Schmetterlinge am Strand (2016)

Letzte heiße Spätsommertage.
Schmetterlinge in der Strandwüste.

Was suchen sie eigentlich hier? 

Kilometerweit keine Blüte sichtbar.

Vergnügen sie sich einfach frei flatternd.

In der Nordseebrise surfend.

Das Leben genießen ohne Fragen nach „dem Nutzen“.

Und dort sehe ich einen Storch auf der Sandbank nach Wattwürmern pickend.

Ungewöhnliche Szene.

„Auch ein Storch brauch mal Urlaub“ sagst du amüsiert.

Das dröhnende Radio des Nachbarn weckt uns um 7 Uhr in der früh. 

„Ey, Urlaub! Verdammt.“

Murrend kurrend schallt es aus dem Bett.

„Da scheint jemand wohl arbeiten zu müssen.“

Vergnügt sein fällt dir schwer.

Grumpy.

Monotonie.

Begeisterungsfähigkeit ist nicht deine Stärke.

Aber beflügelnder Humor.

Der irgendwo vergraben ist unter den jährlich höher werdenden Schichten des Alltags.

Der vielleicht hervorkommt, wenn ich dich ordentlich durchkitzel.

Wenn ich unerwartete Dinge tue die „anders“ erscheinen.

Nutzlose Dinge.

Einfach so.

Wie Schmetterlinge am Strand.




Wattenschlick im saftigen Grün (2016).

Die ersehnte Stille.

Die Weite der Dünenlandschaft.

Wattenschlick im saftigen Grün.

Naturschutzgebiet.

Sauerstoff getränkte Luft.

Meeresbrise.

Wolken wie gemalt, so zart am Himmel.

Das Meer glitzert in der Ferne.
Weite Strandlandschaft.

Macht Menschen so klein und unbedeutend.

Sonnenwärme spürbar am Körper.

Unbekannt und gewohnt zugleich.

Erinnerst du mich an eine geliebte Insel.

Surfer eilen hinauf auf’s Meer.

Auf der Suche nach der höchsten Welle.

Den maximalen Spaß.

Innehaltend.

Momente dokomentierend.

Die flinken Beinchen des Wattläufers.

Das Kreischen und Jammern der Möven.

Der empörte Aufkleber an der Straßenlaterne besagt: „Nie wieder SPO!“

Schmunzelmomente.

Weiße Strandkörbe laden zum Verweilen ein.

Im weißen Sand.

Menschen schwimmen im kalten Nordseemeereswasser.

Keine Gedanken mehr an ein Gestern oder Morgen.

Die Zeit bleibt stehen.
Musik schallt laut von der Konzertbühne.

Nicht die schlimmste Rentnermucke.

Ein Glück.

Menschentrubel auf der Seebrücke.

Spätsommermomente.
Und dann doch ein Gedanken an Gestern.

Du suchst wieder Kontakt zu mir.

„Warum?“ frag ich mich.

Nach einer halben Ewigkeit des Schweigens.

Gleichgültigkeit ist bei mir eingekehrt.

Es berührt mich nicht mehr.

Sehe keinen Sinn mehr darin.

Du nennst es „Freundschaft“, die nicht so einfach beendet werden könne.

Vielleicht war es das aber nie so richtig?

Sondern nur die Suche nach Aufmerksamkeit.

Bestätigung.

Bewunderung.

Excitement.

Für dich.

Die nun ausbleibt.

Die dir fehlt, aber mir nicht.

„Projektion“ nanntest du es selbst.

Ich sei nur Projektion.

Habe es nie verstanden, aber jetzt weiss ich was du meinst.

Ernüchternd, aber klar wie die Meeresluft, die ich jetzt einatme, sehe ich dass Kontakt keinen Sinn mehr hat.

Zu verschiedene Wege gehen wir.

Entzauberung.

Die Einseitigkeit unserer „Freundschaft“ ist aufgedeckt.

Kein Motor führt diese mehr weiter.

Mein Antrieb ist versiebt.

Dein emotionaler und materieller Geiz tötet alles in mir ab.

Jegliche Begeisterung.

Jegliche Verrücktheit.

Jegliche Großzügigkeit meinerseits.
Deine Priorität liegt an anderer Stelle.

Du bist nie in der gemeinsamen Stadt angekommen.

Nur die freundschaftliche Übergangslösung zu sein?

Nein, danke.

Schade drum, aber als gut gedachte „Freundschaften“ gehen auseinander.

Entpuppen sich als Illusion.

Als Wunschtraum meinerseits.
Wie Wattenschlick im saftigem Grün.

Unter der hübschen Fassade.

Verbirgt sich der Schlick der Vergangenheit.

Tief darin grabend und bohrend.

Drohe ich festzustecken.

Oder gar zu versinken.

Auf der Oberfläche mich tanzend bewegend geht es schneller und leichter voran.

Daher: Lass mich los und lass mich gehen.

Der Sonne entgegen.

Your Limits Are Not Mine (2016).

Twin houses.

Fighting friends close by.

Too Complicated nearby.

Not complicated far away.

Not complicated nearby.

Too complicated far away.


How tricky this is.

But it works out fine.

Ouwiting myself.

Sometimes others.

Excitment and trust can be reached either way.


A year full of joy.

With tears and anger as well.

A lot still to discover.

Good to see.

How I have calmed down.

Where has all the fear gone?


Showing myselves.

Always different.

Than you expect me to be.

Is there really only one self inside of me? 

No. Never has and never will be.

It’s your fiction of the „one true self“.

I don’t and won’t obey that fiction.

I am diverse.

Probably you are too but too ashamed to show.

Obeying the constraint of binary of society.

Being either this or that.

Never both or neither.


Don’t give a shit about how people think and talk about you.

It does not matter.

As long you can be yourselves.

Life is too short to hold yourselves back.


See beyond the surface of an iceberg.

There is a lot of going on backstage.

You will never see and know about.

Because you are too afraid to open your eyes.

Too make it visible for all.

To be able to withstand the full version of diversity.

You whether chose the path to ignore.

To have the illusion of protecting your pride and ideals.

Full respect for that.

But your limits are not mine.

Leicht (2016)

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Die Sonne knallt gegen die Fensterbank.

Eine leichte Brise ist dennoch spürbar.

Der Wind weht den leichten Vorhang zur Seite.

Draußen höre ich die Geräusche der bewegten Stadt.

Leichter ist’s geworden.

Mein Körper und die Gedanken.

Balast bin ich losgeworden.

Mein Lächeln ist zurück gekommen.

Seit dem ich mich Neuem wieder öffnen darf.

Das Gewohnte wertschätzend erkunden wir neue gemeinsame Wege.

Wohin mögen sie uns führen?

Die Angst versperrte den Weg des Freiraums.

Die Enge der unausgesprochenen Erwartungen ließ wenig Luft zum Atmen.

Der Alltag zeigte sich von seinen Schattenseiten.

Ausbruch aus dem Eingefahrenen.

Wollte ich so je leben?

Es ist der Mut und die Bewegung.

Die uns einander näher bringen.

So verschieden wir ticken.

Wir gehen im gleichen Schritt.

Auf neuen Wegen nehmen wir neue Schönheiten unserer Umgebung wahr.

Die Frische der neuen Luft macht den Kopf frei

Neue Chancen ergeben sich.

Das Leben muss nicht schwer sein.

Selbst-Coaching: Fitness & gesund Abnehmen

Endlich ist mein neuer Fitness-Tracker angekommen! Es ist eine Uhr, die Alltags- und Fitnessbewegungsaktivitäten und Kalorienverbrauch genau mißt und mit einer App verbunden ist. Durch die App werden alle Aktivitäten dokumentiert. Der Lieblingsmensch an meiner Seite hat diesen schon seit ein paar Wochen und ist ganz begeistert davon. Und: Motiviert sich mehr im Alltag zu bewegen trotz Vollzeit-Bürojob und Erschöpfung danach. Gemessen wird die Zeit des Sitzens, des Liegens, des Gehens und Laufens. Empfohlen wird hier sich mindestens 2 Stunden und 11 Minuten pro Tag zu bewegen. Ich bin gespannt wie es mit dem Tracker werden wird. Mittels Update-Meldungen hier im Blogeintrag werde ich gerne mal in Abständen hier berichten, wie es läuft.

Seit 3 Jahren nutze ich auch die App „Myfitnesspal“ (gibt es auch als Webseite) um meinen Sport, Spaziergängen, meine Ernährungsweise und Kalorienverbrauch tagebuchartig zu dokumentieren und zu kontrollieren. Eine sehr empfehlenswerte App, die auch als „Social Network“ konzipiert ist. Das Motto ist quasi: Mach dich fit und nimm ab gemeinsam mit Freund_innen („Pals“), motiviert und unterstützt Euch gegenseitig! Das funktioniert sehr gut. Wichtig ist bei solchen Fitness- und Abnehm-Apps allerdings dass man sehr aufpasst, dass man sich gesunde Ziele vornimmt und auch die Vorgaben in der App kritisch hinterfragt. Es ist auch aus psychologischer Sicht wichtig, um keine Essstörung oder Sportsucht zu entwickeln oder zu fördern. Allerdings sehe ich da auch ganz klar die Eigenverantwortlichkeit und Kritikfähigkeit jeder_s Einzelnen gefragt. Apps zu verteufeln halte ich nicht für sinnvoll – es kommt dann doch auch auf die Eigenverantwortlichkeit im Umgang mit diesen Apps an. Allerdings gibt es systembedingte Problematiken, die eine solche Störungsentwicklung begünstigen können.

Als ich mit 1200 kcal als tägliche vom Programm vorgeschlagene Kaloriengrenze gestartet bin hat mich eine Freundin von mir sehr eindringlich gewarnt, dass diese viel zu niedrig angesetzt ist. Zu niedrige Kaloriengrenzen fördern den sogenannten „Jojo“-Effekt und ungesund schnelles Abnehmen. Also dass man dann vom normal essen irgendwann absurderweise zunimmt, weil man vorher im Hungermodus war. Genau dieser Effekt ist bei mir sehr ausgeprägt in den letzten Jahren: Ich habe in den letzten Jahren Gewichtsschwankungen von ca. 30 Kilo gehabt. Früher fiel es mir viel einfacher mein Gewicht zu halten, ich hatte eine Gewichtsschwankung von maximal 5-10 Kilo. Daher war für mich oberste Priorität: Gesund und langsam abnehmen und so, dass ich dauerhaft mein Gewicht halten kann. Die Freundin hat mir empfohlen 1800 kcal als Kaloriengrenze zu wählen, dann würde ich bei 2000 kcal dauerhaft nicht zunehmen. Sie, eine schlanke und sportliche Person, würde mit 1800 abnehmen und kann mit 2000 kcal ihr Gewicht gut halten. Das klang überzeugend und auch attraktiv. Wer möchte nicht gerne dauerhaft mehr essen können als gedacht? Zumal wenn mensch gerne ißt! Zudem meinte sie auch dass die niedrigen Kaloriengrenzen oft den Grundumsatz von Alltagsbewegungen nicht berücksichtigen. Und dass man bei mehrfachen Sport in der Woche eben auch Energie benötigt. Zudem würde sie was Süßes betrifft sich immer eine „Naschschale“ machen, um kontrollierter Süßes zu essen. Das klang alles sehr gut. Ich persönlich esse auch lieber Süßes kontrolliert außerhalb der Wohnung. Mir fällt es viel schwerer in der Wohnung Süßes kontrollierter zu essen. Allerdings habe ich auch für mich rausgefunden dass vermeintlich gesunde Produkte wie vegetarische Bio-Gemüseaufstriche es faustdick hinter den Ohren haben: Mein Lieblings-Bärlauchstreich hat einen doppelten Fettgehalt als die Doppelrahmstufe eines Kräuterfrischkäses. Da frage ich mich inzwischen: Muss das sein? Ich meide diesen jetzt schon, da ich diesen gläserweise konsumiert habe.

Die Nahrungsmittel einzutragen geht über die App sehr leicht: Entweder man gibt in der Datenbank die Produktnamen und Nahrungsmittel ein oder man scannt mittels des Smartphones den Strichcode der Produkte ein. Die App hat einen integrierte Scanfunktion. Daher dauern Eintrage ca. 10 Minuten pro Tag. Am Ende des Tages kann man eine Prognose erhalten wie das zukünftige Gewicht in 5 Wochen aussieht, wenn mensch jeden Tag so viel Kalorien zu sich nimmt wie an dem Tag. Die Nährwerte werden über die App automatisch analysiert, so dass mensch einen Überblick hat über die prozentuale Verteilung von Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett. Zudem kann mensch dort das eigene Gewicht eintragen und es wird dann in einem Kurvendiagramm langfristig dargestellt. Ich habe Übersicht über die Entwicklung der letzten 3 Monate, des letzten Jahres sowie seit Beginn der App. Auch kann ich schauen ob ich im Wochendurchschnitt meine Kaloriengrenze eingehalten habe und wie sich die Nährstoffe verteilen. Schade ist, dass hier Vitamine nicht aufgeführt werden im Diagramm. Die können aber in der detaillierten Liste nachvollzogen werden. Zudem erinnert die App auch daran wenn man zu wenig (!) Kalorien zu sich nimmt und im Hungermodus abnimmt – allerdings ist das auch abhängig vom selbstgewählten Ziel.

Für mich ist aber wichtig keine besondere Diät zu machen, sondern im Prinzip alles essen zu dürfen – nur in Maßen halt! Daher ist es mir wichtig nach Kalorien zu gehen statt nach LowCarb oder ähnlichem. Dennoch achte ich auch etwas darauf nicht zu viel Kohlenhydrate, Fett und Zuckerhaltiges zu mir zu nehmen, auch um einer Entwicklung Richtung Diabetes entgegen zuwirken. Aber die Kohlenhydrate, Fett und Zucker dämonisieren? Davon halte ich nichts.

Ich war leider nicht immer konsequent dabei mit der App ;-). Aber im letzten Jahr habe ich begonnen sehr konsequent einzutragen und meine Grenze von 1800 Kcal möglichst selten zu überschreiten. Ich habe ca. 2 mal in der Woche Sport in Form von 1,5 Stunden Ausdauer- und Krafttraining im Fitnessstudio (40-45Min. Ausdauer und 45 Min Krafttraining) durchgeführt. Mittlerweile darf ich kein Krafttraining mehr aus gesundheitlichen Gründen, daher stelle ich ab auf tägliche Spaziergänge à 60-90Minuten und ab nächster Woche auf 2 x Schwimmen à 90Minuten um. Interessanterweise sind tägliche Spaziergänge von 60Minuten vom Kalorienverbrauch höher (ca. 1400 kcal) als wenn man 3x die Woche ins Fitnessstudio ginge (ca. 1200kcal). Allerdings ist es für den Körper gesünder wenn mensch sich ein paar Mal die Woche auch körperlich richtig „austoben“ kann.

Inzwischen habe ich 13 Kilo abgenommen und werde im Laufe des nächsten Jahres noch weitere 11 Kilo abnehmen, um dann laut Bodymass-Index im oberen Normalwertbereich anzulangen. Dieser reicht mir auch völlig aus ☺. Ich verfolge definitiv keinem übertriebenem Schlankheits-Ideal, sondern möchte einfach wieder zu meinem gesundheitsbewussten Rundum-Wohlfühlgewicht gelangen. Zudem möchte ich auch einfach mehr Auswahl haben beim Klamottenkauf. Ich fühle mich aber derzeit auch mit 11 Kilo mehr auf den Rippen sehr wohl. Letztendlich sind es auch Wohlfühl- und Wohlstandskilos, ich habe zugenommen weil es mir recht gut ging in den letzten Jahren. In Zeiten als ich stark abnahm, da ging es mir auch leider gar nicht gut – es war ein Abnehmen aus einer ungesunden stress- und depressionsbedingten Appetitlosigkeit heraus. Allerdings wird Abnehmen oft generalisiert als „gesund“ von der Umgebung positiv bekundet, Zunehmen dann oft als Zeichen von Frust, Kontrollverlust oder Bequemlichkeit interpretiert. Diese stereotypen Deutungen im Alltag sind sehr schwierig und wenig förderlich.

Wer mich auf meiner Fitness- und Abnehmreise täglich begleiten möchte und Lust hat sich gegenseitig zu motivieren ist herzlich eingeladen mir eine Freundschaftsanfrage bei Myfitnesspal (gibt es nicht nur als App, auch als Webseite) zu schicken. Ihr findet mich unter „ejolks“ ☺.

Update 16.07.2016: Seit meinem Krankenhausaufenthalt im Mai 2016 habe ich nochmal 5 Kilo abgenommen. Insgesamt habe ich 15 Kilo nun abgenommen. Habe den Eindruck, dass ich meine restlichen 9 Kilo auch recht zügig verlieren werde – vielleicht noch in diesem Jahr :-). Momentan klappt es sehr gut bei mir die 2 Stunden und 11 Minuten Spazieren pro Tag durchzuziehen. Immerhin sind das vom Kalorienverbrauch ca. 2800 kcal. Dazu kommt dann noch kcal-Verbrauch von 2x die Woche Schwimmen gehen (2x 300kcal =600 kcal. Insgesamt mit 3400kcal Bewegungsumsatz in der Woche habe ich dann einen Gesamtumsatz bei dem ich mehr kcal verbrauche als wenn ich 7x die Woche ins Fitnessstudio gehen würde. Tricky, nicht wahr? ☺  Mit dem Fitnesstracker kann ich auch meinen täglichen Kcal-Gesamtumsatz messen. Der liegt bei mir in dieser Woche bei ca. 2500kcal im Durchschnitt. Bei einer Aufnahme von 1800kcal habe ich also eine Differenz von 700kcal täglich (plus Schwimmen kommt dazu). Daran kann mensch auch nochmal ganz objektiv sehen: Mit 1800kcal lässt sich sehr gut und komfortabel abnehmen. Und damit wird man auch langfristig wirklich satt und kann weiterhin sein Lieblingsessen genießen! Wer mit sehr niedrigen 800kcal-1300kcal ungesund schnell abnimmt hungert langfristig und fördert Heißhungerattacken irgendwann. Zudem muss man auch mit Kreislaufprobleme rechnen, wenn man bei sehr niedriger Kalorienaufnahme sich dann bewegt und sportlich aktiv wird.

Update 21.07.2016: Habe nochmal 2,3 Kilo abgenommen, insgesamt sind es jetzt 17,3 Kilo.

Update 02.09.2016: Frustmomente aushalten.Obwohl ich mich täglich bewege, schwimmen gehe und jeden Tag unter meiner Kaloriengrenze bin habe ich nicht weiter abgenommen. Würde ja gerne langsam die 20 Kilo Grenze erreichen, aber sowas lässt sich nicht erzwingen. Aber immerhin konnte ich -abgesehen von normalen kleinen Schwankungen- mein Gewicht halten. Drückt mir die Daumen, dass es bald wieder voran geht. Danke.☺

Update 25.09.2016: Es geht leider sehr schleppend voran mit Gewichtsreduktion. Habe jetzt insgesamt 18 Kilo abgenommen, also 0,7 Kilo abgenommen, obwohl täglich unter meiner Kaloriengrenze bleibe . Aber beim Einkaufen neuer Hosen ist mir aufgefallen, dass ich zwei Kleidergrößen weniger habe. Meine alten Hosen würde ich ohne Gürtel inzwischen verlieren *lach. Momentan gehe ich 1-2x die Woche schwimmen, morgens und abends insgesamt 2 Stunden spazieren. Ich denke ich muss mein Sportpensum noch etwas erhöhen.

29.09.2016: Endlich geschafft – 20 Kilo abgenommen. Nun geht’s auf zu den nächsten 10-15 Kilo. ☺ Das wäre ideal. Wäre aber auch schon mit 5 Kilo noch abnehmen ziemlich zufrieden.

16.01.2017: Im Dezember hatte ich einen relativ bewegungsarmen Monat und ich habe kaum/nicht mit der Myfitnesspal-App gearbeitet *shame on me*: 2 Wochen krank, dann Sturz & Knie aufgeschlagen & daraus resultierendes Humpeln… im Januar hab ich dann starken Bewegungsdrang gehabt und angefangen wieder den Tracker anzulegen & täglich für 60-70Minuten Schwimmen zu gehen. Befinde mich gerade in einer Phase in der ich mir selbst mehr Struktur geben muss, weil es einige Veränderungen geben muss, die einschneidend sind. Jedenfalls tut mir das Schwimmen gerade sehr gut ☺. Habe im Dezember wieder so 2-3 Kilo zugenommen. Habe mir vorgenommen maximal immer 3 Kilo zunehmen zu dürfen, die dann aber gleich wieder abgenommen werden sollen. Ich möchte nie wieder massiv zunehmen. Möchte die letzten 10 Kilo nun in den nächsten 6 Monaten loswerden insbesondere durch Bewegung & schwimmen.

03.04.2017: Momentan geht es Abnehmtechnisch zwar nicht sonderlich voran, aber ich finde es ist ein Erfolg dass ich sagen kann dass ich mein nisher abgenommenes Gewicht halten konnte! Eine Freundin von mir hatte 16 Kilo rasant abgenommen, nach 2 Jahren waren diese aber wieder auf den Rippen. Momentan schaffe ich es die 1-3Kilo die ich wieder zugebommen hatte wieder abzunehmen. Das ist eine gute Motivation bald wieder durchzustarten. Momentan hab ich zwar eine gesundheitsbedingte Sportpause von 6-8 Wochen. Dafür möchte ich wieder konsequenter werden mit meinen täglichen Spaziergängen von 1-2 Stunden pro Tag :). Das ist zugegeben im Februar/März ganz schön eingerostet. 

Filmrezension: Lou Andreas-Salomé

Trailer:

Derzeit läuft in den Programmkinos ein besonderes Highlight von Biografieverfilmungen, welches ihr nicht verpassen solltet.  Es handelt sich um die Biografie der Schriftstellerin, Intellektuellen und Psychoanalytikerin Lou Andreas-Salomé, die u.a. Philosophie und Religionswissenschaft studiert haben soll.

In ihrer Familie wächst sie mit streng protestantischen Idealen auf. Lou versucht sich der Enge ihrer Erziehung zum „Mädchen“ und zur „Frau“ zu entziehen, die lediglich die Rolle von Ehefrau, Hausfrau und Mutter vorsieht. Sie fällt durch rebellisches gendernonkormes Verhalten in der Kindheit auf und es gelingt ihr sich ihre Freiheiten zu nehmen und sich den strengen Regeln zu entziehen. Ihr Vater scheint sie dabei gewähren zu lassen – es entsteht eine enge Bindung zu ihm. Der Tod ihres Vater mit 16 ist ein schmerzhaftes Ereignis. Schließlich findet sie eine erfüllende intellektuelle Beschäftigung im Studieren von philosophischen Büchern. Hierbei steht ihr der wesentlich ältere protestantischen Pastor Gillet als eine Art Lehrer zur Seite. Dieser gibt ihr schließlich den Namen „Lou“. Dieser verfolgt allerdings noch ganz andere Interessen, bedrängt sie und macht ihr schließlich einen Heiratsantrag, obwohl er Frau und Kinder hat. Es bleibt unklar ob auch Lou sich in diesen Mann verliebt hat oder nicht – so wird suggeriert, dass sie sich auch verliebt habe, aber über ihre anziehende Wirkung überrascht war und es nicht zulassen konnte oder wollte. Im Film wirkt Lou an der Stelle noch äußerst kindlich vom Erscheinungsbild – das Alter wirkt unklar, aber es ist zu vermuten dass sie bereits 18 Jahre alt ist. Mir persönlich stieß die Szene auch eher als eine sexuell belästigende und missbräuchliche Szene ins Auge. Vermutlich sucht Lou in dem Pastor eher einen Lehrer und eventuell auch eine Vater(ersatz)-Figur als einen potentiellen Partner und Ehemann. Danach schwört Lou, so der Film, den erotischen und emotionalen Dingen ab, sie beschließt nie zu heiraten und sich somit von einem Mann abhängig zu machen. Sie möchte sich ganz den geistigen Dingen zuwenden.

Sie vertieft sich an der Universität von  Zürich (eine von wenigen die damals Frauen aufnahm) ins Studium der Philosophie und Religionswissenschaft. Sie erleidet dann eine schwere Erkrankung an der Lunge mit Bluthusten, vermutlich eine Lungenembolie.

Kommt nun in Kontakt mit Friedrich Nietzsche und Paul Rée in Italien. Auf einem Bootsausflug schlägt sie beiden vor eine Wohn- und Intellektuell_innengemeinschaft in Berlin zu gründen. Nietzsche zeigt sich über ihre Unkonventionalität überrascht, die er allerdings auch als naiv bewertet. Denn zu dieser Zeit werden alle außerehelichen Lebensgemeinschaft sanktioniert. Zudem hinterfragt Nietzsche die anti-sinnliche Haltung von Lou.

In einem Fotoportait wird Lou mit einer Peitsche auf einem Wagen mit den beiden Männern dargestellt – eine Anspielung auf einen antiken Mythos. Zudem auch eine Anspielung auf feminine Dominanz im Sinne von BDSM. Im Film schlägt sie spielerisch auf Nietzsches Hintern, dem es sichtbar gefällt. Das Foto sorgt für Empörung, Abscheu und Eifersucht bei einem weiblichen Familienmitglied von Nietzsche, der in einer pastoralen Familie aufwuchs.

Verschiedenste in sie vernarrte Männer versuchen ihr einen Heiratsantrag zu machen: Rainer Maria Rilke, Friedrich Nietzsche, Paul Rée und schließlich der Orientalist Friedrich Carl Andreas. Im Film wird sie als unnahbare „Femme fatale“ dargestellt, die die intellektuellen Männer reihenweise ablehnt und ins Unglück stürzt: Der um einiges ältere Friedrich Carl Andreas begeht vor ihren Augen sogar einen emotional erpresserischen Selbstmordversuch, um sie zur Scheinehe zu bewegen. Allerdings verspricht sich auch er mehr von der Ehe, belästigt sie sexuell, aber sie geht darauf nicht ein. Davon ist sie sichtbar schockiert. Mit ihm lebt sie schließlich in Berlin und hat regen Kontakt in intellektuelle und poetische Kreise.
Durch ihr Werk „Der Kampf um Gott“, das sie unter einem männlichen Pseudonym veröffentlicht, erhält sie Erfolg und finanzielle Unabhängigkeit vom Elternhaus.

Rilke lernt sie zuvor bereits in München kennen – allerdings hat er ihr bereits vor dem Treffen etliche Briefe geschrieben von denen sie sich sowohl geschmeichelt als auch empört gefühlt zeigt. Sie seien „zu blumig“. Gleichzeitig wird sie als diejenige dargestellt, die Rilke Türen zum Erfolg eröffnete.

Die Unnahbare als die sie sich präsentiert ist sie aber dann doch nicht, so führt sie eine heimliche dreijährige Liebschaft zu Rainer Maria Rilke. Sie sagt im Film sie könne sich auf ihn einlassen, weil er eine stark feminine und emotionale Seite habe und dadurch anders als die anderen Männer sei. Dieser sei zwangsweise von der Mutter aufgrund einer Nichtbewältigung einer Fehlgeburt femininisiert worden. Ein sehr ungewöhnliches und daher interessantes Detail aus Rilkes Biografie. Sehr berührt hat mich auch der Satz von Lou an Rilke bzw. dem Biografen Pfeiffer, dass doch jede_r Mensch eine feminine und maskuline Seite in sich trage und diese leben sollte. Rilke wird als traumatisiert dargestellt, zudem hat er Halluzinationen in seinen Angstzuständen – Lou bittet ihn sich professionelle Hilfe zu suchen. Die Beziehung Rilke scheint symbiotisch: Er scheint emotional abhängig von ihr. In der Trennungsszene sagt Lou, dass er nicht ohne sie atmen könne und sie mit ihm nicht atmen könne. Zudem soll Lou noch weitere erotische Bekanntschaften gehabt haben – aus einer sei ein uneheliches Kind entstanden, das verheimlicht wird. Dieses Kind übernimmt später eine Rolle der aufopferungsvollen Haushälterin und Pflegerin, eine auffallend ungesunde symbiotisch-abhängige Mutter/Tochter-Beziehung. Es lässt sich nur erahnen, dass die Tochter kein einfaches Leben im verleugneten Schatten ihrer Mutter gehabt haben muss. Aber das Kind übernimmt die Erwartungshaltungen ihrer Mutter und möchte angeblich nicht einmal in der Autobiografie erwähnt werden. Der Film verdeutlicht dass biografische Narrative Akte der Selektion, der Verleugnung, der Verdrängung und der Zerstörung nicht-normativer Anteile sind. In der Gefahr der Nationalsozialist_innen, die Psychoanalytiker_innen als Ausübung von „jüdische Wissenschaft“ verfolgten, verbrennt Lou Tagebücher, Briefe etc. Zudem erwähnt sie als ältere Frau, die dem Biograf Pfeiffer ihre Lebensgeschichte diktiert, welche Passagen ausgelassen werden sollten. Dieses Szenario zwischen Lou und Pfeiffer bildet schließlich die Rahmenerzählung im Film.

Die Begegnung mit Sigmund Freud erhält leider nur wenig Raum in dem Film. Anstelle der Ausdehnung ihres Liebeslebens hätte ich es spannender gefunden im Film noch mehr zu ihr als Psychoanalytikerin zu erfahren – sowohl als Autorin als auch als Therapeutin. Im Film wird hauptsächlich neben Studienszenen eine therapeutische Szene mit Freud gezeigt, bei der er sie als Prototyp der Narzißtin kategorisiert. Angesichts der sozialen Umstände der Zeit erscheint es jedoch auch als Anmaßung Rebellion, Emanzipation und Unabhängigkeitswunsch als „Narzißmus“ zu deuten – m.E. allenfalls als ein gesundes Selbstbewusstsein in einer ungesunden Zeit/Gesellschaft. Aufgrund des frühen Verlustes ihres Vaters habe sie, so Freud im Film, eine Bindungsunfähigkeit und emotionale Kühle und Abgeklärtheit entwickelt. Nur im Nachtext des Filmes wird auf ihr heute noch bedeutendes Werk des „positiven Narzißmus“ bzw. der Doppelrichtung des Narzißmus hingewiesen. Ein Werk dass in der Kindle-App (im Playstore kostenfrei und ohne Registrierung erhältlich) mit Verknüpfung von Amazon übrigens derzeit kostenlos downloadbar ist und ich eventuell demnächst hier im Blog rezensieren werde. Auch hätte die Strenge des religiösen Elternhauses noch deutlicher werden können. Eine Szene, die auch im Trailer zu Beginn vorkommt, ist hier allerdings sehr einprägsam als sie in der Kirche fragte ob Gott auch in der Hölle sei. Hier sind auch die Anspielungen mit Gott (bzw. Sigmund Freud-Gott) als Projektion der kindlichen Phantasie sehr gelungen.

Insgesamt kam ich sehr inspiriert und angeregt aus dem Film. Ich habe Lust bekommen mich mit ihrer Biografie und ihren Werken nun auseinandersetzen zu wollen. Ich bin jetzt recht „angefixt“ und bin auch sehr überrascht über die Überschneidung einer Themenvielfalt (Religion/Religionskritik in Sozialisation, Emanzipation, Gendernonkonformität, Philosophie, Religionswissenschaft, Psychologie, Narzißmus, unkonventionelle Lebensformen etc.) mit eigenen Interessen und biografischen Erlebnissen (wie z.B. Lungenembolie) in diesem Film. Daher kann ich hier nur eine Empfehlung aussprechen :-).

Therapeutischer Spaziergang

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Im Kinofilm „Mahler auf der Couch“ (2010) wird dargestellt, dass bereits Sigmund Freud seine Patient_innen nicht nur auf der Couch behandelte, sondern auch bei ausgedehnten therapeutischen Spaziergängen.

Im Unterschied zum geschlossenen Raum mit Stühlen, Sesseln oder Couches hat die Natur als therapeutischer Raum einige Vorzüge:

1. Frische Luft sorgt für eine optimale Sauerstoffzufuhr bei Gesprächen. Mal richtig durchatmen und Luft holen können!

2. Natürliches Licht kann Stimmungen verändern und einen Realitätsbezug befördern. Wer sich tage- oder wochenlang nur in geschlossenen Räumen aufhält kann schneller sich in destruktive Gedankengänge und in negativen oder angstbesetzte Stimmungen verlieren.

3. Bewegung bringt Gedanken, Ideen und Emotionen „in Schwung“. Insbesondere bei Personen mit Depressionen kann ein Spaziergang eine antidepressive belebende Wirkung erzielen. Aggressionen können zudem potentiell abgebaut werde. Bevor ein Mensch verbal oder physisch einen anderen Menschen oder eine Sache angreift macht die (Selbst-)Empfehlung: „Geh‘ doch lieber mal einmal um den Block!“ sicher Sinn. Auch Menschen, die insgesamt sich mehr bewegen möchten, kann durch Spaziergänge aufgezeigt werden, dass mit ganz wenig Aufwand es möglich ist sich täglich für 30 bis 90 Minuten zu bewegen. Spaziergänge können der niedrigschwellige Einstieg in die sportliche Aktivität sein. Der allgemeinen gesellschaftlich und gesundheitlich relevanten Bewegungsarmut kann somit bewusst entgegen gesteuert werden, die u.a. eine Ursache für Herz-Kreislauf sowie Gefäßerkrankungen sein können.

4. Die grüne Naturumgebung und das Zwitschern von Vögeln kann eine beruhigende Wirkung entfalten. Selbst in der Stadt finden sich grüne Orte wie ausgedehnte Parks, Wege in Gärtenanlagen und Wege an Flüssen. Insbesondere Menschen mit Ängsten, innerer Unruhe und Nervosität können Spaziergänge als wohltuend empfinden. Auch Personen mit einer Arbeitssucht oder Burn-Out Problemen können lernen ihre Umgebung in all‘ ihren Farben stärker in den Fokus ihrer Wahrnehmung zu nehmen. Das potentielle Schwarz/Weiß-Denken wird ausgehebelt. Der Scheuklappenblick auf Leistung kann eine Weitung erfahren. In der Natur zu sein, einfach innezuhalten und „da zu sein“ statt den Zwang zu erleben etwas leisten zu müssen, um eine Daseinsberechtigung zu haben. Auch der Erschöpfungsdepression des Burnouts kann durch regelmäßige kraftspendende Gesprächs-Spaziergänge entgegengewirkt werden. Jeden Tag ein kleiner „Kurzurlaub“ vom Alltagstrott. Krafttanken bei einen wohltuenden Gespräch in der Natur. Das Hamsterrad durchbrechen, sich eine Pause bewusst nehmen und gönnen. Endlich Zeit zur Reflexion und zu einem „zu-sich-Selbst-Kommen“, den eigenen Körper mit Bedürfnissen wieder wahrzunehmen anstatt grundlegende Bedürfnisse jenseits von Arbeit und Leistung zu unterdrücken und nicht nachzugehen. Den verlernten Genussmodus wieder neu erlernen und entdecken. Auch ein kurzer Spaziergang in den Arbeitspausen kann für einen frischen Kopf und neue Ideen sorgen, wenn mensch den Wald vor lauter Bäume nicht mehr sehen kann.

5. Auflockerung der therapeutischen Situation: Eine klassische Therapiesituation kann durchaus beängstigend, fordernd und unangenehm sein. An sich selbst zu arbeiten und sich zu reflektieren kann anstrengend sein. Ein Spaziergang lockert die Situation auf, schafft möglicherweise eine vertiefte Vertrauensbasis. Dadurch kann ein wohltuender Humor oder eine Leichtigkeit bei Menschen potentiell gefördert werden ohne dass Probleme dabei geleugnet oder nicht ernst genommen werden würden. Die ganz eigene Alltagskomik kann bei Betroffenen auch in tragischen und dramatischen Momenten aufkommen und eine Selbst-Distanzierung zu Ereignissen fördern.

6. Spaziergänge können zudem die Kommunikation in Partnerschaften, Familien und Freundschaften fördern. Besteht ein Kommunikationsmangel so erscheint ein gemeinsamer Spaziergang gut um ins Gespräch zu kommen. Das Smartphone, der Fernseher oder andere unliebsamen Gegenstände haben keinen Platz in diesen 60-90 Minuten.

Spaziergänge können präventiv sowie therapeutisch bei psychischen und somatischen Probleme eingesetzt werden. Sie fördern eine Distanzierung vom Alltagsgeschehen und tragen zur Bewältigung vom emotionalen Stress bei. Allerdings ist wichtig, dass der therapeutische Schutzraum nicht aufgegeben wird, daher Strecken gewählt werden, in denen in Ruhe und ohne Beobachtung Dritter gesprochen werden kann. In manchen sehr emotionalen Situationen macht es Sinn die Gesprächssituation schließlich im Sitzen fortzusetzen. Nachteil ist auch dass die Methodik wetterabhängig ist. Auch wenn ein Spaziergang im leichten Regen unter dem Schirm sehr erfrischend sein kann, so muss bei Starkregen und Gewitter der Spaziergang unterbrochen werden. Sei denn es handelt sich um eine Konfrontationstherapiesitzung für Gewitterphobiker_innen ;-).

Gewitterjahreszeit (2016).

Meine Schritte werden schneller.

Mein Atem auch.

Es grummelt.

Es ist nicht mein Magen.

Kommt von oben.

Mein Blick ist gesenkt.

Noch einen halben Kilometer zu Fuß.

Gleich habe ich es geschafft!

Über den Weg zurück möchte ich nicht nachdenken.

Aber vielleicht ist es später vorbei.

Morgens und abends kommst du.

Unberechenbar.

Mit aller zerstörerischer Gewalt ziehst du herauf.

Ursache für umgekippte Bäume und abgebrannte Häuser.

Lässt mich erstarren.

„Stell‘ dich nicht so an!“

Der Umgang mit Phobiker_innen ist nicht minder gewaltsam.

Auf dich mag ich „hysterisch“ wirken.

Aber du hast keine Ahnung von Angst und Panik.

Gefühle, die sich schwer steuern lassen.

Eingespeichert im Körper.

Schweißausbruch.

Erhöhter Puls.

Die Atemfrequenz steigt.

Das Schutz- und Vermeidungsbedürfnis ebenso.

Gedanken kreisen im Scheuklappenblick nur um dich.

Umgeben von sorglosen Menschen oder zwangsweise gefangen in einer Gruppe steigert sie sich.

Die Angst.

Nicht nur davor.

Auch als „unnormal“ zu gelten.

Die mangelnde Fähigkeit zur Ignoranz.

Macht mich auffällig.

Verletzbar.

Erfüllt von Scham.

Den Tränen nahe.

Wütend.

Deine Blitze trafen mich unerwartet.

Meine Coolness und Stärke ist dahin.

Du lässt mich schmelzen und weich werden.

Die Angst verletzt zu werden steigt auf.

Im Wartemodus gefangen.

Bin ich deiner unberechenbaren Lust(-losigkeit) ausgeliefert.

Versuche die Kontrolle zurückzubekommen sind zwecklos.

Ambivalente Gefühle lassen sich nicht bezwingen oder unterdrücken.

Auch zum Selbstschutz nicht.

Weh tun wird es sowieso.

Da muss ich wohl mal wieder durch.

Sommerzeit ist Gewitterjahreszeit.

Morgens und abends.

Du bringst frischen Wind.

Das schwüle Wetter wird erträglicher durch dich.

Du bezwingst die Menschen sich in ihre Höhle zurückzuziehen.

Nur wenige Furchtlose bleiben draußen stehen und schauen dir sogar fasziniert zu.

Ältere pflegen manchmal sogar noch ihren Notfallkoffer unter ihrem Bett.

Jüngere beobachten den minütigen Verlauf der Gewitter dagegen mittels der Wetter-App und Gewitterwebseite.

Stets vorbereitet.

Berechenbar wirst du.

Buchrezension: „Mein Sohn hat ’ne Schildkrötenunterfunktion“

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Brumshagen, Petra; Petersmann, Nina (2016): Mein Sohn hat ’ne Schildkrötenunterfunktion. Mitgehört in Deutschland. Ullstein: Berlin. 139 Seiten. 9,99Euro.

Während meines 4tägigen Krankenhausaufenthalts hat mir der Lieblingsmensch an meiner Seite ein Buch mitgebracht das mein tristen Kranksein-Alltag versüßte: Eine lockerleichte Lektüre der „Komödien des Alltags. Mitgelauscht und mitgeschrieben“ (Klappentext). Es erinnert mich etwas an eine Praxis, die ich noch aus Schulzeiten kenne: Da wurden besonders lustige Lehrer_innen/Schüler_innen-Aussagen mitgeschrieben, um sie in der Abiturzeitung zu veröffentlichen. Urkomisch!

Die beiden Autorinnen haben Alltagsgespräche im Zug, im Café und Supermarkt aufgeschnappt und anonym dokumentiert. Alltagsabsurditäten, ungewollte Versprecher und Missverständnisse werden als Witze in Kurzform thematisch sortiert in acht Kapiteln dargelegt. Jedes Kapitel enthält einleitende Worte zu den thematisch gesammelten Witzen. Themen sind: „Too much information“ (9-16), „Die lieben Kleinen“ (17-28), „Verhört, verwechselt und versprochen“ (29-53), „Wenn Welten aufeinanderprallen“(55-69), „Überraschende Argumente, verblüffende Wendungen“ (71-87), „Prioritäten, Regeln und Wahrnehmungen“(89-104), „Mit erhobenem Zeigefinger“ (105-121) , „Lustig, peinlich, ungewöhnlich“ (123-140).

Ich habe oft sehr herzhaft lachen müssen und war fasziniert davon in wie vielen verschieden Städten die Gespräche inklusive Dialektfärbung aufgegriffen und dokumentiert wurden. Manches klingt so absurd zum Brüllen, dass ich schon fiktive Anteile im Buch vermutete. Aber ich fürchte: Das ist tatsächlich alles so passiert!

Eine perfekte Lektüre zur Vertreibung von Langeweile bei langer Krankheit. Alltags-Humor erscheint mir auch ein gutes Mittel zu sein um trübe Gedankenschleifen zu durchbrechen. Daher kann ich das Urteil: Uneingeschränkt empfehlenswert vergeben! „Chapeau!“ an die beiden Autorinnen, die als Redakteurin/Autorin und Produktionsmanagerin arbeiten.

Genügend gelebt? (2016)

„Wir müssen noch anhand ihres Arterienblutes prüfen ob Sie auf die Intensivstation müssen!“

Im Angesicht von schwerer Krankheit und Tod hatte ich keine Angst zu sterben.

Sondern die Frage drängt sich in einem plötzlichen Moment auf: „Habe ich genügend gelebt, um jetzt zu sterben?“

Traurig und glücklich beantwortete ich die Frage mit: „Ja! Ich habe Spaß erlebt, habe Verliebtheit und Liebe gelebt und Freundschaften erfahren, habe eine tolle Arbeit gemacht die mir Spaß bereitet hat und habe meine Träume verfolgt! Ja, ich könnte ruhig sterben und wäre zufrieden mit meinem Leben!“

Dennoch ziehe ich es vor weiter zu leben, wenn ich denn darf.

Oh, messerstechender Schmerz – endlich bist du fort! Die Zeit fühlt sich unendlich an unter Schmerzen und Leid.

Das Leben unbeschwert genießen – was für ein Traum für die schmerzerfüllten Personen!

Langsam kann ich die Umgebung um mich herum wieder wahrnehmen, der Fokus ist nicht mehr nur Schmerz. Jede Kleinigkeit kann ich genießen, die für andere als Banalität erscheint.

Glück im Unglück gehabt! Ich lebe. Und die Schmerzen schwinden auch nach und nach.

Welche Risiken gehe ich demnächst ein?
Wie sehr wird Angst meinen Alltag bestimmen?
Oder inwiefern ermutigt es mich noch mehr meine Lebensträume zu verfolgen und jeden Moment des Lebens zu genießen und bewusster zu leben?
Aber auch auf mich Acht zu geben?
Die Prioritäten verschieben sich im Krankheitsfall so heißt es – die Gesundheit steht an erster Stelle.
Aber eben auch trotzdem auch Risiken einzugehen – um zu leben!
Eine Herausforderung für den Alltag.
Das Leben ist zu kurz, um es unbewusst zu leben.