Zärtlichkeit im Blick (2016)

Deine Augen.

So dunkelbraun.

Die Zärtlichkeit und Verlegenheit in deinem Blick.

Verrät‘ mehr als deine Worte.

Deine Sexyness ist nicht genderkonform.

Sehe in dir die ungelebte Seite.

Bei mir kommt sie zum Vorschein.

Blüht auf.

Darf sein.

Angstfrei.

Faszinierend.

 

Sehnsucht.

Ich möchte wieder deine Haut spüren.

Die Zärtlichkeit und dein Begehren in deinem Blick genießen.

Das Hamsterrad des Alltags lässt nicht viel Zeit für solche Momente zu.

Wenn wir sie nicht aktiv suchen.

Ich übe mich in Geduld.

Nicht immer ein leichtes Spiel.

Der Alltag ist zu durchbrechen.

Nur so gelingt es dir und mir weiterhin sich selbst zu spüren.

Nicht absorbiert zu werden von dem selbstproduzierten Trubel um uns herum.

Und den hohen Ansprüchen.

Lass‘ doch mal los.

Lass‘ doch mal gut sein.

Wir schirmen uns ab und halten für einen Moment die Welt an.

Jetzt zählt nur der Moment zwischen dir und mir.

Es gibt doch noch so viel zu entdecken.

Euphorisierende Glücksmomente.

Kraftspendend.

Glücklich machend.

Lass‘ uns nicht zu viel Zeit verstreichen.

 

 

 

 

 

 

 

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Jung geschätzt = unterschätzt (2016)

Jung geschätzt bedeutet unterschätzt zu werden.

Potentiell nicht ernst genommen zu werden.

Das täglich „Sie“ verweigert zu bekommen.

Statt dessen das „Du“ schnell ungefragt aufgezwängt zu bekommen.

Alltägliche Grenzüberschreitungen des (heteronormativen, transphoben, klassenbezogenen) Ageism.

Kompetenz, Qualifikation und beruflicher Status wird missachtet.

„Ach, ich dachte du machst da die Ablage!“ sagt eine nicht-akademische Bekannte zu mir.

„Hast du gerade Abitur gemacht?“ sagt die Kellerin in einem Restaurant, die dachte das das befreundete heterosexuelle Paar wohl meine Eltern sein müssten.

„Zeig mal deinen Perso her“ sagt der Türsteher eines Clubs kurz vor 12 und die Verkäuferin an der Kasse beim Kaufen einer Flasche Wein. „Äh, ich bin über 30!“ „Oh du hast dich aber gut gehalten!“ heißt es.

„Echt? Ihr beide seid tatsächlich zusammen in die Schule gegangen? Das kann ich gar nicht glauben. Du wirkst so jung!“ sagt mein 18jähriger Cousin auf einer Hochzeitsfeier zu mir und einer Schulfreundin.

Ich dachte immer jünger geschätzt zu werden wäre ein Kompliment. Bis ich die unangenehmen Schattenseiten meines bewussten rebellischen Widerstands gegen gender- und alterskonformen und allzu erwachsen-bürgerlich-spießigen Habitus zu spüren bekam. Im Herzen werde ich immer jugendlich-rebellisch bleiben und mir meine kindliche Neugierde und Direktheit auch nicht nehmen lassen. Das macht mich lebendig, kreativ und charismatisch zugleich. Für manches kann ich aber auch einfach nix: Denn scheinbar sind auch gute Gene am Werk, die meine Haut glatt und frisch erscheinen lassen. Das zieht aber auch Neid, Missgunst und Arroganz anderer mir gegenüber wohl an.

Ich steh‘ drüber – denn ich mag mich genauso wie ich bin.

Euer Statusdenken ist mir eh zu wider.

Ich bleibe lieber unterschätzt und überrasche Euch dann gerne.

Tja, nee… ich als Dozent_ und mache Doktorarbeit! Falsch gedacht.

Gerne bin ich dein Undenkbares.

Lieber unterschätzt als überschätzt.

Eure arroganten Blicke verletzen mich nicht mehr. Sie zeigen nur was schief in unserer Gesellschaft läuft. Euren Narzißmus!

Ich brauche keine aufgesetzte Fassade um alters- und statusgemäß , kurz: rollenkonform, zu wirken.

Ich bin ich.

Ich entziehe mich den gesellschaftlichen Erwartungen an mich.

Unabhängig und confident.

Eure Anerkennung und Euren Respekt brauche ich mir nicht erkämpfen und erst erarbeiten. Ich brauche niemandem beweisen wer ich bin. Denn jede_r Mensch verdient Respekt. Egal ob der obdachlose Mensch mit einem harten Schicksal auf der Straße (was im Prinzip jede_n potentiell treffen und aus der Bahn werfen könnte) oder die pubertierende und daher nicht ernstgenommene Jugendliche.

Daher halt deine Nase mal nicht zu weit oben. Bleib‘ mal auf dem Teppich!

Frage doch einfach offen nach was eine Person macht. Statt sich über stereotypes Denken des Lookism, Genderkonformität, Klassendenken und Ageism sich schon ein vorgefertigtes Bild von jemanden zu machen.

Nicht ich, sondern das Statusdenken und Abstempeln ist lächerlich.

Ihr mit Euren abwertenden Blicken und Kommentaren tragt dazu bei, dass das Leben jenseits der 25 unschön angepasst, spießig und langweilig für die meisten Menschen wird!

Ja, meine punkige Attitude beeinflußt vom (political impact of) Rock ’n‘ Roll (vgl. Joan Jett 2015) ist halt nix was sich auf den temporären Zeitraum von „Jugendzeit“, in der mensch mal rollenunkonform sein darf, beschränkt. Es ist eine rebellische Lebenshaltung und -einstellung, die zu mir gehört. Und ja, Mutter, ich trage immer noch gerne schwarz, Bandshirts und Chucks.

Tut mir leid, ich werde mein ICH für nix und niemanden aufgeben. Auch wenn ich dadurch auf gesellschaftliche Privilegien verzichten muss. Dann bekomm‘ ich halt weniger Status, Geld, Anerkennung und Macht. Aber ich muss auch Euren krank machenden beengenden Erwartungen nicht entsprechen.

☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆☆

Als Empowerment für alle Rebell_innen (und die, die es werden wollen ;-)) hier ein sehr inspirierender Song von Joan Jett, den ich derzeit rauf und runter höre:

Joan Jett – Bad Reputation

I don’t give a damn ‚bout my reputation
You’re living in the past, it’s a new generation
A girl can do what she wants to do and that’s what I’m gonna do

An‘ I don’t give a damn ‚bout my bad reputation
Oh no, not me

An‘ I don’t give a damn ‚bout my reputation
Never said I wanted to improve my station
An‘ I’m only doin‘ good when I’m havin‘ fun
An‘ I don’t have to please no one

An‘ I don’t give a damn ‚bout my bad reputation
Oh no, not me, oh no, not me

I don’t give a damn ‚bout my reputation
I’ve never been afraid of any deviation
An‘ I don’t really care if you think I’m strange
I ain’t gonna change

An‘ I’m never gonna care ‚bout my bad reputation
Oh no, not me, oh no, not me
Pedal, boys!

An‘ I don’t give a damn ‚bout my reputation
The world’s in trouble, there’s no communication
An‘ everyone can say what they wanna to say
It never gets better, anyway

So why should I care about a bad reputation anyway?
Oh no, not me, oh no, not me

I don’t give a damn ‚bout my bad reputation
You’re living in the past, it’s a new generation
An‘ I only feel good when I got no pain
An‘ that’s how I’m gonna stay

An‘ I don’t give a damn ‚bout my bad reputation
Oh no, not me, oh no, not me
Not me, not me