spitze getrieben.

Rundum: Empfehlenswert für Psychothriller-Begeisterte!

Bewusster Internetkonsum

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©Foto: September 2015, Hinweisschild im Naturschutzgebiet der Insel Hiddensee, EJ Tolksdorf.

Internetsucht ist im Smartphone-Zeitalter nichts Ungewöhnliches mehr. Vielen Menschen fällt es zunehmend schwer nicht dauernd auf Ihr Smartphone zu schauen. Mich eingeschlossen ;-). Meine Internetaffinität begann allerdings nicht erst mit dem Smartphone. Schon im Jugendalter, als Internet noch was besonders war, bin ich immer mit meinem Bruder oder alleine zu Karstadt nach Hannover gefahren, um dort den kostenlosen Internetzugang zu nutzen ;-). Mit Leuten außerhalb des eingeschränkten dörflichen Umfelds zu kommunizieren war für mich stets eine attraktive Möglichkeit der Kontaktaufnahme mit der Außenwelt. Immer auf der Suche nach offenen und leicht verrückten Menschen. Stundenlange Chats und Telefonate mit Menschen hatte ich bereits seit dem Jugendalter. Es hatte einfach immer etwas Aufregendes und Neues interessante Menschen kennenzulernen. Egal ob für den freundschaftlichen Austausch oder für Dates. Und ja wie schon mehrfach erwähnt habe ich immer sehr gerne geschrieben. Das Internet bot mir eine optimale Plattform meiner Schreib- und Kommunikationslust zu frönen. Und dabei immer auch über mich hinauszuwachsen, Neues kennenzulernen und die Gedankengänge anderer Menschen zu studieren.

So sehr diese Lust an Kommunikation über das Schreiben mir bis heute Spaß bereitet, so sehr sehe ich zunehmend auch das Problematische daran, wenn es zu viel wird. Ich lese auch viele Atrtikel, Blogs und beteilige mich gerne mal an Diskussionen. Beim Bloggen ist mir das auch aufgefallen. Beginne ich etwas, so meist mit Leiden-Schaft. Aber es wird dann schnell exzessiv und ich brauche dann wieder mehr Abstand dazu um mich zu organisieren, damit andere Lebensbereiche nicht langfristig vernachlässigt werden. Beim Bloggen habe ich das sehr gut hinbekommen. Jetzt gilt es aber meinen Internetkonsum allgemein zu beschränken. Muss ich denn jeden Tag meine Nachrichten prüfen? Möchte ich wirklich so viel Zeit mit Onlineaktivitäten verbringen? Geht nicht auch ganz schön viel Energie und Zeit dabei drauf, die ich für meine volle Konzentration auf die Doktorarbeit sowie für meine Beziehung, meinen Alltag, andere spannende Lebensaktivitäten und Freundschaften etc. auch benötige?

Ich möchte versuchen daher pro Tag bzw. alle paar Tage maximal eine Stunde am Abend online zu sein, wenn alles soweit geschafft ist. Festere Online-Zeiten sich vorzunehmen fühlt sich gerade befremdlich, aber gut an. Ob ich das wirklich so schaffe, wie ich’s mir vornehme? Vielleicht nicht sofort, aber ich bin ein willensstarker Mensch und habe bisher alles geschafft was ich wollte ;-P. Etwas zu beschränken was Spaß macht ist besonders hart.

Oft habe ich unter Blogger_innen von „Internetfasten“ gehört, also eine längere Zeit, wo z.B. bewusst nicht die Onlineaktivität gesucht wird. Z.B. in Klausurenphasen oder wenn mensch einfach mal eine Blogpause braucht. Finde ich eine sehr interessante Idee ;-). Frage mich allerdings ob diese wirklich gut umzusetzen ist. Selbst in Urlaubszeiten schaff ich das nicht so recht mal das Handy komplett für 2 Wochen auszuschalten ;-). Aber eigentlich hat es ja früher auch ganz ohne sehr gut funktioniert.

Wie geht es Euch damit? Was sind Eure Strategien des bewussten Internetkonsums? Oder habt ihr das Problem selbst gar nicht?

Zudem habe ich auch in Artikeln über das Thema auch gelesen wie sehr partnerschaftliche Kommunikation unter dem zugenommenen Internetkonsum leiden kann insbesondere wenn Menschen in einer Partnerschaft oder Wohngemeinschaft zusammen wohnen. Hier gibt es dann auch Tipps wie z.B. Tabuzonen des Internetkonsums wie z.B. das gemeinsame Schlafzimmer oder am Esstisch o.ä.

Ich brauche wohl eine Art Ablenkung von der Ablenkung ;-). Für Eure Tipps und Tricks wären ich natürlich dankbar.

My Spotify Playlist

Was ist der Soundtrack zu Eurem Leben? Ich habe gerade Spotify für mich entdeckt und bin begeistert endlich meine Lieblingsmusik immer dabei zu haben. Bisher war ich was das betrifft doch recht retro: CDs und MP3. Aber Spotify ermöglicht einen noch einfachen Zugang über Internet. So habe ich meine Musik immer auf dem Smartphone ohne es vollzumüllen. Nerviges Downloaden und Kopieren passé. Gerne lass ich mich auch durch Eure Playlist für neue Musik inspirieren. Sendet mir gerne Euren Playlist-Link :).

Wer sich dafür interessiert was ich so gerne für Musik höre, kann gerne hier draufklicken (auf Verlinkung mit Spotify klicken, siehe unten Grafik) und schon wird meine Playlist abgespielt. Ihr müsst Euch bei Spotify nicht anmelden, könnt online jederzeit kostenlos meine Playlist anhören (nur offline/downloaden kostet was). Ihr könnt Euch aber die App kostenlos runterladen und meine Playliste anhören z.B. während des Lesens meines Blogs.

Edit: Die Liste wächst stetig. Mittlerweile sind über 1200 Songs in meiner persönlichen Playliste. Falls ihr empfehlenswerte Musik wisst, so freue ich mich immer auf Hinweise! 🙂 Ich eigne mir auch gerne neue Musikgenres an, bin da offen für Diverses (so lange es GUT ist ;-)) auch wenn ich einen recht profilierten Musikgeschmack habe der insbesondere folgende Genres umfasst: Rock ’n‘ Roll (70er/80er britischer und amerikanischer Punk, Rock, Indie, Alternative, Garage Rock, Riot Grrrl/Queercore, Hippie, etwas aus Metal/Hardrock, Glam- und Sleazerock, Rockabilly/Psychobilly und klassischen Rock ’n’Roll etc.), Postpunk, Darkwave/Coldwave, EBM, Elektropop, Synthie Pop, (queer*-) feministischer Elektro und Hiphop, melancholische SingerSongwriter-Musik, etwas Blues und Diva-eske Musik 😊.

Kreativität als therapeutisches Potential

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©Foto: November 2015, Evan Julian als funny diva „Drag Queen“, EJ Tolksdorf.

Im Rahmen von Psychotherapien wird mehr oder weniger implizit oder explizit die Kreativität und Selbstständigkeit des Menschen angeregt. So wird in ressourcen- und lösungsorientierten Ansätzen danach gefragt: „Wie haben Sie bisher versucht ihre emotionalen Probleme zu bewältigen ohne Psychotherapie?“. Eine sehr bedeutsame Frage. Daher möchte ich heute kreative therapeutische Potentiale thematisieren, die für jeden Menschen zugänglich sind. Diese sind für viele gesunde Menschen vielleicht ganz selbstverständlich. Andererseits können die kreativen Potentiale in akuten Krisen unter einem Ballast von anderen Problemen verkümmern und aus dem Blick geraten. Es ist gut sich diese basalen Methoden der kreativen Stimmungsbeeinflussung aber in Erinnerung zu rufen. Natürlich ohne dabei in perfektionistischen Kreativitäts- und Leistungsstress zu verfallen. Es geht hierbei um die Fähigkeit Spass zu erleben und daraus Kraft zu schöpfen für den Alltag und für die Meisterung außergewöhnlich belastender Situationen.

1. Musik und Tanzen

Musik ist wahrlich einer der besten und treusten Freund_innen und Begleiter_innen vieler Menschen. Musik verändert nachweislich die Stimmung des Menschen. So kann das Hören beruhigender, melancholischer, fröhlicher oder aggressiver Lieder in Zeiten von Liebes-, Familien-, Beziehungs-, Arbeits- oder Freundschaftsproblemen und akuten Krisen wirklich befreiend sein. Zu jeder Stimmung gibt es die passende Musik – welch‘ ein Schatz :-)! Musik ist auch dann noch eine loyale Freund_in und Trösterin, wenn nachts bereits die menschlichen Freund_innen schlafen und mensch diese nicht stören möchte. Musik ist zudem ein guter Pausenfüller für zwischendurch, z.B. wenn die Motivation im Studium im Keller ist oder mensch in einer aufregenden Warteposition beruflich oder privat verweilt. Heutzutage ist es so leicht geworden immer an die Lieblingsmusik ranzukommen. Online sind die Lieblingssongs jederzeit und überall über Smartphone und PC z.B. über Internetradios, Spotify, Erwerben von MP3s oder youtube.de etc. zugänglich. Wer es -wie ich- manchmal auch sehr gerne noch retro mag kramt vielleicht auch gerne die alte Lieblings-CD mit Booklet raus. Oder vielleicht sogar: Ein selbst gemixtes Tape (Kassette) oder eine Schaltplatte. Oder hört ganz klassisch einfach den üblichen Radio- oder Musikfernsehsender. Diese können jedoch schnell mit ihrem eintönigen Musikprogramm langweilen. Musik regt auch Bewegung an, wenn Menschen gerne tanzen. Dadurch kann sich auch physisch einiges im Alltag auflockern, es kehrt Leichtigkeit ins Leben zurück, wenn Menschen tanzend und singend durch’s Leben schreiten :-D. Z.B. unter der Dusche oder auf der Lieblingsparty, bei der mensch gerne richtig abgehen kann. Der Atem kann durch’s Singen und Tanzen fließen. Vielleicht spielst du aber auch gerne ein Musikinstrument? Oder wäre es mal wieder an der Zeit zu einem Konzert zu gehen, so wie du es früher oft gemacht hast? Oder legst als DJ gerne Musik auf um Menschen in eine ekstatische Stimmung zu bringen? Oder spielst Du vielleicht in einer Band und magst dich auf diese Weise emotional, körperlich und kreativ ausdrücken? Daher mein Tipp: Lass‘ genügend Raum für Musik in deinem Leben – die Lebendigkeit und Verspieltheit von Musik wird dir gut tun. Vielleicht hattest du auch schon immer den Wunsch mal einen Tanzkurs zu belegen? Ich habe früher als Kind leidenschaftlich Rock ’n‘ Roll getanzt. Vielleicht reizt dich Tango oder Salsa? Dance with somebody!

2. (Kreatives) Schreiben:

Ob Tagebücher, Briefe, Chats, E-Mails, soziale Netzwerke, Messenger, kreatives Schreiben (Bloggen, Kurzgeschichten, Lyrik/Prosa, Songtexte, Bücher):  Im Schreiben liegt ein sehr therapeutisches Potential! Es dient zum Austausch, zur Reflektion, dem Lustgewinn und Kreativität. Nur wenige Menschen sind jedoch wirklich schreiblustig. Es heißt allerdings: „Wer schreibt, der bleibt!“ Daher empfehle ich: Schreibe leidenschaftlich gerne und Du wirst bewusster durch’s Leben gehen ;-). Du wirst in Kontakt mit dir selbst und mit anderen Menschen kommen. Es wird dir ein Gefühl der Verbundenheit geben mit dir selbst und deiner Umgebung.

3. Fotografie:

Die Umgebung mit allen Sinnen und Farben wahrnehmen gelingt insbesondere durch das Medium der Fotografie. Ob Natur-, Architektur-, Personen- oder Landschaftsmotive: Es kommt auf den speziellen Blickwinkel und die Sehgewohnheiten und -experimente an. Auf das Verhältnis von Nähe/Distanz, Detail/Überblick, Farbkombinationen, Position, Schärfe, Zerstreuung etc. Daher meine Empfehlung: Halte die Kamera stets bereit, genieße die kleinen ästhetischen Freuden im Alltag und in besonderen Situationen. Im Smartphonezeitalter ist es auch spielend leicht geworden sogar unterwegs Bilder zu bearbeiten. Bildmomente sind auch Erinnerungen an schöne, schmerzhafte und bittersüße Momente. Manchmal ist es auch erforderlich Bilder zu löschen oder in die unterste Schublade des Unterbewusstseins zu verbannen, um endlich vergessen zu dürfen und neu zu beginnen.

4. Zeichnungen und Malerei

Das Unterbewusstsein lässt sich oft über Bilder erschließen. Manche Menschen mögen ihre Emotionen und Gedanken weniger in Worten aber in Bildern ausdrücken. Ob mit Acrylfarbe, Kohlestifte oder Ölfarben. Eine Kritzelei mit dem Kugelschreiber auf einem Papier oder bewusstes Malen auf der Leinwand. Wann hast du das letzte Mal dir bewusst Zeit genommen um zu zeichnen und zu malen? Lass dich von Kindern inspirieren. Es geht doch so einfach und das Zeitargument ist eine faule Ausrede. Nimm dir Zeit und Muße dafür. Zudem hat Zeichnen und Malen etwas sehr Meditatives und Befriedigendes. Probier’s mal aus.

5. Handwerk, Renovieren und Design

Etwas Handfestes zu produzieren und an etwas rumzuwerkeln. Die Wohnung ganz neu zu renovieren, Möbel umzustellen oder neue Stücke zu besorgen. Oder gar selbst ein Möbelstück zu designen oder ein altes Stück aufzuarbeiten. Das kann unglaublich den Alltag bereichern. Geh‘ doch mal wieder in den Baumarkt, schau dir paar youtube-Videos an oder nimm an einem Workshop in deinem Ort teil. Vielleicht auch einfach mal töpfern?Gestalten macht unglaublich viel Freude. Ob alleine oder zusammen. Just do it!

6. Kochen
Rezepte sind online und über Bücher zugänglich und können selbst kreiert werden. Wie befriedigend ist es sich am Wochenende endlich Zeit zu nehmen für ein 3-Gänge-Menü. Es vorzubereiten und dann mit dem_der Liebste_n zu verspeisen oder Freund_innen oder Familie dazu einzuladen. Es lebe die Kochkunst!

7. Filmen
Nicht nur Fotografie, auch das Filmen kann den Blick für die schönen Dinge des Lebens schärfen. Wolltest du vielleicht schon mal deine eigenen Dokumentation drehen? Oder deine eigene Sitcom, deinen eigenen Horrorfilm drehen etc.? Worauf wartest du? In Zeiten von podcast-Platformen kannst du sogar in Kürze ein großes Publikum erreichen, wenn du magst. Oder du behälst es ganz privat. Wenn du Spaß an Kameraführung hast, dann tob‘ dich aus!

8. Styling, Frisuren und Mode
Makeup- und Modeblogs und -tutorials gibt es wie Sand am Meer. Wenn du Spass dran hast, dann beschäftige dich mit Stylingthemen und entwickel‘ deinen eigenen Style weiter. Vielleicht wolltest du auch immer heimlich ein_e Friseur_in sein oder Maskenbilder_in wer.den. Was hindert dich daran es nicht privat zu sein? Eine Bekannte_r von mir hat z.B. die tolle gemeinschaftliche Idee des freundschaftlichen/gemeinschaftsorientierten Frisierens für sich entdeckt und sich auf Butch-Frisuren spezialisiert. Inzwischen ist die Person richtig gut ausgestattet mit Friseurbedarfsmaterialien. Ich find‘ das so genial. Nicht jedes Hobby muss zum Beruf werden. Create your own style!

9. Spaziergänge
Wann warst du das letzte Mal stundenlang spazieren und hast dich mit Freund_innen bei frischer Luft im Park richtig schön ausgequatscht und viel zusammen gelacht? Selbst in der Stadt gibt es Parks und auf dem Land gibt es auch tolle Möglichkeiten am See zu spazieren. Ein Wellness- und Therapieprogramm ganz kostenlos! 😉

10. Theatralisches
Vielleicht liebst du es aber auch dich stets zu verwandeln und in neue Rollen zu schlüpfen. Immer wieder anders sein und neue Facetten kennenzulernen? Was hindert dich daran dich für einen Theaterworkshop anzumelden oder gar  einer Laienschauspielgruppe anzuschließen? Oder bei den Dragking- und Dragqueenshows aufzutreten? Oder privat dich im Alltag immer wieder als wandlungsfähigen Menschen zu zeigen? Drama, baby! Performance! Show me all your sides. Sei mal etwas „verrückt“. Sei selbstbewusst mit deinen verrückten Seiten :-).

Fußmassage

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©Foto: März 2016, Füße-Selfie von Evan Julian, E.J. Tolksdorf.

Nicht jede_r mag Füße oder fühlt sich wohl an den Füßen berührt zu werden. Nach einem anstrengenden Tag oder in einer angespannten Zeit gibt es allerdings kein besseres Rezept als eine den ganzen Körper stimulierende und tiefen entspannende Fußmassage.

Welche Last tragen Tag für Tag unsere Füße. Stets eingeengt in Schuhen und Socken und oft unbeachtet fristen Füße ein anstrengendes Dasein. Wer sie und seine Psyche nicht zu pflegen weiß und sie nicht achtet, der wird sich noch über die „Macht der Füße“ wundern: Rückenprobleme,Verkrampfungen des Körpers, Unwohlsein, schmerzhafte Dornwarzen etc. können Ausdruck sein eines Missachtens eines wesentlichen und notwendigen Körperteils.

Füße mögen neben selbstverständlicher Nagel- und Hautpflege auch regelmäßige wohltuende Wechselbäder, das regelmäßige Eincremen und Einölen des gesamten Fußes und nicht zu vergessen: Regelmäßige Fußmassagen!

Schon als Grundschüler_ habe ich es geliebt meinen Freund_innen auf der ersten gemeinsamen Klassenfahrt eine wohltuende Fußmassage zu geben. Viele waren erstaunt, warum ich keine Hemmungen vor der Berührung habe und es einfach liebe zu massieren. Ich hatte damals als kleiner Knirps bereits im Fernsehen eine Anleitung zur Fussmasage aufgeschnappt und wollte das unbedingt ausprobieren ;-). Die zufriedenen und entspannten Gesichter beim und nach dem Massieren gaben mir zudem ein tolles Gefühl, dass ich wohl „gut“ darin bin.

Ich mag es zu sehen wie Menschen etwas „schmelzen“ und vom Alltag loslassen können. Es ist der Moment wo sie ganz weich und entspannt werden. Der Moment wo sie ganz bei sich selber sind, im Genußmodus. Diesen Moment zu erleben ist für mich ein purer Genuss.

Hier nun meine eigene Massagetechnik, die u.a. durch den TV-Beitrag damals angeregt und weiterentwickelt wurde:

1. Aufwärm- und Vertrauenaufbauphase: Zunächst muss das „Kitzelgefühl“, dass eintritt wenn ein anderer Mensch unvermittelt die Füße berührt, überwunden werden. Die Füße sind ganz empfindsame und auch lustspendende Körperregionen. Daher ist jede Berührung äußerst „intim“. Daher ist es besonders wichtig Vertrauen aufzubauen und auch die Füße zunächst an die eigene Handform und Körpertemperatur zu gewöhnen. Oft sind Füße kühl und mögen es auch im ganz wörtlichen Sinne aufgewärmt zu werden. Ich empfehle hierbei beide Hände auf die Innen- und Außenseite zu legen um die gesamten Fuß zu umschließen und einfach ein paar Minuten nur zu Wärmen und innezuhalten.

2. Große langsame Bewegungen: Um den Fuß weiter an die Massage zu gewöhnen sind jetzt große langsame Bewegung mit der gesamten Hand wohltuend und vertrauensgewinnend. Die gesamten Handflächen bewegen die gesamte Fußfläche.

3. Detaillierte Bewegungen mit 3 Fingern und Daumen: Nach ca. 5 Minuten ist der Fuß bereit für gezielte Einzelberührungen und -massagen der Unterseite des Fußes. Hier gehe ich zunächst mit kreisenden Bewegungen vor und verwende eine Fingergruppe von drei Fingern von oben nach unten. Erst dann drücke ich sanft mit der gesamten Fläche des Daumens von oben nach unten abwechselnd in den Fuß. Hierbei verwende ich auch gerne beide Daumen im Wechsel. Die Massage ist nie hektisch sondern betont langsam. Danach folgen wieder kreisende Bewegungen durch die Fingergruppe. Gerne kann jetzt auch mit beiden Daumen an der Mitte des Fußes von außen nach innen gearbeitet werden.

4. Fäustchen: Wohltuend ist auch wenn mensch die Hand zu einer Faust ballt und sanft bis stark in den Fuß reindrückt und kreist. Dieses ca. 4-6 mal. Von links nach rechts, oben nach unten. Danach kann eine Hand auf den Fußrücken (Spann) sanft gelegt werden, während die andere weiterhin zur Faust geballt ist und in die Fußinnenseite kräftiger drückt.

5. Zehenmassage: Nun geht es wieder in die Detailarbeit. Die Zehen erfreuen sich der Aufmerksamkeit. Sie werden nun von oben bis oben bis zur Spitze mittels Daumen und Zeigefinger kreisend bearbeitet. Dieses hat einen extrem tiefenentspannenden Effekt. Wenn dieses mehrfach angewendet wird wirken Menschen danach leicht „weggetreten“ ;-).

6. Große Bewegungen und Rubbeln: Nach Detailarbeit kommt wieder der ganze Fuß mit großeren Bewegungen in den Genuß der massierenden Hände. Kreisende Bewegungen. Danach kann auch der Gesamtfuß „gerubbelt“ werden. Das lockert auf und macht nach der Tiefenentspannung wieder etwas wach.

7. „Regen“ und „Raupe“: Nun können auch „kitzelige“ Methoden angewandt werden, die jetzt aber gar nicht mehr als solche wahrgenommen werden. Als „Regen“ bezeichne ich die schnelle Bewegung aller Finger von oben nach unten. „Die Raupe“ ist eine Technik des Daumens, der sich von links nach rechts jeweils vorarbeitend mit der (gestutzen) Nagelseite/Fingerkuppe sanft bis kräftig in die Haut eindrückt und loslässt. Der Daumen bewegt sich dabei wie eine Raupe ;-).

8. Ausstreichen: Zum Schluss streiche ich gerne die Fußunterseite aus mit meiner Handfläche von oben nach unten.

Tut Euch zusammen, organisiert Euch einen Massageaustausch und massiert Euch freundschaftlich oder partnerschaftlich gegenseitig :-).

Viel Spaß beim gegenseitigen Massieren!

 

Buchrezension: „Autogenes Training“

20160306_104710Rezension: Grasberger, Delia (2015): Autogenes Training. München: Gräfer und Unzer. 80 Seiten mit Übungs-CD.
Das Buch ist aufgeteilt in drei Hauptkapitel: „Grundlagen des Autogenen Trainings“, „Das Sieben-Wochen-Programm“ und „Autogenes Training ganz gezielt“. Es biete einen niedrigschwelligen und kompakten Einstieg für Anfänger_innen des Autogenes Trainungs. Grundlegende Techniken werden anschaulich und strukturiert dargestellt. Hierbei wird auch auf verschiedene Liege- und Sitzpositionen verwiesen. Diese Techniken wurden mir so auch in einem Autogenem Trainingskurs vermittelt, daher ist das erste Hauptkapitel eine schöne Zusammenfassung für wesentliche Lern- und Lehrinhalte. Interessant ist dass auch auf psychosomatische, somatische und psychische Probleme eingegangen wird (S.40 f.), die durch Autogenes Training gelindert werden können im Sinne einer Aktivierung von „Selbstheilungskräften“ durch Selbstsuggestionstechniken: Heuschnupfen, Allergisches Asthma, Hautallergien, Reduktion und Beeinflußung allergischer Anfälle, Umgang mit Ängsten, Depressionen, Kopfschmerzen und Migräne, Magen-Darm-Beschwerden, Prämenstruelles Syndrom und Beschwerden während der Periode, Abgewöhnung von Rauchen, Schlafstörungen, Umgang mit Schmerzen etc.
Ferner wird AT als Mittel der bewussten Lebensgestaltung, der Steigerung der Lern- und Leistungsfähigkeit, des Selbstbewusstseins, der Kreativitätsentfaltung, Stressbewältigung, Konzentrationszunahme, der Überwindung von Leistungs- und Lernblockaden, der Stärkung des Selbstvertrauens und der Weg des Erfolgs dargestellt.
Insgesamt wird natürlich mit der „formelhaften Vorsatzbildung“ auch eine Philosophie/Psychologie des positiven Denkens angeregt. Hier ist natürlich auch Vorsicht geboten, dass Vorsätze nicht einen Selbstoptimierungsstress begünstigen. Gerade Menschen die unter Perfektionismus und/oder Depressionen leiden sollten sich nicht mit der Aufforderung zum positiven Denken und zur Selbstoptimierung stressen lassen. Denn manchmal ist die Technik negative Gedanken auch einfach „stehen zu lassen“, nicht zu beurteilen oder ins zwanghaft Positive zu verdrehen produktiver. Hier empfehle ich allen Leser_innen und Teilnehmer_innen von AT-Kursen ein gutes Mittelmaß zu finden und weder zu streng noch zu lax in den Übungen mit dich selbst zu sein. Mensch sollte an AT auch nicht rangehen als wäre es ein Allheilmittel für alle Probleme und ein Wundermittel gegen alle psychischen und physischen Probleme. AT kann aber sehr wohl Prozesse unterstützen, Stimmungen beeinflussen, mehr Ruhe, Konzentration und Gelassenheit bewirken. Allerdings -das finde ich sehr wichtig zu erwähnen- ist AT kein Ersatz für den notwendigen und empfehlenswerten Gang zur Ärztin_zum Arzt, Physio- und Psychotherapeut_innen, Massagetherapeut_innrn, Entspannungspädagog_innen oder Heilpraktiker_innen.
Die Übungsprogramme per Buch und CD sind ein optimaler Einstieg für Personen, die eher individuell im Selbststudium sich die Techniken aneigen mögen. Oder eben zur lesenswerten Vertiefung/Zusammenfassung nach einem AT-Grundkurs.Ich bin allerdings sehr von Kurs-Konzepten überzeugt und kann nur betonen, dass der praktische Vollzug und die Reflektion in einer angeleiteten Gruppe genauso wichtig sind wie die theoretische individuelle Auseinandersetzung. Gerade für die individuelle Reflexion der Integration von AT in den Alltag ist der Gang zu einem AT-Kurs daher sehr zu empfehlen.
Kurzum: Empfehlenswertes Buch in kurzer Überblickslänge!