Bedürfnisse

In extremen Stresssituationen, bei depressiven Episoden und bei Burn-Out Symptomen kann es passieren, dass das eigene Gespür für Grundbedürfnisse temporär verloren geht. Wenn der Blick immer nur auf andere Personen und nach außen gerichtet ist kann es zudem passieren dass die Selbstversorgung leidet. Manche Menschen haben nie gelernt sich auf sich selbst und eigene Bedürfnisse zu fokussieren. Oder auch einfach mal innezuhalten und Pause zu machen. Das steigert eine chronische Unzufriedenheit mit sich selbst und anderen. Auch z.B. essgestörte, arbeitssüchtige und sehr kopflastige Menschen neigen dazu Signale und Basisbedürfnisse Ihres Körpers potentiell zu ignorieren. Die langfristige Vernachlässigung von körperlichen, emotionalen und sozialen Grundbedürfnissen kann wiederum zu psychischen Verstimmungen führen oder diese verstärken. So schließt sich der Teufelskreis. Daher heute mal eine kleine Erinnerungsaufzählung von Bedürfnissen. Wenn alles gefühlt nach Katastrophe aussieht macht es Sinn sich erstmal zu vergewissern, ob mensch sich um grundlegende körperliche und emotionale Bedürfnisse bereits gekümmert hat. Manchmal kann sich dadurch schon der akute Zustand etwas verbessern. Ganz zu schweigen davon dass wenn es einem mal richtig schlecht geht das „Back to Basics“ eine wohltuende Ablenkung von anderen Problemen sein kann, die nicht gleich lösbar erscheinen. Aber ja mit einem guten Essen, einem Spaziergang an der frischen Luft oder einem Gespräch mit eine_r gute_n Freund_in kann sich so manche apokalyptische Katastrophe auch in ein überschaubares Problem verwandeln. Weil eine neue Perspektive oder Stimmung entstanden ist und der Tunnelblick auf’s Negative zumindest für einen Moment durchbrochen werden konnte. Daher ist die grundlegende Frage an sich selbst: „Was brauche ich eigentlich?“

Welche dieser Bedürfnisse hast du heute ausreichend bis gut befriedigt? Welchen bist du nicht nachgegangen und welche werden dauerhaft vernachlässigt? Wie kannst du deinen Bedürfnissen in einem realistischen Umfang nachgehen?

Nimm dir mal Zeit zur Selbstreflektion. Hier eine unfertige und unsortierte Bedürfnis-Liste:

1. Regelmäßiges ausgewogenes Essen
2. Trinken und Wasserzufuhr
3. Sauerstoff und Frischluft
4. Licht und Sonne
5. Bewegung und Sport
6. Temperatur: Wärme bzw. Erfrischung
7. Schutz und Sicherheit
8. Sauberkeit, Hygiene und Pflege
9. Ordnung/Organisation vs. Kreatives Chaos
10. Sozialkontakte, Freundschaften und (Wahl-) Familie
11. Liebe, emotionale Zuwendung und Sexualität
12. Pausen & Auszeiten: Ruhe, Entspannung, Erholung und  Gelassenheit
13. Aufregung und Neues Entdecken
14. Gewohnheiten und eigene Rituale
15. Eigene Belohnungen und Wertschätzungen für kleine und große Erfolge
16. Eigene Grenzen setzen, ernstnehmen, durchsetzen und verteidigen: Priorisierung, Zielsetzung und Fokus
17. Arbeit (Existenzgrundlage und Sinnstiftung), sinnvolle Tätigkeiten, positiver Stress, sich selbst fordern und Leistungsfähigkeit
18. Umsicht, Konzentrations- und Aufmerksamkeitsfähigkeit
19. Freiräume für eigene Selbstreflektion und Träume
20. Kreatives, Ästhetisches, Kulturelles, Interessen und Hobbies
21. Gesellschaftliches und politisches Engagement, Teilhabe und Gestaltung

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s