Weg der Verantwortungsübernahme

Psychische Leiden und ungesunde Dynamiken werden von Generationen zu Generationen auf einer unbewussten Ebene weitertradiert. Der Schritt zur Psychotherapie ist ein Weg der Veranwortungsübernahme für den eigenen Gefühlshaushalt. Durch das Erlernen von Selbstreflexion, Bedürfnisartikulation und Verantwortungsübernahme von Lebensentscheidungen ist es wahrscheinlicher die ungesunden Dynamiken und Fehler vergangener Generationen nicht unnötig zu wiederholen und zu reproduzieren.

Viele therapiebedürftige Personen entscheiden sich dennoch immer wieder gegen die Aufnahme einer Therapie. Ob aus Stolz, Unreflektiertheit, Bequemlichkeit und Unwillen an sich selbst zu arbeiten. Für das Umfeld ist es offensichtlich, aber die Personen scheinen nicht genügend Leidensdruck zu verspüren. Es ist einfacher anderen Menschen die Verantwortung für den eigenen Gefühlshaushalt zu übertragen als sich um eine bewusste Veränderung des Selbst zu bemühen. Großen Respekt gebührt den Menschen, die den Weg einer Psychotherapie wagen und die keine Mühen scheuen es im Leben anders und besser machen zu wollen als z.B. wie die eigenen Eltern in gewissen Situationen gelebt und gehandelt haben. Leiden muss nicht unnötig reproduziert werden.

Wer bereits Probleme hat das eigene Leben auf die Reihe zu bekommen sollte m.E. sich genau überlegen ob er_sie Kinder in die Welt setzt. Es ist verantwortungslos es in einer instabilen Situation einfach „passieren zu lassen“. Ich komme gerade zurück von einer Reise bei der ich mich von einer langjährigen Freundschaft getrennt habe, weil der Mensch zur Kommunikation seiner Bedürfnisse nicht in der Lage erscheint. Stattdessen inszeniert die Person Situationen, verdreht Tatsachen und legt es sich so zurecht um die Aufmerksamkeit anderer und Vorteile zu genießen, aber möglichst wenig zurückzugeben. Es folgen Projektionen und Abwehrreaktionen. Menschen, die zu nah kommen und mit einer Klarheit und Entschlossenheit kommunizieren, werden auf Abstand und in anstrengender Unverbindlichkeit gehalten. Es wird preferiert in einer Unklarheit zu bleiben und dadurch stets andere Menschen zu verstricken und Leiden zu maximieren. Auf dieser Reise musste ich erkennen dass diese Art von Kontakt keine Basis mehr hat. Ich bevorzuge Klarheit, Direktheit, Vertrauen und Reflexion im Kontakt mit Menschen.

An manchen Punkten merke ich in Kontakten, dass ich einfach an einem anderen Punkt im Leben als andere Menschen stehe. Es passt dann nicht mehr zusammen, was früher vielleicht einmal zu harmonieren schien. Menschen entwickeln sich in verschiedene Richtungen. Ein therapeutischer Rahmen ist ein ungemein wertvoller Raum in der solche Reflexionen und Lebensentscheidungen reifen können. Tut diese Person, dieser Job, das Klima in der schulischen Clique etc. mir noch gut? Wie kann ich mich anders verhalten? Aber wo sind die Grenzen der Machbarkeit? An welcher Stelle macht es keinen Sinn mehr? Wie kann ich gesunden Abstand halten? Wie kann ich Bedürfnisse artikulieren und Lebensentscheidungen so treffen, dass ich mich nicht unbewusst ständig ins Unglück stürze?

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