Buchrezension: „Autogenes Training“

20160306_104710Rezension: Grasberger, Delia (2015): Autogenes Training. München: Gräfer und Unzer. 80 Seiten mit Übungs-CD.
Das Buch ist aufgeteilt in drei Hauptkapitel: „Grundlagen des Autogenen Trainings“, „Das Sieben-Wochen-Programm“ und „Autogenes Training ganz gezielt“. Es biete einen niedrigschwelligen und kompakten Einstieg für Anfänger_innen des Autogenes Trainungs. Grundlegende Techniken werden anschaulich und strukturiert dargestellt. Hierbei wird auch auf verschiedene Liege- und Sitzpositionen verwiesen. Diese Techniken wurden mir so auch in einem Autogenem Trainingskurs vermittelt, daher ist das erste Hauptkapitel eine schöne Zusammenfassung für wesentliche Lern- und Lehrinhalte. Interessant ist dass auch auf psychosomatische, somatische und psychische Probleme eingegangen wird (S.40 f.), die durch Autogenes Training gelindert werden können im Sinne einer Aktivierung von „Selbstheilungskräften“ durch Selbstsuggestionstechniken: Heuschnupfen, Allergisches Asthma, Hautallergien, Reduktion und Beeinflußung allergischer Anfälle, Umgang mit Ängsten, Depressionen, Kopfschmerzen und Migräne, Magen-Darm-Beschwerden, Prämenstruelles Syndrom und Beschwerden während der Periode, Abgewöhnung von Rauchen, Schlafstörungen, Umgang mit Schmerzen etc.
Ferner wird AT als Mittel der bewussten Lebensgestaltung, der Steigerung der Lern- und Leistungsfähigkeit, des Selbstbewusstseins, der Kreativitätsentfaltung, Stressbewältigung, Konzentrationszunahme, der Überwindung von Leistungs- und Lernblockaden, der Stärkung des Selbstvertrauens und der Weg des Erfolgs dargestellt.
Insgesamt wird natürlich mit der „formelhaften Vorsatzbildung“ auch eine Philosophie/Psychologie des positiven Denkens angeregt. Hier ist natürlich auch Vorsicht geboten, dass Vorsätze nicht einen Selbstoptimierungsstress begünstigen. Gerade Menschen die unter Perfektionismus und/oder Depressionen leiden sollten sich nicht mit der Aufforderung zum positiven Denken und zur Selbstoptimierung stressen lassen. Denn manchmal ist die Technik negative Gedanken auch einfach „stehen zu lassen“, nicht zu beurteilen oder ins zwanghaft Positive zu verdrehen produktiver. Hier empfehle ich allen Leser_innen und Teilnehmer_innen von AT-Kursen ein gutes Mittelmaß zu finden und weder zu streng noch zu lax in den Übungen mit dich selbst zu sein. Mensch sollte an AT auch nicht rangehen als wäre es ein Allheilmittel für alle Probleme und ein Wundermittel gegen alle psychischen und physischen Probleme. AT kann aber sehr wohl Prozesse unterstützen, Stimmungen beeinflussen, mehr Ruhe, Konzentration und Gelassenheit bewirken. Allerdings -das finde ich sehr wichtig zu erwähnen- ist AT kein Ersatz für den notwendigen und empfehlenswerten Gang zur Ärztin_zum Arzt, Physio- und Psychotherapeut_innen, Massagetherapeut_innrn, Entspannungspädagog_innen oder Heilpraktiker_innen.
Die Übungsprogramme per Buch und CD sind ein optimaler Einstieg für Personen, die eher individuell im Selbststudium sich die Techniken aneigen mögen. Oder eben zur lesenswerten Vertiefung/Zusammenfassung nach einem AT-Grundkurs.Ich bin allerdings sehr von Kurs-Konzepten überzeugt und kann nur betonen, dass der praktische Vollzug und die Reflektion in einer angeleiteten Gruppe genauso wichtig sind wie die theoretische individuelle Auseinandersetzung. Gerade für die individuelle Reflexion der Integration von AT in den Alltag ist der Gang zu einem AT-Kurs daher sehr zu empfehlen.
Kurzum: Empfehlenswertes Buch in kurzer Überblickslänge!
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